Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ. Im Landtag wurde ein Dringlichkeitsantrag eingebracht, der österreichweit den Ausbau der Sammelstruktur für Plastikmüll und PET-Flaschen nach Oberösterreichischem Vorbild fordert. WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer begrüßt das und spricht sich gegen Flaschenpfand für Plastikflaschen aus.

Symbolfoto (Foto: aleks333/Shutterstock.com)
Symbolfoto (Foto: aleks333/Shutterstock.com)

Die EU gibt zahlreiche Recycling- und Sammelquoten in der Abfallwirtschaft bis 2030 vor. Eine davon ist eine 90-prozentige Sammelquote für Einweg-Kunststoffgetränkeflaschen (PET-Flaschen) bis 2029. Laut einer Studie von Economica würde die Einführung eines Plastikpfands allerdings kleine Betriebe hart treffen. Dieser zufolge geht man von 10.500 Euro Mehrkosten pro Betrieb aus. Diese sind auf zusätzlichen Zeitaufwand (Personalkosten), Kosten für Rücknahmeautomaten und Lager- und Logistikkosten zurückzuführen. Zusätzlich entstehen hygienische Probleme, da Abfälle neben Lebensmittel gelagert werden müssen. „Die Einführung eines Pfandsystems würde das Greislersterben weiter befeuern und kleinen Betrieben schaden. Und auch eine angedachte Ausnahme für Rückgabestellen für kleine Betriebe wäre nicht zielführend, da so wiederum die Kundenströme hin zu den großen Lebensmittelketten gelenkt werden.“, befürchtet WKOÖ-Präsidentin und Wirtschaftsbund-Landesobfrau Doris Hummer. „Eine bessere Alternative zum Pfand wäre, das bereits bestehende Sammelsystem auszubauen.“ Im Landtag wurde daher ein Dringlichkeitsantrag eingebracht, der genau dies fordert.

WKOÖ: Ziel mit Sammelsystem erreichen

Laut Antrag soll eine einheitliche Sammelstruktur nach dem Vorbild Oberösterreich mit besonderem Augenmerk auf die „Gelben Sack/Tonne-Sammlung“ für Verpackungsmaterial etabliert werden. Ein Konzept zur Stärkung kleinerer Betriebe soll ausgearbeitet werden, um die Nahversorgung im ländlichen Raum nicht zu gefährden, sondern zu fördern und nachhaltig abzusichern. Als dritter Punkt soll die Politik darauf hinwirken, dass Verpackungen ökologischer und recyclingfreundlicher gestaltet werden.

„Wir begrüßen den Dringlichkeitsantrag des OÖ-Landtags an die Regierung zum Thema Pfandsystem. Es sollten österreichweit von der Regierung alle Maßnahme für ein Sammelsystem wie das Gelber Sack-Holsystem ausgeschöpft werden, um die geforderte EU-Quote bis 2030 erfüllen zu können. In drei Bundesländern wird dies bereits jetzt schon erfolgreich erreicht“, so Wolfgang Benischko, WKOÖ-Spartenobmann-Stv. Handel. Betrachtet man die Sammelquote in gesamt Österreich, so liegt diese derzeit bei 70 Prozent.

Hummer: Pfand bringt Mehraufwand und Kosten

Durch das Plastikpfand als Einzelmaßnahme werde weder die EU-Quoten erreicht, noch ein nachhaltiger Entsorgungskreislauf erzielt, zeigt sich der Wirtschaftsbund überzeugt. Zudem sei die Einführung eines Parallelsystems immer mit hohen Kosten und enormen Mehraufwand verbunden. „Das Ziel besteht darin, Plastik nachhaltig und gesamtheitlich zu reduzieren. Der Konsument soll dabei stärker miteinbezogen werden, um Awareness für eine korrekte Mülltrennung zu erzielen. Wir schonen damit die Umwelt und schaffen ein nachhaltiges Entsorgungssystem, ohne die heimische Wirtschaft zu belasten“, so Hummer abschließend.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden