WKOÖ-Präsidentin Hummer: Öffnung mit Auflagen ein "tragbarer Kompromiss"
OÖ. Mit gemischten Gefühlen sehen die persönlichen Dienstleister die aktuellen Öffnungsschritte. Zum einen sei die Möglichkeit aufzusperren gut, zum anderen breiten die Auflagen Kopfzerbrechen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer die Strategie der Bundesregierung zur Öffnung des Handels und der persönlichen Dienstleister nach dem dritten harten Corona-Lockdown. „Natürlich ist es für unsere persönlichen Dienstleister eine harte Nuss, wenn sie von ihren Kunden einen aktuellen, negativen Schnelltest als Eintrittskarte verlangen müssen. Aber ich bin optimistisch, dass viele Leute diesen Nachweis gerne erbringen, weil sie sich sehr nach den verschiedenen Dienstleistungen sehnen“, so Hummer. „Und auch wenn diese Auflage unangenehm ist, so ist sie doch allemal besser als eine weitere Totalsperre. Ich sehe diesen Weg der Bundesregierung daher als einen tragbaren Kompromiss.“
Sorge hinsichtlich der Testmöglichkeiten
„Insbesondere in ländlichen Gegenden ist der Weg zu den Teststationen weit und wird Kunden hindern, zu uns zu kommen“, befürchten Eva Danner-Parzer, (Landesinnungsmeisterin der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure) und Michael Stingeder (Fachverbandsobmann der persönlichen Dienstleister und Bundesberufsgruppensprecher der Humanenergetiker) die Öffnungsauflagen. „Wir haben aber Sorge, dass wir mit den verpflichtenden Tests der Kunden zu einer Auslastung unserer Betriebe kommen können, die einen kostendeckenden Betrieb erlaubt.“
Positiv sieht die WKOÖ-Präsidentin in diesem Zusammenhang auch, dass die persönlichen Dienstleister die Wahl haben, ob sie ihre Geschäfte unter diesen Umständen öffnen wollen oder nicht. Wer das Unternehmen geschlossen hält, kann nämlich weiterhin die verschiedenen staatlichen Hilfsleistungen in Anspruch nehmen.
Ausweichen auf Pfuscher gefährlich
Auch die Frage der Kontrolle sei heikel. „Bereits jetzt sehen wir in der Branche, dass viele zu Pfuschern ausweichen. Sollte sich das fortsetzen, ist das nicht nur wirtschaftlich massiv schädlich, sondern auch gesundheitspolitisch mehr als kontraproduktiv“, so Landesinnungsmeisterin der Friseure, Erika Rainer. Dennoch sei die Öffnung ein erster wichtiger Schritt. Sie fordert ebenfalls einfache Test-Möglichkeiten.
Einschränkungen für Handel einfacher, aber dennoch schmerzhaft
„Leichter ist die Situation sicherlich beim Handel. Natürlich schmerzt die weitere Beschränkung der Kundenzahl pro Quadratmeter auch hier, aber auf diese Auflage und die FFP2-Maskenpflicht hatten sich unsere Händler ja bereits eingestellt“, so Hummer.


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