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Vom Schweißer-Helm der Zukunft zur Medizin-Technik: Forschung wird vorangetrieben

Karin Seyringer, 04.02.2021 20:51

OÖ. Auch im Corona-Jahr 2020 konnte die Forschungsgesellschaft Upper Austrian Research (UAR) ihre Betriebsleistung steigern. Rund 95 Millionen Euro erzielte sie 2020, nach 86 Millionen Euro im Jahr davor. Die UAR ist Bindeglied zwischen Forschung und Wirtschaft. Einer von vielen Partnern aus der Wirtschaft ist die Fronius International GmbH, die gemeinsam mit dem Knowhow des Netzwerkes zukunftsträchtige Entwicklungen vorantreibt.

V. l.: Wilfried Enzenhofer, Geschäftsführer Upper Austrian Research GmbH, Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner und Harald Langeder, Fronius International GmbH. (Foto: Land OÖ / Tina Gerstmair)

Rund 95 Millionen Euro an Unternehmensbeiträgen und Förderungen, 1.400 Projekte, rund 800 Firmenpartnerschaften im Jahr 2020: „Wir haben mit der UAR ein Netzwerk, dass sich sehen lassen kann“, so ein zufriedener Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner. „Das Forschungsnetzwerk hat sich auch im herausfordernden Vorjahr als verlässlicher Innovationspartner für Wirtschaft und Industrie erwiesen.“ Dass die Forschungstätigkeit 2020 nicht weniger geworden sei, mache zuversichtlich, „das zeigt, dass die Unternehmen die Phase genutzt haben, solche Dinge voranzutreiben.“

2000 gegründet

Dieser Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie sei langjährig aufgebaut worden, unterstreicht Wilfried Enzenhofer, Geschäftsführer der UAR.

Im Jahr 2000 wurde die Forschungsgesellschaft gegründet, die UAR hält Beteiligungen an elf außeruniversitären Forschungszentren und steuert als Leitgesellschaft für Forschung des Landes OÖ die Entwicklung von sechs weiteren Forschungsgesellschaften mit. Seit 2016 ist die Gruppe um etwa 53 Prozent gewachsen.

Natürlich habe auch die Corona-Situation zu Projektverschiebungen geführt, „die aber durch Flexibilität austariert werden konnten“, so Enzenhofer.

Von der Medizintechnik bis zum „Schweißer-Helm der Zukunft“

Die Projekte, an denen gearbeitet wird, sind vielfältig – vom Einsatz Künstlicher Intelligenz bis zu ressourcenschonenden Materialien für mehr Nachhaltigkeit. Aber auch im medizinischen Bereich wird zum Beispiel geforscht: Augmented-Reality-Technologien können etwa bei der Planung und Vorbereitung operativer Eingriffe eingesetzt werden. „Es geht darum, die virtuelle und die reale Welt zusammenzubringen – Bilddaten werden direkt auf den Mensch projiziert, der Arzt kann so bessere Lösungen für Operationen finden“, erläutert Enzenhofer eine Möglichkeit.

Eng mit der Upper Austrian Research GmbH zusammen arbeitet die Fronius International GmbH mit Sitz in Pettenbach im Bezirk Kirchdorf und mehreren Niederlassungen, darunter der Forschungs- und Entwicklungsstandort in Thalheim bei Wels. Nicht immer sei es möglich, alles selbst zu entwickeln, daher greife man auf das Netzwerk zurück, erläutert Harald Langeder, Chief Technology Office der Fronius Internaional.

Nur zwei Beispiele: Gemeinsam mit dem Forschungszentrum „Pro2Future“ aus dem UAR-Netzwerk arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung eines „kognitiven“ Schweißer-Helms. So stellt der Helm – neben der Schutzfunktion für den Schweißer – Informationen und Anleitungen zu den Arbeitsschritten und vieles mehr zu den einzelnen Schritten bereit. Der Prototyp wird in der Praxis mittlerweile getestet.

Auch im Bereich intelligenter Energie-Netzwerke wird geforscht, gemeinsam mit dem Software Competence Center Hagenberg, um Öko-Strom optimal zu nutzen.

„Der Ansatz ist Exzellenz“

Der Erfolg der UAR sei Auftrag für die Zukunft, „in allen Maßnahmen ist Forschung und Entwicklung einer der Hebel, um Oberösterreich besser aus der Krise zu führen“, so Achleitner. „Der Ansatz ist Exzellenz, wir müssen um das besser sein, als wir teurerer sind in der Produktion in Oberösterreich.“


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