Arbeitslosigkeit in OÖ geht leicht zurück

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 01.03.2021 13:40 Uhr

OÖ. Um 5.000 Personen weniger waren im Februar 2021 in OÖ arbeitslos gemeldet als noch im Jänner 2021. Die Arbeitslosenquote liegt dennoch noch um 1,1 Prozent‐Punkte über dem Vorjahresniveau.  

„Die politischen Entscheidungen zum Thema Pandemie und Lockdown werden die weiteren Entwicklungen am oberösterreichischen Arbeitsmarkt entscheiden. Einen derzeit leicht fallende Tendenz bei den Arbeitslosenzahlen, die steigende Zahl an Schulungsteilnehmern und der Anstieg der offenen Stellen zeigen ein positives Bild. Immer problematischer wird die Situation für viele Langzeitarbeitslose, die bereits über ein Jahr mit einem Nettoersatz von 55 Prozent über die Runden kommen müssen. Die Kurzarbeit ist in den letzten Wochen wieder auf 84.000 Personen angestiegen“, fasst AMS OÖ-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer die Situation zusammen.

Bei 6,9 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in OÖ im Februar 2021 (Österreichschnitt: 10,7 Prozent), um 1,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Beschäftigten lag bei 656.000 Personen (- 8.000 bzw. - 1,21 Prozent weniger als im Vorjahr). Die Zahl der Arbeitslosen lag  deutlich höher als vor einem Jahr (+7.796; +19,2 Prozent auf 48.434 Personen). 

In Schulungen befanden sich im Februar 9.456 Personen, ein Plus von 4 Prozent gegenüber Februar 2020.

Frauen und Langzeitarbeitlose stark betroffen

Bei Frauen ist die Arbeitslosigkeit deutlich stärker gestieben als bei Männern (+ 4.219 oder 26,4 Prozent). Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren zeigt sich laut AMS OÖ mittlerweile ein verhältnismäßig geringer Anstieg (+321 oder 7,6 Proeznt).

Bei Personen über 55 Jahren lag die Vorgemerktenzahl um 21,1 Prozent höher als vor einem Jahr (+1.726).

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich mehr als verdoppelt, mit einem Plus von 4.172 oder 107,8 Prozent.

Offene Stellen

Ende Februar standen beim AMS OÖ 20.284 offene Stellen zur Verfügung, um 1.533 bzw. 7 Prozent weniger als im Februar 2020. Zudem waren 1.331 sofort verfügbare Lehrstellen (‐ 266 bzw. ‐ 16,7 Prozent) und 546 sofort verfügbare Lehrstellensuchende (- 30; - 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) gemeldet.

Stelzer und Achleitner: Weitere Öffnungsschritte würden mehr Arbeit schaffen

„Offensichtlich wirken sich die Öffnungsschritte im Handel bereits positiv in unserem Bundesland aus. Weitere Öffnungsschritte würden wohl noch mehr Arbeit schaffen. Gleichzeitig kämpft Oberösterreich weiterhin darum, möglichst viele Menschen in Beschäftigung zu halten oder rasch wieder in Beschäftigung zu bringen, denn jede und jeder Arbeitslose ist noch eine und einer zu viel“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner zu den neuesten Arbeitsmarktdaten.

Bei den offenen Stellen gehe es vordringlich darum, durch Qualifizierungsmaßnahmen dafür zu sorgen, dass möglichst viele von den Arbeitslosen vermittelt werden könnten. „Dafür wird in Oberösterreich viel Geld in die Hand genommen, insgesamt investieren Land OÖ, AMS OÖ und Sozialministeriumservice OÖ 342 Millionen Euro in Arbeitsmarkt-Initiativen im Rahmen des 'Paktes für Arbeit & Qualifizierung in OÖ', im Vorjahr waren es noch 247 Millionen Euro gewesen“, so Stelzer und Achleitner. „Von diesen Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen werden insgesamt rund 102.000 Menschen in Oberösterreich profitieren – insbesondere in den Zielgruppen Jugendliche, Frauen, Ältere, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Beeinträchtigungen.“ Die beiden verweisen auch auf die Taskforce für Langzeitarbeitslose, wo demnächst Ergebnisse präsentiert werden sollen.

Grüne: Jobs in Gemeinden und Vereinen schaffen

Die Grünen fordern angesichts der neuen Zahlen, Jobs in Gemeinden und gemeinnützigen Vereinen zu schaffen. „Die Zahlen vom Arbeitsmarkt vermitteln einerseits sanfte Hoffnung und zeigen andererseits die weitere unsichere Lage auf. Vor allem verdeutlichen sie die mehr als angespannte Situation für jene, die seit langem auf Jobsuche sind. Hier ist mit einem breitest angelegten Instrumentarium vorzugehen. Dazu zählt auch der Grüne Vorschlag, gerade jetzt Jobs in Gemeinden und in gemeinnützigen Vereinen zu schaffen. Wir Grüne orten bei den anderen Fraktionen Bereitschaft dieses Instrument zu nutzen. Angesichts der vorliegenden Zahlen sollte dies rasch in Angriff genommen werden“, so die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz.

In den Bauhöfen, Schulen, Pflegeheimen, in der Kinderbetreuung und im Gesundheitsbereich gebe viel zu tun - sei es beim Testen, in der Administration, in der Reinigung oder in der Kreislaufwirtschaft, betont Schwarz und verweist auf die sehr positiven Erfahrungen des Pilotprojektes „Jobchance Gemeinde“. Sie sieht auch großes Potenzial bei den ehrenamtlichen Diensten.

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