Linzer Ampeln sollen modernisiert werden
LINZ. Die Steuergeräte der Linzer Ampeln sind in die Jahre gekommen. Der Linzer Infrastrukturreferent und Vizebürgermeister Markus Hein kündigt daher eine Modernisierung an, die der Linzer SPÖ nicht weit genug geht. Die Partei fordert ein Gesamtkonzept für digitale Lösungen im Straßenverkehr.

Die Linzer Verkehrslichtsignalanlagen werden in den kommenden Jahren erneuert, informiert Vizebürgermeister und Infrastrukturreferent Markus Hein (FPÖ). Hintergrund sei, dass die Hälfte der insgesamt etwa 200 Steuergeräte bereits die vom Hersteller empfohlene Nutzungsdauer überschritten habe. „Wir haben deshalb mit der zuständigen Fachabteilung ein umfassendes Modernisierungsprogramm für die Linzer Ampeln ausgearbeitet. Dieses soll bis 2027 abgearbeitet werden. Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurde der Grundstein für die Modernisierung gelegt, indem der Verkehrssignalleitrechner erneuert wurde. Die Kosten alleine für diesen wesentlichen Schritt betrugen ca. 450.000 Euro“, führt Hein aus. Insgesamt gehe er von 5,2 Millionen Euro Kosten für die Modernisierungsmaßnahmen bis 2027 aus. Pro Anlage sei mit 50.000 Euro zu rechnen.
Hein: Sonderprojekte wie Verkehrssteuerung von Audi machen wenig Sinn
Die SPÖ Linz stimmt Hein grundsätzlich zu, dass die Ausstattung der Verkehrsampeln nicht auf dem neuesten Stand der Zeit sei. Auseinander gehen die Meinungen in puncto Projekten wie der Verkehrssteuerung von Audi, die laut Hein bis Ende 2022 in Linz eingesetzt werden soll. „Mit den zuständigen Stellen hat aber niemand gesprochen. Viele unserer Anlagen sind dafür nämlich noch nicht gerüstet. Ich sehe aber noch ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang. Wir haben 126 Ampelanlagen, die auf den öffentlichen Verkehr reagieren. Damit ist eine zeitliche Voraussage über die Dauer einer Grün- oder Rotphase nicht möglich“, kritisiert Hein. Von „digitalem Handlungsbedarf“ spricht wiederum SPÖ-Fraktionsvorsitzender Stefan Giegler: „Es stimmt, dass unsere Verkehrsampel-Ausstattung nicht auf dem neuesten Stand der Zeit ist. Dies kann aber nur ein Signal für den digitalen Handlungsbedarf sein, den wir im gesamten Straßenverkehr noch haben“. Wenn Audi Ampeln digital vernetzen möchte, um ein umweltschonenderes Fahren in der Stadt zu ermöglichen, sollte das als Auftrag versehen werden, die Verkehrssignale rasch zu erneuern.
Giegler: In Ampelanlagen zu investieren ist zu wenig
Es wäre nicht alleine damit getan, in Ampelanlagen zu investieren. Andere Städte würden laut Giegler bereits vorzeigen, wie digitale Vernetzung die Parkplatzsuche erleichtern und damit abgasintensives Rundenfahren von Autos reduzieren könne. Darüber hinaus brauche es beim öffentlichen Verkehr und Radfahren ebenfalls zukunftsorientierte Lösungen. „Frühere Gemeinderatsanträge waren hier bedauerlicherweise nur Stückwerk. Neben dem Gesamtverkehrsplan für Linz, der bereits erfolgreich ausgearbeitet wurde, braucht es auch ein Gesamtdigitalisierungskonzept für den Verkehr. Das wird wohl nicht bis 2022 umgesetzt werden können, aber der erste Schritt ist ohnehin die Ausarbeitung“, hält Giegler fest. Die SPÖ Linz kündigt an, die zuständigen Referenten in der Stadtregierung Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und Markus Hein, mit einem Gesamtkonzept für digitale Lösungen im Verkehr zu beauftragen. Das soll in der nächsten Gemeinderatssitzung am 8. April geschehen.


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