"Oberösterreich ist ein starkes Agrarland, und das wird es auch bleiben"
OÖ. Die knapp 90 Seiten der gedruckten Strategie „Zukunft Landwirtschaft 2030“ enthalten 141 Maßnahmen, abgeleitet aus 26 Ziele. Diese gilt es nun, zusammengefasst in sieben Leuchtturmprojekten, zur Umsetzung zu bringen.

„Die Strategie Zukunft Landwirtschaft 2030 enthält viele konkrete Zielsetzungen wie Bürokratieabbau, Existenzsicherung, zeitgemäße Beratungs-, Informations- und Weiterbildungsangebote, Kooperationen und Dialog statt Konkurrenz als auch eine aktivere Öffentlichkeitsarbeit des Sektors. Nun geht es an die Umsetzung dieser Vorhaben“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.
Die erarbeiteten Ergebnisse und die hohe Beteiligung der Bauern seien Anlass genug, die Ärmel hochzukrempeln und die Zukunft Landwirtschaft in Oberösterreich mit allen Partnern gemeinsam in die Hand zu nehmen: „Die Bäuerinnen und Bauern haben uns mit ihrer starken Beteiligung einen klaren Auftrag gegeben. Die Strategie Zukunft Landwirtschaft 2030 ist in gewisser Weise ein Versprechen der Oö. Landesregierung gegenüber jedem Bauern und jeder Bäuerin in diesem Land und damit auch eine große Verantwortung. Alle Partner sind eingeladen, den Weg auch weiterhin gemeinsam mit uns zu gehen, an einem Strang zu ziehen und Mut zur Veränderung zu beweisen. Oberösterreich ist ein starkes Agrarland, und das wird es auch bleiben“, betont Hiegelsberger.
Projektteam zusammengestellt
Für die Umsetzung hat sich Anfang des Jahres eine Projektteam formiert. Bei der Zusammenstellung wurde darauf geachtet, alle maßgeblich mit der Zukunft der Landwirtschaft betrauten Institutionen einzubinden. Das Team besteht aus Vertretern der Universität für Bodenkultur Wien, der Abteilung Land- und Forstwirtschaft des Landes Oberösterreich, der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, des landwirtschaftlichen Schulwesens und des Büros von Landesrat Max Hiegelsberger. Projektleiter sind die bereits in der Erstellung der Strategie maßgeblich Mitwirkenden Julia Anna Jungmair und Markus Scharner vom Land Oberösterreich. „Jetzt ist es unser gemeinsamer Auftrag, die Strategie mit Leben zu befüllen“, so Direktor Hubert Huber.
Die ersten Schritte sind erfolgt
„Die Verantwortung des Projektteams ist es, die im Prozess entworfenen Zukunftsbilder der Landwirtschaft 2030 in konkrete Projekte zu gießen und damit auf den Boden der Realität zu bringen“, erklärt Julia Anna Jungmair, Projektleiterin der Umsetzung Zukunft Landwirtschaft 2030. Dazu wurden sieben Zukunftsthemen aus dem Strategiepapier herausgearbeitet, sieben so genannte Leuchttürme.
Um diese Leuchttürme in den kommenden Jahren sinnbildlich aufzurichten, brauche es richtungsweisende Projekte, eine Bündelung und Abstimmung bereits bestehender Vorhaben und die Stärkung von wichtigen, aber nicht vorangekommenen Ansätzen. „Bereits in den ersten Besprechungen wurde deutlich, dass sehr viele kreative Projektideen und herausragende Bemühungen bereits vorhanden sind und nicht alles neu erfunden werden muss“, so Jungmair.
Die sieben Leuchttürme
Der Leuchtturm Agrarkommunikation will bestehende Informationen noch stärker vernetzen und noch leichter verfügbar machen. Es soll ein Begegnungsort zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft geschaffen werden. Ein konkretes Projekt ist bereits auf Schiene. „Im Juni starten wir mit dem Produzent des Monats, wo wir ganz gezielt Vorzeigebetriebe aus den unterschiedlichsten Bereichen der Landwirtschaft anhand von monatlichen Betriebsvorstellungen vor den Vorhang holen“, erklärt Jungmair.
Beim Leuchtturm Agrarpolitik gehe es darum, die im Zukunftsprozess formulierten 141 Maßnahmen auf Landesebene bestmöglich umzusetzen. Ein konkretes Umsetzungsbeispiel ist bereits die Webshop Initiative.
Der dritte Leuchtturm soll regionale Kulinarik in Oberösterreich erlebbar machen. „Es geht darum Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette Landwirtschaft-Verarbeiter-Gastronomie weiter aus- und gegenseitige Vorbehalte abbauen“, so Jungmair. Ein konkretes Umsetzungsprojekt sind die Genussland-Informationstage nicht nur in kaufmännischen Berufsschulen, sondern auch in den Tourismusschulen. „Damit vor allem auch die Menschen, die Lebensmittel zubereiten, wissen, welcher Wert dahinter steckt“, erklärt die Projektleiterin.
Der Leuchtturm Innovation, Digitalisierung und Klimawandel will die Bedeutung und Begeisterung für Innovationen sowie die Möglichkeiten digitaler Anwendungen an Jung und Alt vermitteln. „Hier holen wir vor allem die Landwirtschaftlichen Schulen mit an Bord, konkret mit dem „Marktplatz der Abschlussarbeiten“. Das Interesse, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen weiter auszubauen, ist hoch, was fehlt ist oft die Schnittstelle zwischen Schulen, Schülern und Unternehmen. Mit dem Marktplatz der Abschlussarbeiten mit geplantem Start im Oktober wollen wir diese Lücke schließen und Schülern die Chance geben, mit Unternehmen aus den vor- und nachgelagerten Bereichen in Kontakt zu treten und sich darüber hinaus mit zukünftigen Arbeitgebern zu vernetzen“, erklärt Jungmair.
Nicht außer acht gelassen werden dürfe aber auch der Bauernhof als Lebens- und Arbeitsort. Ziel dieses Leuchtturms sei es das Bewusstsein für Work-Life-Balance auf den landwirtschaftlichen Betrieben zu stärken und die zwischenmenschlichen Beziehungen als Grundlage für Zufriedenheit und betrieblichen Erfolg hervorzuheben. „Mit Herbst diesen Jahres wollen wir etwa bäuerlichen Familien in schwierigen bzw. konfliktbehafteten Situationen mit der Servicestelle „Gut beraten“ eine Anlaufstelle bieten“, so Jungmair. Darin enthalten wird auch das Bäuerliche Sorgentelefon sein, das bereits existiert.
Der Leuchtturm Fairness Wertschöpfungskette beschäftigt sich vor allem mit dem Dialog zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel. So ist ein runder Tisch mit Vertretern aus dem Lebensmittelhandel geplant.
„Die beste Investition in die Zukunft ist Bildung“, betont Jungmair. Der Leuchtturm Agrarbildung will die Hidden Champions der Landwirtschaft zum von- und miteinander Lernen befähigen. Zudem sollen Plattformen für Hofübernehmer zum direkten Meinungsaustausch etabliert werden. Ein konkretes Projekt wird im Oktober mit dem „Wissensnetzwerk Landwirtschaft macht Schule“ realisiert. „Wir wollen sicher stellen, dass Absolventen von landwirtschaftlichen Schulen auch nach ihrer Ausbildung über die vielfältigen Angebote in der Branche informiert sind und sie wissen, an wen sie sich in ihrer beruflichen Praxis wenden können“, so Jungmair.
eines vorweg feststellbar, alles das was in einer medienöffentlichen zeit wie jetzt, nicht präsentiert, nicth disktuiert und nicht dargestellt wird, das findet auch so nicht statt. deshalb ist kommunikation, das wurde auch aus dem prozess herausgefiltert, ein wesentliches thema, auch für die zukunft. erste schritt in 2021.
thema bürokratieabbau ein wesentliches. müssen schritte vorwärtssetzen um druck von den betrieben nimmt.


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