Ausbau der Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung bis 2025
OÖ. Der rasche Ausbau der dringend benötigten Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung ist ein zentraler Schwerpunkt der oö. Landespolitik. Für 2023 bis 2025 wurde nun die Schaffung von weiteren 300 Wohnplätzen beschlossen.

Als erster Schritt wurde der Ausbau von 419 Wohnplätzen bis Ende 2021 fixiert. Ende letzten Jahres erfolgte dann die Vereinbarung über zusätzliche 100 Wohnplätze bis Ende 2022. Zuletzt präsentieren Landeshauptmann Thomas Stelzer und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer das Ausbauprogamm für die Jahre 2023 bis 2025 mit weiteren 300 Wohnplätzen.
„In Oberösterreich wird soziale Verantwortung gelebt. Schon jetzt stellt kein anderes Bundesland mit knapp 4.500 Betreuungsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung mehr zur Verfügung als Oberösterreich“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer. „Menschen mit Beeinträchtigungen gehören in die Mitte unserer Gesellschaft und haben das Recht von ihr unterstützt zu werden. Die 300 neuen Wohnplätze sind ein weiterer Baustein dieser Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Familien.“
„Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, den weiteren Ausbau von dringend benötigten Wohnplätzen zu fixieren und bedanke mich für die Zusage der finanziellen Mittel für den Bau und den Betrieb der zusätzlichen Wohneinrichtungen. Wir können nun rechtzeitig mit den Planungen beginnen und unsere langfristige Strategie für den Ausbau der Angebote im Chancengleichheitsgesetz umsetzen. Wir achten dabei immer auf einen guten Mix bei den Wohnangeboten. Nur so können wir den unterschiedlichen Bedürfnissen angemessen begegnen“, sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.
Ausbauprogramm im Detail
Um dem Prinzip der De-Institutionalisierung nach der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden, wird beim Bau von neuen Wohnplätzen auf eine maximale Größe von 20 Plätzen pro Einrichtung geachtet. Damit soll die soziale Teilhabe leichter ermöglicht werden, aber auch eine wirtschaftliche Größe garantiert sein. Bei der konkreten Standortentscheidung bezüglich Gemeinde bzw. Stadtteil wird unter anderem die Nähe zu bestehenden Werkstätten der Fähigkeitsorientierten Aktivität mit der Intension der Ersparnis von Transportkosten berücksichtigt.
Insgesamt teilen sich die 300 Wohnplätze oöweit auf in 42 integrative Wohnplätze, 24 Plätze für Kinder und Jugendliche, 12 Plätze alternative Wohnformen, 8 Intensivplätze für Personen mit Autismus bzw. psychiatrischer Erkrankung, 18 Plätze Sucht, 30 Plätze begleitetes Wohnen für Menschen mit Behinderungen, 32 Plätze begleitetes Wohnen für Menschen mit einer psychiatrischen Diagnose, 54 vollbetreute Plätze für Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung und 80 vollbetreute Plätze für Menschen mit Behinderungen.
Für den Ausbau der Wohnplätze in den Jahren 2023 bis 2025 sind in Summe 70 Millionen Euro seitens des Landes vorgesehen, wobei rund 12,8 Millionen Euro auf einmalige Investitionskosten für den Bau neuer Einrichtungen entfallen. Die verbleibenden Mittel sind für den laufenden Betrieb der Einrichtungen vorgesehen und fallen damit auch über das Jahr 2025 hinaus an.


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26.07.2021 11:55
Wohneinrichtungen mit 20 Wohnplätzen entspricht NICHT der UN
Wohnheime zu bauen, entspricht nicht den Stardards der UN-Behindertenrechtskonvention und noch weniger dürfen dafür EU-Gelder verwendet werden! Erst kürzlich stand OÖ als Negativbeispiel in den Medien und wird momentan auf EU-Ebene überprüft, ob hier (ELER-)Gelder zweckwidrig verwendet wurden. Warum ist das so schwer zu begreifen, dass auch Menschen mit Behinderungen, wie jeder andere auch, innerhalb eines normalen Wohnverbandes (alleine, mit selbst gewählten MitbewohnerInnen in privaten WG, in kleinen von Einrichtungen getragene Wohngruppen mit max. 4-6 Personen im Eigenmanagement) leben wollen? Auch dort kann es individuelle Hilfsangebote geben, die in der Regel insgesamt billiger kommen würden als ein Heim. Gerade die Zeit der Pandemie hat gezeigt, dass Heime ein großes Risiko mit sich bringen dass BewohnerInnen erkranken, auch wenn sie länger von Isolation betroffen waren als der Rest der Menschheit, der in Wohnungen lebt. Aber für so einen Paradigmenwechsel muss man endlich beginnen, überall barrierefrei zu bauen. Und da ist OÖ rückschrittlich, was sich u.a. darin zeigt, dass zwar viel gebaut wird, aber vorsätzlich nicht so hoch gebaut, dass ein Lift eingebaut werden muss - nicht einmal bei Neubauten!