Linzer Innovationswettbewerb: 15.000 Euro für die beste Bulgariplatz-Idee
LINZ. Der Linzer Innovationspreis für Stadtentwicklung (LIP) geht in die fünfte Runde. Der von Gemeinderat Lorenz Potocnik 2016 initiierte Wettbewerb sucht in seiner finalen Auflage Ideen für eine Neugestaltung des Bulgariplatzes. „Lasst uns den Bulgariplatz völlig neu denken“, lädt Potocnik im Interview ein.

Warum soll der Bulgariplatz überhaupt neu gestaltet werden?
Potocnik: „Der Begriff „Verkehrshölle“ trifft es wohl am ehesten, wenn man über den Linzer Bulgariplatz spricht: Insgesamt sieben Straßen treffen hier zusammen, der Individualverkehr rast mit hohem Tempo über den eigentlich sehr großzügig angelegten Platz, der das Potenzial zu einem echten Stadtteilzentrum hätte. Den Bulgariplatz könnte man völlig neu denken, etwa mit mehr Grün, Rückzugszonen und Aufenthaltsqualität. Der fast zwei Fußballfelder große Platz lässt viel Spielraum für innovative Ideen: Aktuell teilen allerdings sieben Zu- und Abfahrten den Bulgariplatz in viele kleine, nicht nutzbare Inseln und Restflächen. Diese sind zu Fuß kaum oder gar nicht erreichbar, die Aufenthaltsqualität liegt bei null. Außerdem ist es derzeit viel zu laut.“
Der Linzer Innovationspreis soll die Weiterentwicklung des Bulgariplatzes „anschieben“, aber wie realistisch ist es wirklich, dass aus den eingereichten Ideen ein echtes Projekt wird?
Potocnik: „Dass am Ende wieder ein großer Wurf stehen könnte, beweisen die bisherigen Ergebnisse der ersten vier Auflagen des hoch dotierten Innovationswettbewerbs. Das bekannteste Projekt ist dabei die Linzer Donauinsel, die 2017 als vielbeachteter Sieger hervorging, in Planung ist und kurz vor der Umsetzung steht. Als Preisgeld stehen diesmal 15.000 Euro zur Verfügung. Innovative Ideen von kreativen Bürgern sind das wertvollste Gut, das eine Stadt zur Verfügung hat, das gehört auch entsprechend gewürdigt.“
Woher kommen die 15.000 Euro Preisgeld?
Potocnik: „Die 15.000 Euro zwacken wir von der NEOS-Mandatarinnenförderung ab und stellen sie dieser sinnstiftenden Idee, die der Allgemeinheit zugutekommt, zur Verfügung. Gewinner ist dabei die Stadt Linz, denn die Ideen kommen der Allgemeinheit zugute – und werden bei entsprechender Mehrheit im Gemeinderat auch umgesetzt – siehe Donauinsel.“
Wer kann beim Ideenwettbewerb mitmachen?
Potocnik: „Mitmachen kann jeder – von der Privatperson über Studenten bis hin zu Agenturen, Künstlern und kreativen Köpfen aller Art. Die Preisgeldvergabe liegt dabei im Ermessen einer völlig unabhängigen Jury, für die Anrainer und Experten aus dem Bereich Stadtentwicklung, Mobilität und öffentliches Leben gewonnen werden. Mitmachen ist ganz einfach. Egal ob in Textform, in Bildern, als Grafik, Film, Zeichnung oder visualisierte Präsentation: Es kommt nicht nur auf Hochglanz, perfekte 3-D-Modelle oder Computeranimationen, sondern auf die Idee und das Projekt als Ganzes an.“
Wie stellen Sie sich persönlich das Endergebnis vor?
Potocnik: „Am Ende dieses Prozesses könnte ein begrünter Kreisverkehr mit stark reduziertem Straßenanteil (ohne nennenswerte Verringerung des Durchflusses) stehen, in dessen Mitte sich ein großer Park befindet. Die Straßenbahn könnte bereits ein paar hundert Meter vor dem Platz unter der Erde verschwinden, um mehr Gestaltungsraum und weniger Verkehrs-Kreuzungspunkte zu schaffen. Der Bulgariplatz hätte das Zeug zu einem urbanen Treffpunkt nach internationalem Vorbild. Es wäre auch ein Leuchtturmprojekt auf dem Weg zur Klimahauptstadt. Abgesehen davon, hat das Viertel nur sehr wenig Grünflächen, das soll sich ändern.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden