Oberösterreich will neue MR-Geräte für fünf Regionalkliniken
OÖ/WIEN. Fünf weitere Magnetresonanz-Geräte für die Regionalkliniken in Bad Ischl, Freistadt, Kirchdorf, Schärding und Grieskirchen fordert LH-Stellvertreterin Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander und will dafür rasch die zuletzt in Stocken geratenen Verhandlungen mit der ÖGK als Partner – wie beim Vorbild Rohrbach – wieder aufnehmen.

„Oberösterreich liegt in der einwohnerbezogenen MR-Versorgung mittlerweile österreichweit an letzter Stelle, die regionale Verteilung an MR-Geräten ist sehr unterschiedlich, mit einer starken Konzentration auf den Zentralraum Linz“, erklärt Christine Haberlander den Jetzt-Stand. 12 der laut Großgeräteplan insgesamt 23 Geräte stehen in Linz.
Der Planungsrichtwert im österreichischen Strukturplan Gesundheit ist eine Erreichbarkeit in 45 Minuten. Die ist derzeit in den Einzugsgebieten der Regionalkliniken Bad Ischl, Freistadt, Kirchdorf und Schärding und Grieskirchen nicht oder nur bedingt gegeben. Genau für diese Standorte werden deshalb neue Geräte eingefordert.
9 bis elf Wochen durchschnittliche Wartezeit
Die durchschnittliche Wartezeit auf eine MRT-Behandlung liegt in Oberösterreich bei 9 bis elf Wochen. In Sachen Einwohnerzahl auf ein MR-Gerät liegt OÖ bei einem Wert von 64.795, Wien bei 43.364 oder Niederösterreich bei 62.000. Der Österreich-Schnitt beträgt 50.863.
Diagnostik in den Regionen verstärken
„Unsere Regionalkliniken Bad Ischl, Freistadt, Kirchdorf und Schärding können ihren regionalen Versorgungsauftrag nur dann optimal erfüllen, wenn auch die bildgebende Diagnostik entsprechend vor Ort erbracht werden kann. Zudem ist eine zeitgemäße Diagnostikverfügbarkeit essentiell, um als Ausbildungsstelle im medizinischen Bereich attraktiv zu bleiben“, ergänzt Franz Harnoncourt, Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖG.
MR Rohrbach als Vorbild der Zusammenarbeit
Im Klinikum Rohrbach ist seit mehr als zwei Jahren ein hochmoderner Magnetresonanztomograf (MRT) im Einsatz. „Sowohl stationäre als auch zugewiesene ambulante Patienten, die Versicherten, profitieren von der Leistung. Um das Gerät optimal auszulasten und den Bewohnern der Region ein Pendeln zu den MR-Standorten im Zentralraum zu ersparen, kooperiert das Spital direkt mit zuweisenden Ärzten. Das Gerät steht im Krankenhaus, Betreiber ist das Krankenhaus, für die Versorgung zugewiesener Versicherter zahlt die Sozialversicherung Tarife“, so Haberlander, die das Beispiel Rohrbach weiter ausrollen will: „Unser Ziel ist weiterhin, die Verhandlungen mit der ÖGK wiederaufzunehmen und die erfolgreichen Kooperationsmodelle auszurollen.“ Die Verhandlungen seien zuletzt ins Stocken geraten.
„Nehmen dafür auch Geld in die Hand“
Die Gesundheits-Landesrätin strebt die Aufteilung der Kosten vor. „Wir würden dafür natürlich auch Geld in die Hand nehmen.“ Pro Standort würden jeweils Umbauarbeiten in Höhe von bis zu 2 Millionen Euro, das Gerät selbst, das rund eine Million Euro kostet sowie rund 800.000 Euro für den jährlichen Betrieb fällig sein.
Zur Magnetresonanz-Versorgung:
Für die Erzeugung von MRT-Bildern werden, anders als etwa bei der Computertomografie, keine Röntgenstrahlen genutzt, sondern Magnetfeld- und Radiowellen. Magnetresonanztomographie ist ein faszinierendes Verfahren, das ohne Strahlenbelastung für die betroffenen Patienten Schnittbilder des Körpers mit höchster Detailgenauigkeit liefert. Bei Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates wie Knochenbrüche, Muskel- und Gelenksverletzungen, aber auch bei neudrogenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson liefert die Magnetresonanz die optimale Grundlage für Diagnosen.


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