Linzer Start-up gewinnt VCÖ-Mobilitätspreis
LINZ/WELS/GMUNDEN. „Nachahmung empfehlenswert“, betonte Landesrat Günther Steinkellner bei der Verleihung des VCÖ-Mobilitätspreises, der unter dem Motto „Aufbruch in der Mobilität“ stand. Der Sieg ging an das Linzer Startup Triply für die Entwicklung einer intelligenten Software für die Organisation von Event Shuttles. Prämiert wurden weiters carsharing.link, die Plattform für überregionales Carsharing, das Traunstein Taxi und die Wohnhausanlage Hygge in Wels.

Veranstaltungen in den Regionen führen zu erhöhtem Verkehrsaufkommen, Staus können die Folge sein, ebenso schwere Unfälle auf der Heimfahrt. Eine Lösung sind Event Shuttles Das Linzer Startup Triply hat eine Software entwickelt, die Besucherströme von künftigen Veranstaltungen errechnet und das dafür nötige Transportkonzept erstellt. Im Vergleich zur manuellen Planung bringt die automatisierte Abwicklung laut Triply eine Zeitersparnis von rund 80 Prozent. Erprobt wurde die Software bereits bei Veranstaltungen für bis zu 6.000 Personen, „aber auch Festivals mit 100.000 Gästen werden kein Problem sein“, so Co-Founder Sebastian Tanzer, eben weil die Planung automatisiert läuft und die Software zudem bei jeder Veranstaltung dazu lernt.
„Dieses innovative Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung mithelfen kann, die Mobilität klimaverträglicherer, sicherer und effizienter zu machen“, gratulierte VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak, der den VCÖ-Mobilitätspreis OÖ gemeinsam mit Landesrat Günther Steinkellner und Elisabeth Hufnagl von der ÖBB-Personenverkehr AG überreichte.
Traunstein Taxi als vorbildliches Projekt prämiert
Das Traunstein-Taxi wurde 2019 vom Tourismusverband Traunsee-Almtal gegründet. Mittlerweile gibt es 195 Haltestellen in 18 Gemeinden. Die Traunstein-Taxis verkehren auf 15 Routen täglich zwischen 7 und 20 Uhr. Das Angebot richtet sich sowohl an die lokale Bevölkerung als auch an Ausflugs- und Urlaubsgäste. Die Kosten werden zu jeweils einem Drittel von den Gemeinden, vom Tourismusverbund und über den Ticketverkauf von den Fahrgästen abgedeckt. Je nach Länge der Fahrt kostet sie vier bis sieben Euro, Kinder unter sechs Jahren fahren gratis, zwischen sechs und 14 Jahren zum halben Preis und für Familien gibt es eine ermäßigte Familienkarte. Die Fahrt ist spätestens eine Stunde vorher anzumelden.
„Die Anrufsammeltaxis ergänzen den öffentlichen Linienverkehr und bieten den Gästen und der einheimischen Bevölkerung einen lückenlosen Anschluss. Das nützt der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt“, betont VCÖ-Geschäftsführer Nowak.
Auch überregionales Carsharing prämiert
„Zweitautos sind im Schnitt nur eine halbe Stunde pro Tag im Einsatz, 23,5 Stunden am Tag sind sie keine Fahrzeuge, sondern Stehzeuge. Carsharing kann vielen Haushalten ein Zweitauto und damit Geld sparen. Und gemeinsam genutzte Autos reduzieren auch die Umweltbelastung. Denn schon die Herstellung verursacht viel CO2, bei Kleinwagen laut Umweltbundesamt rund 8.500 bis 11.000 Kilogramm“, macht VCÖ-Geschäftsführer Nowak aufmerksam.
In Oberösterreich gibt es bereits einige lokale Carsharing-Angebote, nämlich in Krenglbach, Bad Schallerbach, Wels, Marchtrenk und Thalheim. Mit carsharing.link werden diese erstmals über eine Plattform gebündelt. Der große Vorteil: Den Mitgliedern eines lokalen Anbieters stehen auch die Carsharing-Fahrzeuge der anderen Orte zur Verfügung. Der Startschuss erfolgte Ende Mai.
Auch radfahrfreundliche Wohnhausanlage in Wels prämiert
Das Wohnprojekt Hygge Wohnen besteht aus 26 Wohnungen und ist nicht nur in Holzbauweise, sondern auch sehr radfahrfreundlich gebaut. Vor den jeweiligen Wohnungstüren können Fahrräder sicher geparkt werden. Lift, Stiegenhaus und Laubengänge sind ausreichend breit, auch für Transporträder. Zusätzlich stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern Sharing-Fahrzeuge zur Verfügung: Zwei Elektro-Fahrräder, ein Elektro-Lastenrad und ein E-Auto. „Acht von zehn Alltagswegen beginnen, oder enden zu Hause. Das Mobilitätsangebot im Wohnumfeld bestimmt wesentlich, wie wir mobil sind“, erklärt VCÖ-Geschäftsführer Nowak.
„Mobilität treibt uns an, sie bewegt uns Menschen und ist der Innbegriff für unsere individuelle Freiheit. Um die Mobilität der Zukunft zu gestalten und nachhaltige Lösungen zu schaffen, braucht es jede Menge Hirnschmalz. Die Förderung von innovativen Ideen und umfassenden Konzepten ist essentiell, um ein exzellentes, Mobilitätsangebot in allen Regionen des Landes voranzubringen“, so Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner.
Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis will der VCÖ zeigen, dass es klimaverträgliche Lösungen für bestehende Verkehrsprobleme gibt. Auf der VCÖ-Website sind bereits mehr als 4.000 vorbildliche Projekte in einer Online-Datenbank zusammengefasst. In dieser können sich Gemeinden, Städte, Schulen, Unternehmen, Freizeit- und Tourismusbetriebe Anregungen holen, wie Verkehrsprobleme klimaverträglich gelöst werden können.


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