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OÖ. Neo-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verantwortet in seinem Ressort die Bereiche Soziales, Integration und Jugend. Im Gespräch mit Tips erzählt er, welche Schwerpunkte er setzen wird.

 (Foto: Land OÖ/Ernst Grilnberger)
(Foto: Land OÖ/Ernst Grilnberger)

Tips: Warum sind Sie die richtige Person für das Sozialressort?

Wolfgang Hattmannsdorfer: Ich durfte in der letzten Periode Sozial- und Integrationssprecher sein und habe mich schon bisher in die Gestaltung der Sozialpolitik eingebracht, unter anderem bei den Themen Demenzstrategie für OÖ und Bürokratieabbau für Pflegemitarbeiter. Jetzt habe ich die Chance, diese Punkte umzusetzen und Sozialpolitik zu gestalten. Was ich zusätzlich mitbringe ist meine praktische Erfahrung als Aufsichtsratsvorsitzender des Hilfswerk OÖ und als Vizepräsident des Hilfswerk International. Ich kann die politische und praktische Welt verbinden.

Tips: Gegen den Fachkräftemangel in der Pflege schlagen Sie unter anderem ein Herabsetzen des Einstiegsalters zur Ausbildung, bessere Möglichkeiten für Umsteiger, die Umsetzung eines Lehrberufs Pflege aber auch Entbürokratisierung vor. Warum fehlt das vielfach geforderte höhere Gehalt in Ihrem Programm?

Hattmannsdorfer: Es gab im Jahr 2020 ein sehr umfassendes Gehaltspaket, das einstimmig von Landeshauptmann und den Gewerkschaften verabschiedet wurde. Das Gehalt ist immer ein Thema, aber es geht auch um Rahmenbedingungen und um die Frage, habe ich ausreichend Zeit, meiner Leidenschaft nachzugehen, nämlich Menschen zu betreuen. Ich glaube, dass ein Job im Sozialbereich ein sehr sinnstiftender Job ist, und dieses Bild gilt es auch zu transportieren. Unser Ziel muss sein, dass ein Job im Sozialbereich genauso cool ist für junge Menschen wie App-Programmierer zu werden. 

Tips: Man hört von Corona-Ansteckungen in Heimen, weil das Personal teilweise nicht geimpft ist. Können Sie sich eine Impfpflicht in den Alten- und Pflegeheimen vorstellen?

Hattmannsdorfer: Nein, ich bin gegen eine Impfpflicht. Ich bin dafür, dass wir alles tun, um klarzumachen, dass die Impfung die einzige Möglichkeit ist, das Virus zu besiegen. 77 Prozent der impfbaren Bewohnerinnen und Bewohner haben schon den dritten Stich bekommen und im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter signifikant häufiger immunisiert.

Tips: Ein Ausbau der mobilen Pflege und mehr Angebote für Tages- und Kurzzeitbetreuung sollen pflegende Angehörige entlasten. In Würde altern und sterben muss man sich leisten können …

Hattmannsdorfer: Die Bundespflegereform soll sich schwerpunktmäßig mit der Finanzierung dieser Punkte beschäftigen. Ich erwarte mir, dass es bald konkrete Ergebnisse gibt, von der finanziellen Beteiligung des Bundes an der Pflegefinanzierung bis hin zu Maßnahmen wie der Erhöhung des Zuschusses für die 24-Stunden-Betreuung. Es muss auch die Möglichkeit geschaffen werden, dass mehrere Leute sich eine Person teilen. Das funktioniert in der Praxis, ist jedoch illegal – das gehört legalisiert. Ich bin auch für die Weiterentwicklung des Bundespflegegeldes und zwar für einen Aufschlag für Personen, die zu Hause gepflegt werden, um zusätzliche mobile Dienste zukaufen zu können.

Tips: Im Bereich der Integration planen Sie, Förderungen an die deutsche Sprache zu knüpfen. Müssen zum Beispiel Integrationsvereine um ihre Existenz fürchten?

Hattmannsdorfer: Die klare Leitlinie lautet: Integration durch Deutsch. Integration kann nur dann gelingen, wenn wir uns auf eine gemeinsame Sprache verständigen. Es wird niemandem die Muttersprache verboten, ich halte sehr viel von der Mehrsprachigkeit. Jeder Integrationsverein ist eingeladen, darüber nachzudenken, wie er mit seinen Angeboten einen Beitrag leisten kann, dass alle ein Stück besser Deutsch sprechen. Niemand muss sich fürchten.

Tips: Was haben Sie bei Ihren Vorgängern im Bereich der Integration vermisst?

Hattmannsdorfer: Wir haben in meiner Wahrnehmung sowohl mit Rudi Anschober bei der Erstellung eines Integrationsleitbildes, als auch mit Stefan Kaineder beim Maßnahmenpaket gegen Extremismus gut zusammengearbeitet. Es gibt in der Sache viele Überschneidungen. Ein großer Unterschied ist, dass ich Probleme klar beim Namen nenne. Und wenn wir Integrationsprobleme haben, dann spreche ich das an. Das Ziel ist eine Gesellschaft, die sich miteinander verträgt, die zusammenhält, und dafür braucht es die deutsche Sprache.


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