Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Zeichen gegen Gewalt an Frauen: LDZ und Spitäler der OÖ Gesundheitsholding leuchten in Orange

Nora Heindl, 24.11.2021 14:01

LINZ. Aktuellen Zahlen des Gewaltschutzzentrums OÖ gab es 2020 insgesamt 1.266 Anzeigen im Bezug auf häusliche Gewalt (276 bei männlichen Opfern und 990 bei weiblichen Opfern). Jede Anzeige ist eine zu viel, daher setzt das Land OÖ ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und leuchtet das Landesdienstleistungszentrum (LDZ) sowie alle Spitäler der OÖ Gesundheitsholding im Rahmen der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ von 25. November bis 10. Dezember Orange aus.

LH Thomas Stelzer und LH-Stv. Christine Haberlander (Foto: Land OÖ/Lisa Schaffner)
LH Thomas Stelzer und LH-Stv. Christine Haberlander (Foto: Land OÖ/Lisa Schaffner)

Orange ist die Farbe der UN Women Kampagne ‚Orange the World‘ unter anderen in Kooperation mit Soroptimist International, dem Bank Ki-Moon Center und HeforShe Graz und steht für ein Ende von Gewalt an Frauen. Im Rahmen dieser Kampagne werden während der ‚16 Tage gegen Gewalt an Frauen‘ weltweit Gebäude orange bestrahlt. Auch Oberösterreich setzt ein sichtbares Zeichen und lässt von 25. November bis 10. Dezember erstmals das Landesdienstleistungszentrum und auch alle oö. Regionalspitäler der OÖ Gesundheitsholding in Orange erstrahlen. „Damit setzen wir ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen“, betonen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Frauenreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (beide ÖVP).

Beinahe jede fünfte Frau in Österreich ist zumindest einmal in ihrem Leben von physischer oder sexueller Gewalt betroffen. Die allgegenwärtige Corona-Pandemie verstärkt die häusliche Gewalt zusätzlich. „Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig Beratungsangebote für Frauen sind, um negativen Auswirkungen präventiv und rechtzeitig entgegenzuwirken. Die Öffentlichkeit und die Gesellschaft dürfen Übergriffe und Gewalt an Frauen in keinster Art und Weise tolerieren. Die betroffenen Frauen müssen ermutigt werden, Gewalt nicht einfach hinzunehmen, sondern sich an kompetente Stellen zu wenden, denn besonders schlimm ist das Schweigen“, führen Stelzer und Haberlander weiter aus.

Opferschutzgruppen in Krankenhäusern

Mehr als 60 Krankenhäuser in ganz Österreich – darunter auch alle Kliniken der OÖ Gesundheitsholding – unterstützen die Kampagne heuer wieder mit einer Beleuchtung, oder der Verteilung von Informationsmaterialen dazu. In den Kliniken sind auch Opferschutzgruppen eingerichtet. Ziel dieser ist es, Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren, Opfer von häuslicher Gewalt zu erkennen und frühzeitig darauf zu reagieren. Die betroffenen Patientinnen und Patienten können auf kompetente und diskrete Unterstützung in Form von Beratung, Information und Weitervermittlung an Gewaltschutzeinrichtungen in Oberösterreich vertrauen.

Zudem entwickelten Expertinnen aus den Fachbereichen Medizin, Pflege, Klinische Sozialarbeit und Recht der OÖG-Regionalkliniken ein neues E-Learning-Modul „Umgang mit gewaltbetroffenen Patientinnen und Patienten – Erkennen. Ansprechen. Versorgen. Spuren sichern“. Dieses computergestützte Training steht allen interessierten Mitarbeitern der OÖG und KUK zur Verfügung.

Ausreichend Schutzangebote für Frauen schaffen

2018 wurde im Rahmen der damaligen Zuständigkeit von SPÖ-Landesrätin Birgit Gerstorfer für die Frauenagenden in der Oö. Landesregierung das Programm „Frauen.Leben 2030“ aufgesetzt, darin enthalten ein Ausbauprogramm für Frauenhäuser in OÖ. Neben der Neuerrichtung der Frauenhäuser in Ried im Innkreis und Steyr wird es in Braunau im kommenden Jahr den Spatenstich für ein weiteres neues Frauenhaus geben. Weitere Häuser wären für das Mühlviertel und Salzkammergut geplant gewesen. Mittels Initiativantrag hat die SPÖ die Landesregierung aufgefordert, Frauenhausplätze sowie Frauenübergangswohnungen in Oberösterreich konsequent auszubauen.

„Oberösterreich hinkt bei flächendeckenden Schutzangeboten noch immer hinterher. Die bereits geplanten Projekte in Steyr, Ried, Braunau, Mühlviertel und im Inneren Salzkammergut sind in den nächsten Jahren konsequent umzusetzen“, verlangt SP-Frauensprecherin Renate Heitz, und weiter: „Es ist ein verheerendes Signal, dass Türkis-Blau in ihrem Regierungsprogramm die Frauenpolitik in Oberösterreich lapidar zur Querschnittsmaterie erklärt und sogar den Ausschuss für Frauenangelegenheiten abgeschafft hat. Das lässt mich nichts Gutes ahnen.“

„Mord ist die letzte und extremste Eskalationsstufe einer meist langen Gewaltgeschichte. Wie hoch die Zahlen gewalttätiger Übergriffe in den eigenen vier Wänden tatsächlich sind, kann nur geschätzt werden, denn sie werden von den Opfern oft nicht angezeigt. Der neuerliche Lockdown verschärft die gefährliche Lage der Frauen, die in toxischen Partnerschaften leben, wieder massiv. Die Politik darf nicht länger tatenlos zusehen, sie muss endlich auf die Expertinnen hören“, sagt SP-Vorsitzende Birgit Gerstorfer anlässlich des 2. Gewaltschutzgipfels in Wien. Bei diesem präsentierte Frauenministerin Susanne Raab eine Studie zu den Frauenmorden, die bestätige, dass Gewalt gegen Frauen keine Frage der Herkunft der Täter sei, sondern eine der patriarchalischen Strukturen in unserem Land. Der Gipfel am Dienstag habe aber wieder kein Bekenntnis der Bundesregierung zum massiven Ausbau des Gewaltschutzes gebracht.

Gerade in Zeiten von Corona ist es besonders notwendig, Mädchen und Frauen, die einsam sind oder sich anderen Herausforderungen stellen müssen, bei individuellen Anliegen auch online zu unterstützen. Deshalb wurde vergangenes Jahr die Online-Frauenberatung Oberösterreichins Leben gerufen.
Nähere Infos zu den unterschiedlichen Angeboten findet man direkt beim Frauenreferat des Landes OÖ oder auf der Homepage unter

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden