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"Wir verlangen endlich Taten statt schöner Worte": Protest vor Linzer Spitälern

Nora Heindl, 24.02.2022 12:55

LINZ. Heute, 24. Februar, um 12.05 Uhr setzte auch in Linz vor den Krankenhäusern der Barmherzigen Schwestern und Brüder das Spitalspersonal ein Zeichen gegen Arbeitsüberlastung, für eine bessere finanzielle Ausstattung des Gesundheitswesens, für mehr Personal und mehr Ausbildungsplätze. Stellvertretend für die akut fehlenden Kollegen stellten die Beschäftigten Pappkameraden vor das Krankenhaus, die daran erinnern sollen, wie groß die Personalnot in den oberösterreichischen Spitälern ist.

 (Foto: ÖGB OÖ)
(Foto: ÖGB OÖ)

Aufgerufen dazu hatte die „Offensive Gesundheit“, ein Zusammenschluss der Arbeiter- und Ärztekammer sowie der Gewerkschaften im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich. Die „Offensive Gesundheit“ startet damit auch die parlamentarische Bürgerinitiative „Achtung Gesundheit! Es ist 5 nach 12!“, die gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich einfordert.

„Seit Jahren fordert das Personal lautstark Verbesserungen für die Beschäftigten im Gesundheitswesen, aber unsere Hilferufe verhallen ungehört“, sagt Erwin Deicker, Betriebsratsvorsitzender im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz. „Nun setzen wir den nächsten Schritt und fordern die Bevölkerung auf, uns zu unterstützen und die Bürgerinitiative zu unterschreiben.“

Mit Unterschrift unterstützen

Ab sofort kann jede interessierte Person durch ihre Unterschrift die parlamentarische Bürgerinitiative unterstützen, indem sie auf der Website www.offensivegesundheit.at das Formular herunterlädt und danach unterschrieben retourniert. In einem zweiten Schritt, sobald die Bürgerinitiative mit diesen ersten Unterstützungen beim Parlament eingereicht wurde, wird die Unterschrift digital möglich sein.

Da die ausreichende Versorgung der Bevölkerung unter den gegenwärtigen Umständen nicht mehr gewährleistet werden könne, fordert man im Rahmen der Bürgerinitiative folgende Punkte:

  • Umgehend mehr finanzielle Mittel für das Gesundheitswesen und den Ausbau der Langzeitpflege, um die dringendst notwendigen Reformen, unter Einbeziehung der relevanten Stakeholder, rasch umsetzen zu können
  • Umgehende Besetzung vakanter Stellen im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich sowie eine zusätzliche Aufstockung des Personals
  • Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen für alle Berufsgruppen, die im Gesundheitswesen und in der Langzeitpflege benötigt werden
  • Umgehende Verbesserung der Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Etablierung einer österreichweiten evidenzbasierten Personalbedarfsberechnung sowie verbindliche Kriterien für die Personaleinsatzplanung als Sofortmaßnahme (Stichwort: keine Nachtdienste allein!)
  • Existenzsichernde finanzielle Entschädigung aller Auszubildenden sowie Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger in den Gesundheits-, Betreuungs- und Sozialberufen
  • Anerkennung von berufsbedingter Arbeit an kranken, beeinträchtigten und pflegebedürftigen Menschen als Schwerarbeit sowie Einführung eines Überbrückungsmodells für Menschen, die aufgrund permanenter Belastungen insbesondere durch Nachtarbeit ein Regelpensionsalter von 65 Jahren schwer erreichen können
  • Flächendeckende Umsetzung der Nachtschwerarbeitsstunden im Krankenhaus sowie in stationären Pflege- und Betreuungseinrichtungen

„Das gesamte Personal im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich ist aufgrund der Personalknappheit sowie unzumutbarer Arbeits-, Aus- und Weiterbildungsbedingungen seit Jahren überlastet, sodass ein systemkritischer Punkt bereits überschritten wurde“, betont die „Offensive Gesundheit“.

„Wir verlangen von den politisch Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene endlich Taten statt schöner Worte. Die Beschäftigten brauchen endlich eine Entlastung“, sagt Deicker.


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