Ukraine-Krieg: Borealis lehnt Angebot für Stickstoffgeschäft ab
LINZ. Borealis lehnt ein 455 Millionen Euro-Angebot für ihr Stickstoffgeschäft ab. Hintergrund: die Sanktionen gegen Russland.

Am Standort Linz sind die Melamin- und Pflanzennährstoffproduktion, das internationale Forschungs- und Entwicklungszentrum (Innovation Headquarters - IHQ) und die Business Support Bereiche des Borealis-Konzerns beheimatet. Für das Stickstoffgeschäfts von Borealis, welches Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte umfasst, hat die Borealis am 2. Februar von der EuroChem ein verbindliches Angebot erhalten. Dieses belief sich auf 455 Millionen Euro. Nun hat der Konzern beschlossen, das verbindliche Angebot von EuroChem für den Erwerb des Stickstoffgeschäfts von Borealis, welches Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte umfasst, abzulehnen.
Sanktionen als Grund für Ablehnung
EuroChem ist einer der größten Düngemittelhersteller der Welt - das Unternehmen wird zu 90 Prozent vom russischen Industriellen Andrey Melnichenko kontrolliert. „Wir haben die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und den verhängten Sanktionen eingehend geprüft“, sagt Thomas Gangl, Vorstandsvorsitzender von Borealis. „Infolgedessen haben wir beschlossen, das Angebot von EuroChem für den Erwerb des Stickstoffgeschäfts von Borealis, welches Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte umfasst, abzulehnen.“
Borealis wird nun verschiedene Optionen für die Zukunft des Geschäfts für Pflanzennährstoffe, Melamin und technischen Stickstoff prüfen.
Achleitner: Investorensuche wichtig für Standort
„Aufgrund des schrecklichen Krieges in der Ukraine und den daraus resultierenden Sanktionen der EU war klar, dass auch der Verkauf der Borealis-Stickstoffsparte an den Konzern EuroChem nicht wie geplant vollzogen werden konnte. Daher habe ich auch gleich zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine gefordert, diesen Verkauf auf den Prüfstand zu stellen. Dass Borealis nun das Übernahmeangebot von EuroChem vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und den verhängten Sanktionen abgelehnt hat, war deshalb absehbar“, stellt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner zur aktuell erfolgten Absage des Verkaufs seiner Düngemittelsparte an EuroChem fest. Nun gehe es darum, rasch Alternativen zur Absicherung der Düngemittel-, Melamin- und Stickstoff-Produktion in Oberösterreich zu finden. denn die Düngemittel-Sparte sei ein wichtiger Bestandteil des Chemie-Standortes Oberösterreich. „Daher ist es vordringlich, dass rasch ein anderer strategischer Investor gefunden wird, der sicherstellt, dass die Düngemittelsparte sowie die Produktionsbereiche technische Stickstoffprodukte und Melamin der Borealis am Standort Oberösterreich erhalten bleiben. Denn nur so können die Arbeitsplätze und das Know-how gesichert werden.“


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