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LINZ. Immer wieder war der Linzer Hauptbahnhof in den Schlagzeilen, sogar zwei Runde Tische zur Sicherheit wurden abgehalten. Derzeit ist die Situation jedoch eher ruhig.

Die Polizei ist nach wie vor verstärkt beim Linzer Hauptbahnhof unterwegs. (Foto: Weihbold)
Die Polizei ist nach wie vor verstärkt beim Linzer Hauptbahnhof unterwegs. (Foto: Weihbold)

Gehäufte gewalttätige Zwischenfälle am Linzer Hauptbahnhof riefen 2017 die Politik auf den Plan: Es fanden zwei runde Tische statt. Auch arbeiteten ÖBB, Polizei und die Stadt Linz ein Sicherheitskonzept aus. „Uns ist wichtig, dass sich unsere Fahrgäste und Bahnhofsbesucher sicher und wohl fühlen. Um das zu erreichen, arbeiten wir eng mit der Stadt Linz, der Polizei und NGOs zusammen“, hieß es von Seiten der ÖBB-Infrastruktur AG. Der Angstraum beim Ausgang zum LDZ wurde entschärft: Die Geländer wurden durch eine Abgrenzung aus vertikalen Stangen ausgetauscht, um das Sitzen unmöglich und ein längeres Verweilen somit unattraktiv zu machen. „Ein Bahnhof ist immer ein Schmelztiegel“, schickt Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter im Gespräch mit Tips voraus. Dementsprechend sei die Polizei dort immer gefordert. Dennoch: Im vergangenen Jahr war es eher ruhig am Linzer Hauptbahnhof.

Neue Polizeiinspektion

Dies ist nicht zuletzt Corona geschuldet. Die Öffis wurden weniger genutzt, zum Teil gab es Ausgangssperren und die Lokale waren geschlossen. „Es war etwas leichter.“ Nichtsdestotrotz betont der Polizeichef: „Wir machen sehr viel. Wir haben mittlerweile dort eine Polizeiinspektion installiert.“ Ende Juni 2020 wurden die Umbauarbeiten für die Erweiterung der Polizeiinspektion am Linzer Hauptbahnhof abgeschlossen und der polizeiliche Vollbetrieb aufgenommen. Die Räumlichkeiten der bestehenden Polizeidienststelle wurden so von 454 Quadratmeter auf 640 Quadratmeter vergrößert. Rund 40 Polizisten versehen dort ihren Dienst. Doch auch die Zusammenarbeit mit den ÖBB lobt der Linzer Stadtpolizeikommandant: „Es macht auch die ÖBB sehr viel. Wir haben dort zum Beispiel eine Top-Videoüberwachung.“ Insgesamt rund 90 Kameras sollen besonders schlecht ersichtliche Nischen im Auge behalten.

120 zusätzliche Polizisten für Linz gefordert

„Sicherheit auf der einen Seite und das Sicherheitsgefühl auf der anderen - das sind zwei verschiedene Paar Schuhe“, gibt jedoch SP-Fraktionsvorsitzender Stefan Giegler zu bedenken. Daher fordert die SPÖ in einer Resolution im März-Gemeinderat 120 zusätzliche Polizisten für Linz. Denn: Rund 50 der ausgewiesenen 446 Planstellen sind nicht besetzt. Von Jänner bis inklusive November wurden in den zehn Linzer Inspektionen beachtliche 67.000 Überstunden - das entspricht 40 Vollzeitäquivalenten - geleistet. Hinzu kommen außerdem für übergreifende Aufgaben dienstzugeteilte, karenzierte oder in Ausbildung befindliche Beamte, die ebenfalls nicht für den Einsatz in den Stadtteilen zur Verfügung stehen, im Ausmaß von 32 Personen. Besonderes Anliegen: Mehr Polizeipräsenz in den wachsenden Stadtteilen Keferfeld-Oed, Ebelsberg und Pichling. „120 Beamte könnten ganze vier neue Polizeiwachzimmer besetzen, die wir vor allem im Süden von Linz benötigen“, unterstreicht auch FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml, der sich bereits für eine Aufstockung ausgesprochen hat. Unterstützung erhält das Anliegen auch von der LiÖVP. „Ich bin auch selbst tätig geworden und habe mich aktiv an das Innenministerium gewandt, um die Position der Stadt Linz zu vertreten“, betont der designierte ÖVP-Chef Martin Hajart.


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