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Scharfe Kritik an Quarantäne-Verkürzung vom Linzer Bürgermeister

Anna Stadler, 22.03.2022 16:49

LINZ/OÖ. Ab Mittwoch, 23. März sollen neue Corona-Regeln gelten: die Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen, sowie die Lockerung der Quarantäneregeln zumindest für Gesundheitspersonal. Während alle auf die Verordnung warten, wird speziell der zweite Punkt heiß diskutiert.

Bürgermeister Klaus Luger (Foto: Weihbold)
Bürgermeister Klaus Luger (Foto: Weihbold)

Mit scharfer Kritik meldet sich der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) in der aktuellen Covid-Maßnahmen-Diskussion zu Wort. Als „definitiv nicht nachvollziehbar“ bezeichnet das Linzer Stadtoberhaupt die Forderung des Salzburger Landeshauptmanns Wilfried Haslauer, die Covid-Quarantäne für das medizinische Personal generell auf fünf Tage herabzusetzen. Dass selbst Bundesminister Rauch gedenkt, sich damit auseinanderzusetzen, drehe die Spirale des Versagens der Gesundheitsminister weiter nach oben, so Luger. Der Linzer Stadtchef sieht Minister Rauch im Falle eines Einlenkens auf den Haslauer-Kurs als rücktrittsreif.

Luger: Pflicht der Bundesländer Testkapazitäten bereitzustellen

Seine scharfe Stellungnahme argumentiert der Linzer Bürgermeister damit, dass selbst nach fünf Tagen der festgestellten Corona-Infektion nicht gesichert sei, dass Erkrankte auch ohne Symptome nicht mehr ansteckend seien. Das Risiko, dass nach wie vor infizierte Mitarbeiter kranke Personen anstecken könnten, sei zu hoch. Wer dieses in Kauf nähme, handle schlichtweg verantwortungslos, denn für vorbelastete Menschen könnte eine Infektion mit dem Tod enden. Für Luger gäbe es nur eine Strategie: „Ohne entsprechenden Test mit einem CT-Wert über 30 darf niemand in das Arbeitsleben zurückkehren, schon gar nicht in das Pflege-, Gesundheits- oder Bildungswesen. Der Gesundheitsminister und die Bundesländer sind gefordert, endlich die benötigten Kapazitäten der Tests und des Verwaltungspersonals sicherzustellen. Denn die Forderungen Haslauers und einiger anderer Landeshauptleute hängt eben damit zusammen, dass die Testkapazitäten außerhalb Wiens zusammenbrechen und die entsprechenden Bescheide nicht mehr bearbeitet werden können. Nach zwei Jahren Krisenmanagement ist dieser Zustand erbärmlich“, schließt der Linzer Bürgermeister.

WKOÖ-Präsidentin für Verkürzung

Anders sieht das WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. Sie spricht sich dafür aus die Quarantäne zu verkürzen. „Wir haben jetzt viele Menschen, die ohne Symptome zu Hause sind und nicht arbeiten gehen dürfen und in Quarantäne bleiben müssen. Obwohl drei Mal geimpft, vielleicht schon einmal krank gewesen. Und das ist in der Masse einfach langfristig nicht mehr haltbar“, so Hummer. Sie fordert dementsprechend eine Analyse ob es noch sinnvoll ist, Menschen in Quarantäne zu schicken, die nicht krank sind. „Für uns war das ein Thema weil wir gesehen haben, wir sperren so viele Menschen zu Hause ein, ohne dass sie krank sind, ohne dass sie Symptome haben, und legen damit Betriebe lahm. Die Mitarbeiter, die in den Betrieben sind, sind damit schon überfordert. Manche Produktionsanlagen, das weiß ich aus der Großindustrie, wissen oft gar nicht mehr, wie sie Schichten aufrechterhalten können. Dementsprechend halte ich es für richtig, dass man, angesichts der Variante Omikron, genau diese Diskussion jetzt führt und ich halte es für richtig, dass der Gesundheitsminister so entscheidet.“


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