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ÖH will nach Rassismusvorfall bei Mensafest weitere Konsequenzen

Steiner Christoph, 27.04.2026 12:09

LINZ. Nach dem Rassismus-Vorfall bei einem Mensafest auf der Johannes Kepler Universität im vergangenen Dezember hielt die Hochschülerschaft nun eine Podiumsdiskussion ab und präsentierte ein Maßnahmenpaket samt Forderungen.

Rund 70 Personen nahmen an der Veranstaltung an der JKU teil. (Foto: ÖH JKU)
Rund 70 Personen nahmen an der Veranstaltung an der JKU teil. (Foto: ÖH JKU)

Wie berichtet hatten beim Weihnachtsmensafest mehrere Besucher zum Partyhit „L’Amour Toujours” von Gigi D’Agostino ausländerfeindliche Parolen, darunter „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus” gegrölt. Der Vorfall hatte damals österreichweit für Aufsehen gesorgt.

Podiumsdiskussion an der Uni

Gemeinsam mit dem Zentrum für Zivilgesellschaft - Verein für uns hielt die Hochschülerschaft nun eine öffentliche Podiumsdiskussion an der Johannes Kepler Universität Linz ab. Ziel der Veranstaltung war es, den Vorfall einzuordnen, strukturelle Ursachen zu beleuchten und konkrete Handlungsmöglichkeiten für Studierende aufzuzeigen. Rund 70 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. 

An der Diskussion nahmen Nedžad Moćević, Experte für Extremismusprävention und Zivilgesellschaft. der ÖH JKU-Vorsitzende Markus Frandl,  die stellvertretende  ÖH JKU-Vorsitzende Melanie Müller, sowie Ajlin Darwish von der Muslimischen Hochschüler_innenschaft (MÖH) teil.

Weitere Konsequenzen gefordert

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die strukturellen Schritte, welche die ÖH JKU als Reaktion auf den Vorfall eingeleitet hat. Dazu zählen insbesondere die Schaffung einer niederschwelligen Beratungsstelle für Studierende, die den Arbeitskreis für Gleichbehandlung (AKG) ergänzen soll, die von Diskriminierung betroffen sind, sowie der Beitritt zu mehreren Netzwerken gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Weiters bezog die ÖH JKU klar Haltung gegenüber dem Rektorat, von dem auch ausdrücklich die Einleitung weiterer Konsequenzen eingefordert wurde.

„Kein rechtsfreier Raum

„Der Vorfall beim Mensafest ist ein Armutszeugnis. Gleichzeitig zeigt er aber auch einen positiven Effekt: Endlich wird wieder verstärkt über solche Themen gesprochen. Rechtsextremismus macht längst auch vor Hochschulen keinen Halt. Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, zeigen die zahlreichen weiteren Vorfälle, die in den letzten Wochen an der JKU bekannt wurden. Die ÖH JKU wird sich konsequent auf die Seite jener stellen, die strukturell ausgeschlossen werden“, betonte Frandl.

„Eine Universität ist kein rechtsfreier Raum. Wir haben als ÖH JKU die Pflicht, alle Studierenden zu vertreten und das bedeutet, dass wir bei Rassismus und Ausgrenzung niemals schweigen dürfen. Die Beratungsstelle ist ein erster wichtiger Schritt, aber es braucht strukturelle Veränderungen, die über unsere Amtszeit hinauswirken”, ergänzte Müller.


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