„Technische Universität ist sehr gut investiertes Geld“
LINZ/OÖ. Mitten in die Diskussionen um die neue Technische Universität für Linz, die ab dem Studienjahr 2023/24 am JKU-Campus starten soll, wurde am Mittwoch eine WIFO-Studie präsentiert, die der neuen Uni große Chancen und Möglichkeiten für den Standort Oberösterreich bescheinigt.

Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (WIFO) betonte bei einer Pressekonferenz in Linz: „Wenn an einem Standort Forschung gemacht wird, profitieren die Unternehmen am meisten, die nahe diesem Standort liegen.“
Für solche Hebeleffekte – auch Spillovers genannt – brauche es aber auch die passenden Rahmenbedingungen: „Autonomie ist wichtig, aber auch universitärer Wettbewerb, dieser ist gut für den Forschungsstandort.“
Langfristige Effekte
Man braucht laut Felbermayr sicherlich einen langen Atem, um die Effekte zu sehen: „Das BIP wird nicht gleich um zwei Prozent steigen. Die ersten Absolventen werden erst in vier, fünf Jahren auf dem Markt sein, langfristig sind die Effekte, die man sich versprechen kann, hoch. Gewinne im BIP sind laut unserer Prognose groß: Eine TU mit 300 Vollbeschäftigten kann das BIP um 100 bis 200 Millionen Euro im Jahr erhöhen. Wenn man die Beträge sieht, um die es gerade geht, kann man sagen: Das ist sehr gut investiertes Geld. Die TU wird die Standortqualität in Ö verbessern, ist aber auch eine Chance für den ganzen Wissenschafts-Standort Oberösterreich und Ö.
Stelzer: „Entscheidende Phase für Standort Oberösterreich“
Landeshauptmann Thomas Stelzer fühlt sich durch diese Studie bestätigt und hält weiter an der Umsetzung der Technischen Universität für Digitalisierung fest: „Vom Klimaschutz über Mobilität und Sicherheit – Digitalisierung betrifft alle Bereiche unseres Lebens. Wir haben freilich einen ehrgeizigen Zeitplan. Ich bin aber weiter zuversichtlich, mit dem Studienjahr 2023/24 beginnen zu können.“
„Hochschullücke endlich schließen“
Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung OÖ: „Die TU schließt endlich die Hochschullücke, die es in Oberösterreich schon lange gibt. Zur Frage, wie bekommen wir die Studenten: Der Grundansatz hier ist, den Trichter aufzumachen, neue Zielgruppen für eine technische Uni zu gewinnen. Wir wollen einen größeren Kuchen backen, nicht den bestehenden Kuchen in immer kleinere Teile zu schneiden. In Summe hat die Uni-Gründung erhebliche Hebel-Effekte für den Standort Oberösterreich und Österreich.“


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