LR Achleitner will steuerfreien Zuverdienst für Pensionisten
OÖ/LINZ. Die Arbeitslosenquote in Oberösterreich geht zurück, der Bedarf an Fachkräften ist hoch. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner präsentierte die aktuellen Zahlen und hat eine Studie zum Thema „Zuverdienst in der Pension“ in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich sinkt in allen Altersgruppen. Ende Juli 2022 waren in Oberösterreich 27.704 Arbeitslose vorgemerkt, das sind 15,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Weniger Langzeitbeschäftigungslose
Hier gibt es aktuell 37,2 Prozent weniger Langzeitarbeitslose gegenüber dem Vorjahresmonat, die Zahlen sind niedriger als im Juli 2019, also vor Pandemiebeginn. Gestiegen ist jedoch die Zahl der offenen Stellen: „Die Lücke zwischen offenen Stellen und Arbeitssuchenden beträgt in Oberösterreich bereits mehr als 8.000“, erklärt Landesrat Achleitner. Auf zwei sofort verfügbare offene Lehrstellen kommt in Oberösterreich ein sofort verfügbarer Lehrstellensuchender.
Arbeitskräftemangel zieht sich durch alle Branchen
Arbeitskräfte in allen Branchen werden gesucht. Der „Pakt für Arbeit und Qualifizierung für Oberösterreich“ soll dem entgegenwirken. Der Pakt ist ein gemeinschaftliches Förderungsprogramm von Paktpartnern aus verschiedenen Sektoren und Verantwortungsbereichen des Landes Oberösterreich. Der Pakt soll die Grundlage dafür bieten, dass die benötigten Arbeitskräfte für die oberösterreichischen Betriebe zur Verfügung stehen.
„Wir haben ganz bewusst den heurigen ‚OÖ. Pakt für Arbeit & Qualifizierung‘ mit einem Rekordbudget ausgestattet: 350 Mio. Euro stehen 2022 in Oberösterreich für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung, um die Menschen für jene Jobs zu qualifizieren, für die dringend Fachkräfte gesucht werden“, so Achleitner. Zudem sollen Fachkräfte aus dem Ausland für Oberösterreich gewonnen werden.
Studie: Zuverdienst in der Pension
Beim MARKET INSTITUT gab Landesrat Achleitner eine Studie zum Thema ‚Zuverdienst in der Regelpension‘ in Auftrag. Damit soll ausgelotet werden, wie Pensionierte für eine Entlastung beim Fachkräftebedarf sorgen könnten. Das Pensionssystem an sich bliebe davon unberührt. Im Wesentlichen geht es um einen steuerfreien Zuverdienst für Pensionisten, die trotz Pensionierung freiwillig arbeiten wollen. Die Stimmungslage dazu wurde aus Blickwinkel der Pensionisten und der potenziellen Arbeitgeber im Rahmen der Studie untersucht. Dazu wurden 1.513 Interviews entweder telefonisch oder online durchgeführt.
Bei steuerfreiem Zuverdienst mehr Interessierte
Im derzeitigen System kann sich kaum jemand der Befragten (13 Prozent) vorstellen, ein paar Stunden pro Woche zu arbeiten. Bei steuerfreiem Zuverdienst wären es mit 25 Prozent immerhin fast doppelt so viele ehemalige Arbeitnehmer. Diejenigen, die bei steuerfreiem Zuverdienst „auf jeden Fall“ arbeiten würden, stellen sich dabei durchschnittlich 13 Stunden pro Woche vor.Achleitner sieht darin einen „Gamechanger“ für den Arbeitsmarkt und wünscht sich vom Bund eine Ausarbeitung eines Modells. Die Studie und der Vorschlag eines steuerfreien Zuverdienstes für Pensionisten wurden dem Finanzminister Magnus Brunner und dem Wirtschaftsminister Martin Kocher vorgelegt.


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