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LINZ/FREISTADT. Die Einwohner jeder Stadt können einen wertvollen Beitrag zu deren Klimapolitik leisten. Das internationale Projekt „Climate Campaigners“ erprobt sich in Linz und Freistadt an einem neuen Forschungsansatz: Mithilfe einer neuen Klima-App soll eine nachhaltige Lebensweise auf spielerische Art und Weise forciert werden.

Umweltstadtrat von Freistadt, Harald Schuh, Linzer Klimastadträtin Eva Schobesberger und Linzer Bürgermeister Klaus Luger (v.li.) freuen sich über die Einführung der Klima-App. (Foto: Michael Dworschak)

Jeder Einzelne kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mit dem EU-Projekt „Climate Campaigners“, an dem sich Linz, Freistadt und viele andere europäische Städte beteiligen, sollen Menschen beim konkreten Klimaschutz im Alltag mit einer Klima-App unterstützt werden. Die eigenen Einsparungen können in Echtzeit abgerufen, analysiert und mit anderen geteilt werden. Aktionswochen, in denen zum Beispiel Challenges mit Gewinnspielen stattfinden, sollen die Motivation steigern, mitzumachen. Das daraus entstehende Netzwerk birgt einen sozialen sowie kompetitiven Aspekt in Klimaschutzangelegenheiten und soll animieren, teilzunehmen.

Community gegen den Klimawandel

Seit 2021 sind auch Linz und Freistadt Teil der EU-Initiative „Climate Campagners“, die aktive Maßnahmen zur Reduktion von CO2 auf die teilnehmenden Städte abstimmt. Die Climate Campaigners-App wurde jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Im Social Feed besteht die Möglichkeit, Fotos zu laufenden oder absolvierten #CCchallenges zu posten und damit den Fortschritt bei den verschiedenen Aufgaben zu dokumentieren. Durch das Gruppen-Feature lassen sich Challenges auch im Freundeskreis oder mit Arbeitskollegen starten. Das Mitmachen bei den Lifestyle Challenges soll mit verschiedenen Anreizen wie Gutscheinen oder Eintrittskarten für Events belohnt werden. „Wer bei den Climate Campaigners mitmacht, wird Teil einer großen Klima-Community, die einiges in Bewegung setzen kann. Das Projekt liefert wichtige Daten und Erkenntnisse, die an verschiedenen europäischen Universitäten ausgewertet werden und europaweit als Basis für politische Handlungsempfehlungen dienen“, informiert der Linzer Bürgermeister Klaus Luger.

Leuchtturmstadt Linz

Die Stadt Linz setzt ihren Schwerpunkt auf Energie und Mobilität. Das Projekt „Campaigners“ steht dafür, sich als Bevölkerung die messbare Bekämpfung des Klimawandels zu setzten. Beinahe 30 nationale und internationale Organisationen beteiligen sich an diesem EU-Projekt. Die Stadt Linz zählt seit 2021 als eine der 13 Leuchtturmstädte des Projekts. „Die Bestrebung bis 2040 klimaneutral zu werden, erfordert neben der CO2-Reduktion bei den größten Treibhausgas-Emittenten auch einen grundlegenden und schnellen Wandel unserer Lebensweise. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen wir auf der ganzen Welt vor der Herausforderung, faire, effektive und integrative Wege zu finden, die von allen Menschen voll unterstützt werden“, betonen Luger und Schobesberger.

Vorreitergemeinde Freistadt

Freistadt gilt als Vorreitergemeinde in Sachen Klimaschutz, als eine der ersten Gemeinden setzte die Stadt auf ein nachhaltiges Lichtkonzept. Seit 2016 leuchtet ein Großteil des Straßennetzes mit energiesparender LED-Technologie. Aktuell lässt die Stadtgemeinde ihre Gemeindedächer mit Photovoltaik-Anlagen und intelligenten Speichersystem ausstatten, auf 3.228 Quadratmetern Dachfläche entstehen Sonnenkraftwerke. Freistadt setzt auch auf Mobilität: Als flächenmäßig überschaubare Stadt mit kurzen Wegen soll der Radverkehr entsprechend ausgebaut werden. Unterschiedliche Ansätze sollen die Bevölkerung dazu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften oder umweltfreundliche Fahrzeuge umzusteigen. Die Klima-App soll dazu anregen.

„Je mehr Menschen sich ihrer persönlichen Verantwortung für die Umwelt bewusst sind und entsprechend ihren Möglichkeiten handeln, desto besser. Diverse Fitness-Apps haben es geschafft, so genannte Couch Potatoes zu Sportlerinnen und Sportlern zu machen. Ich sehe eine gute Chance, Menschen mittels App zu ökologisch verantwortungsvollem Handeln motivieren zu können“, ist Freistadts Umweltstadtrat Harald Schuh überzeugt. 

Internationales Wissenschaftsprojekt

Das Projekt der Klima-App wird vom Energieinstitut der Johannes-Kepler-Universität geleitet. Neben Linz und Freistadt reihen sich auch internationale Städte wie Izmir in der Türkei, Mailand in Italien oder Lahti in Finnland in die erprobenden Städte ein. „Schadstoffe kennen keine Staatsgrenzen. Umweltschutz ist somit eine große globale Herausforderung. Umso mehr freut es mich, dass an diesem Projekt Vertreter aus mehreren Ländern Hand in Hand arbeiten“, betont auch Schuh. Das Projekt verfolgt den Forschungsansatz, einerseits die Veränderung von Verhaltensweisen zu dokumentieren und andererseits deren Einbringung in die Klimapolitik zu untersuchen. Neu am Forschungsansatz zeigt sich insbesondere die praktische Umsetzung von klimafreundlichen Verhaltensänderungen mit einer großen Anzahl an teilnehmenden Personen. Bisher war die Forschung auf hypothetisches Verhalten oder eingeschränkte Gruppen beschränkt. 


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