Alle Jahre wieder: Diskussion um Weihnachtsmarkt im Volksgarten (Update: 23.11)

Anna Fessler Tips Redaktion Anna Fessler, 23.11.2022 17:27 Uhr

LINZ. Auch heuer gibt es wieder Ärger um den Weihnachtsmarkt im Volksgarten. Bereits 2019 stimmten die Fraktionen im Linzer Gemeinderat mehrheitlich für einen besseren Schutz des Volksgartens, ein neues Konzept wurde erarbeitet. Nun haben sich laut den Linzer Grünen einige Stand- und Fahrgeschäftebetreiber nicht an die Vorgaben gehalten. Mit einem der Betreiber hat Tips gesprochen.

LinzPlus-Gemeinderat Lorenz Potocnik beschwerte sich schon im November über Beschädigungen des Rasens im Zuge der Aufbauarbeiten für den Markt im Volksgarten. Nun stehen ganz offensichtlich Stände direkt auf der grünen Wiese. Mitarbeiter des städtischen Geschäftsbereiches Stadtgrün und Straßenbetreuung haben nun laut einer Aussendung von Stadträtin Eva Schobesberger festgestellt, dass die Vorgaben nicht von allen eingehalten wurden. Neben Gastronomie- und Handwerksständen seien auch sieben Fahrgeschäfte in der grünen Wiese aufgebaut worden. Vereinbart worden sei, dass die Hütten zur Schonung der Grünflachen „aufgeständert“, errichtet werden, also ein paar Zentimeter Abstand zwischen Hüttenboden und Rasen sind.

Grüne fordern Schutz der Rasenfläche

„Das zerstört nicht nur die Wiese, sondern führt zu einer zusätzlichen Verdichtung des Bodens. Wir können nicht zusehen, wie diese wichtige innerstädtische Grünfläche Jahr für Jahr in Mitleidenschaft gezogen wird“, so Schobesberger. Sie fordert eine Rückkehr zum klassischen Familienmarkt und der Übersiedlung von Zusatzangeboten auf das Jahrmarktgelände in Urfahr. Im vergangen Gemeinderat wurde dazu eine Anfrage an die Marktreferentin Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer gestellt, die Beantwortung ist derzeit noch ausständig.

FPÖ schlägt Weihnachtsdorf in Urfahr vor

Der freiheitliche Stadtrat Michael Raml brachte in die Diskussion einen Vorschlag ein: das Urfahrmarktgelände würde sich aus seiner Sicht gut für ein Weihnachtsdorf mit Eislauffläche und Punschständen eignen. „Ohne wertvolle Grünflächen in Mitleidenschaft zu ziehen, könnte das Marktgelände zusätzlich um Weihnachtskonzerte, einen Adventmarkt oder um eine Erlebniswelt für Kinder ergänzt werden.“, so die Linzer FPÖ in einer Aussendung.

Während die Linzer Grünen und die Linzer Freiheitlichen grundsätzlich am Weihnachtsmarkt im Volksgarten festhalten wollen, plädiert LinzPlus für ein gänzlich neues Konzept und die Übersiedlung des Marktes auf das Urfahraner Marktgelände.

Fahrgeschäfte Teil des traditionellen Weihnachtsmarkts

Das neue Konzept sei schon 2019, nach dem Beschluss des Gemeinderats erarbeitet worden schon damals erarbeitet worden, sagt ein Sprecher der für Märkte zuständigen Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer. Mit der Abkehr von Angeboten wie „Ice Magic“ und einem Eislaufplatz sei man zum klassischen Familienmarkt zurückgekehrt. Zu diesem würden auch die Fahrgeschäfte gehören, diese seien Teil des traditionellen Weihnachtsmarktes. Vom LinzPlus-Vorschlag, den Markt gänzlich auf das Urfahrmarktgelände zu verlagern halte die Marktreferentin nichts. Eine Nutzung des Urfahrmarktgeländes für zusätzliche winterliche Attraktionen, wie von der Linzer FPÖ vorgeschlagen, falle nicht in ihre Zuständigkeit.

Zudem wird darauf verwiesen, dass man gemeinsam mit dem Ressort für städtische Grünflächen kontinuierlich Verbesserungen anstrebe. Man müsse sich den Zustand der Rasenfläche im Jänner, wenn die Stände und Fahrgeschäfte wieder abgebaut sind, genau anschauen.

„Fahrgeschäfte liegen nur auf acht bis neun Punkten auf“

Fahrgeschäfts-Betreiber Rudolf Schlader versteht die Aufregung um den Weihnachtsmarkt nicht. Er betreibt insgesamt vier Fahrgeschäfte im Linzer Volksgarten, darunter auch das Kinderkarussell und die „Schlittenfahrt“. Seit Jahrzehnten sei er bei Weihnachtsmärkten und Volksfesten mit seinen Fahrgeschäften vertreten, nirgends habe es je Probleme gegeben oder Diskussionen wie in Linz. „Selbst die größten Fahrgeschäften liegen nur auf acht bis neun Punkten auf“, zeigt er sich verwundert darüber, dass die Wiese beschädigt worden sein soll.

Zudem sei die Abteilung Stadtgärten sowohl beim Auf- als auch beim Abbau der Hütten und Fahrgeschäfte vor Ort, etwaige Verstöße würden genau dokumentiert bzw. beanstandet. „Wenn die Wiese mit dem Auto befahren wird, müsste man auf eigene Kosten eine Strafe für jeden befahrenen Meter bezahlen“, so Schlader. Er habe in Jahrzehnten noch nie eine Strafe bezahlen müssen, es sei immer alles in Ordnung gewesen.

Marktgelände in Urfahr: Im Winter zu kalt

Was hält er vom Vorschlag, den Markt auf das Urfahraner Marktgelände zu verlagern? „Das wäre wirtschaftlich nicht rentabel“, meint Schlader. Er habe bereits Erfahrungen mit einem ähnlichen Konzept auf dem Gmundner Ratshausplatz im Winter gemacht. Durch die Lage an der Traun sei es etwa 2 bis 3 Grad kälter als in der Stadt, dazu komme ein kalter Wind, der die Besucher frieren lasse. Er befürchtet, dass durch die Lage direkt an der Donau, die Besucher eines Weihnachtsmarktes am Urfahraner Marktgelände nach einem Glas Punsch zitternd vor Kälte das Weite suchen würden.

Die städtische Politik scheint uneins darüber zu sein, wie ein traditioneller Familienmarkt aussehen soll. Die städtischen Mitarbeiter und die Betreiber hingegen sind uneins darüber, ob die Wiese beschädigt wurde oder nicht.

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