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LINZ. Der Stadtsenat hat in seinem Treffen am Montag, 27. Februar mit einer Mehrheit beschlossen, dass die Wasserbucht aus Kostengründen nicht umgesetzt wird. Stattdessen soll ein Teil der Betonfläche entsiegelt und begrünt werden, der Urfahranermarkt soll trotzdem stattfinden können. Auch darüber, dass der Uferbereich aufgewertet werden soll, war man sich einig.

Die Pläne des Architekturkollektivs G.U.T sollen überarbeitet werden und keine Wasserbucht mehr beinhalten. (Foto: Architekturkollektiv G.U.T)
Die Pläne des Architekturkollektivs G.U.T sollen überarbeitet werden und keine Wasserbucht mehr beinhalten. (Foto: Architekturkollektiv G.U.T)

Die Kosten waren der ausschlaggebende Faktor für die Entscheidung: Laut Berechnungen des Magistrats hätte sich das Projekt schlussendlich auf 8,6 Millionen Euro belaufen. Für die SPÖ ist das zu teuer, das Hallenbad Ebelsberg besitze Priorität, die FPÖ sieht das ähnlich. Die Grünen und LinzPlus zeigten sich enttäuscht, ebenso die Linzer Volkspartei, die weiterhin an der Wasserbucht festhält.

Entsiegelung, Begrünung, Stufen zur Donau

Konkret sollen drei Millionen Euro für die Neugestaltung des Jahrmarktgeländes aufgewendet werden, dafür ließ sich ein Konsens finden. Damit soll vor allem die Betonfläche entsiegelt werden, das Areal begrünt werden und der Zugang zum Donauufer neu gestaltet werden, etwa mit Sitzstufen. Die Umsetzung wird sich aber wohl noch ziehen. Das Architekturkollektiv G.U.T, das bereits die Pläne für die Wasserbucht erstellte, wird mit der Neuplanung beauftragt.

SPÖ: „unverhältnismäßig teuer“

Im Hinblick auf die Wasserbucht meint Planungsstadtrat Dietmar Prammer (SPÖ): „Angesichts anderer für die Allgemeinheit wichtiger Projekte steht dieser Teil des Vorhabens aktuell nicht in einem ausreichenden Verhältnis zum Nutzen.“

Auch Finanzreferentin Vizebürgermeisterin Tina Blöchl (SPÖ) sagt: “Mit geschätzten Kosten von 9 Millionen Euro sowie regelmäßigen Instandhaltungskosten wäre die Neugestaltung inklusive Wasserbucht unverhältnismäßig teuer im Vergleich mit anderen geplanten Projekten. Eine Neugestaltung des Ufers, Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen finde ich wichtig, da sie dem Platz eine neue Aufenthaltsqualität geben.“

FPÖ verweist auf Haftungsfragen und Folgekosten

Die Idee sei prinzipiell nicht schlecht, aber „das ist es einfach nicht wert“, sagt FP-Stadtrat Michael Raml über die Wasserbucht. Zudem sei eine Nutzung als öffentlicher Badeplatz mit vielen Haftungsfragen und Folgekosten verbunden. „Zig Millionen an Steuergeld für eine Wasserfläche direkt neben der Donau, in der man aber auch nicht baden gehen soll - das kann man niemandem erklären.“, so Raml.

Grüne: „vertane Chance“

KIimastadträtin Eva Schobesberger (Grüne) bezeichnet die Entscheidung als „vertane Chance“. Es sei unverständlich, das die Kosten als Hauptargument genannt würden, da man beim Bund eine bis zu 50 prozentige Finanzierung beantragen könne. Prammer weist darauf hin, dass dies bereits bei der ursprünglich veranschlagten Summe der Plan war, somit ändere sich nichts.

Raml meint, die Finanzierungsmöglichkeit über das Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes sollte besser für andere Projekte, wie das Hallenbad in Ebelsberg, genutzt werden. Schobesberger kritisiert, dass die Stadt Linz das Projekt aufgrund der Kosten ablehnt, gleichzeitig aber rund 10,7 Millionen für einen Autobahn-Halbanschluss ausgäbe. 

ÖVP pocht weiter auf Umsetzung

Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) findet die Entscheidung „sehr enttäuschend“, wie er zu Tips sagt. Die Volkspartei wolle sich weiterhin für eine Umsetzung der Badebucht einsetzen, da eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität auch ein Gewinn für Linz als Wirtschaftsstandort sei. Auch sei bereits viel in die Planung investiert worden, aus seiner Sicht bedeute die Entscheidung „Zurück an den Start“.

LinzPlus: „Frustrierend und kurzsichtig“

LinzPlus-Gemeinderat Lorenz Potocnik, der die Facebook-Seite „Linz will eine Badebucht“ ins Leben gerufen und die Idee zur Donaubucht hatte, ist „erschüttert über die Visionslosigkeit der Linzer Stadtregierung.“ Er sagt weiter: „Jede, die ein wenig international herumkommt, weiß was Linz mit der Donau für einen Schatz hat. Doch dieser wird nicht gehoben, weil das nötige Geld lieber in Fußballstadien, Autobahnen und Marketingmaßnahmen wie den 'Innovationshauptplatz' gesteckt wird. Das ist unfassbar frustrierend und kurzsichtig.“


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