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LINZ. Weit auseinander klaffen das subjektive Gefühl der Linzer in Bezug auf die Landstraße und die statistischen Zahlen: ein aktueller Bericht zeigt, dass die Leerstandsquote in Linz mit 3,7 Prozent im Landeshauptstädte-Vergleich niedrig ist. Nur in Innsbruck ist die Quote noch niedriger.

Ein aktueller Bericht zur Linzer Innenstadt zeigt eine geringe Leerstandsquote im Landeshauptstadt-Vergleich (Foto: lexpixelart.com/stock.adobe.com)

„Die subjektiven Eindrücke entsprechen nicht den statistischen Zahlen“, sagt Bürgemeister Klaus Luger. Mit dem „Health Check“ 2023 liegt nun ein ausführlicher Bericht über die Entwicklungen der Geschäftsflächen und über Standort-Veränderungen vor.

Viel Fläche in Top-Lagen

Untersucht wurden von der Beratungsgesellschaft Standort + Markt City Retail Österreich die Größe der Verkaufsfläche, die Leerstandsquote, die Shop-Anzahl und durchschnittliche Shopgröße, der Filialisierungsgrad sowie die Fluktuationsrate. In der Linzer Innenstadt bieten die Top-Lagen insgesamt 82.900 Quadratmeter Verkaufsfläche. Nur die Mariahilfer Straße in Wien hat mehr Fläche in Top-Lagen.

Vergleichsweise niedrige Leerstandsquote

Die Leerstandsquote in Linz liegt bei 3,7 Prozent: was vergleichbare Landeshauptstädte angeht, weist nur Innsbruck weniger Leerstände auf. Im Vorjahr lag die Leerstandsquote für Linz laut Bürgermeister noch bei 4,9 Prozent, ab fünf Prozent bestehe Handlungsbedarf. Mit der ehemaligen Texhages-Filiale in der Mozartstraße 12 und der geschlossenen Kleiderbauer-Filiale in der Landstraße stehen allerdings an prominenter Stelle zwei große Flächen leer.

Kleiderbauerfiliale soll nach Sanierung neu eröffnen

Die ehemalige Texhages-Filiale wird saniert und umgebaut, das Gebäude aus den 90er Jahren wird nach Plänen des Architekturbüros Klinglmüller zeitgemäß renoviert und aufgestockt. Auch die Kleiderbauer-Filiale wird saniert: nach jahrelangem Streit zwischen dem Hauseigentümer und Kleiderbauer als Mieter kaufte das Unternehmen laut einem Bericht der OÖN die Immobilie selbst. Mit der Neueröffnung der Kleiderbauerfiliale nach deren Sanierung und der Vermietung der Mozartstraße 12-14 würde es laut Luger keine Leerstands-Debatten mehr geben. Österreichweit nahmen die Leerstände und sich im Umbau befindliche Leerstände seit 2014 kontinuierlich zu, was aber zu einem großen Teil den Pandemiezeiten geschuldet sei. Seit dem letzten Jahr Jahr geht die Zahl der Leerflächen in Österreich wieder zurück.

Bewertung für Linz im „gesunden“ Bereich

Die City-Bewertung für Linz fiel ebenfalls positiv aus: als Parameter dienen Shopflächenindex, Leerstandsrate und Verkaufsfläche. Die Nutzungsdichte bei gleichzeitig geringer Leerstandsrate ergibt für Linz ein „gesundes“ Ergebnis mit dem fünften Platz hinter diversen Shoppingstraßen in Wien, Graz, Innsbruck und Klagenfurt. Was den Branchenmix betrifft, sind deutliche Veränderungen im Zeitraum von 2014 bis 2022 wahrnehmbar. Die Bekleidungsbranche weist klare Verluste auf, dominiert aber dennoch den Mix. In den letzten neun Jahren verlor diese Branche österreichweit 88.200 Quadratmeter an Verkaufsfläche (minus 16 Prozent). Gleichzeitig erleben die Gastronomie, konsumnahe Dienstleistungen wie zum Beispiel Friseure und Freizeiteinrichtungen Zuwächse in den Innenstädten.

Besserer Branchenmix in der südlichen Landstraße erwünscht

Debatten um den Branchenmix gab es in Linz vor allem im Hinblick auf die südliche Landstraße. Stadträtin Doris-Lang Mayerhofer hatte sich dafür ausgesprochen, in diesem Bereich eine umfangreichere Branchenmischung zu schaffen. Bürgermeister Klaus Luger meint dazu, dass dafür grundsätzlich die Eigentümer zuständig seien. Zudem würden in diesem Bereich Partner für eine gemeinsame Entwicklung fehlen, wie es in der Linzer Altstadt der Fall gewesen sei. Auch hätten sich die Erwartungshaltungen, die mit dem Bau des Musiktheaters verbunden waren, nicht erfüllt. „Neue Linzer Oper als Retterin der Landstraße“ titelte der Standard 2012, groß waren die Hoffnungen, die in den Neubau gesetzt wurden.

Viele Privateigentümer

Die südliche Landstraße wird auch Thema bei der Entwicklung der neuen Innenstadtstrategie sein. Bei der Gestaltung sei die Stadt aber auch abhängig von den dort zahlreich vertretenen Privateigentümern, sagt Luger. Diese sollen in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Der Bürgermeister meint, in weiterer Folge könne man dann Aktivitäten setzen, die Foodtrucks im Schillerpark zum Beispiel seien ein guter Ansatz gewesen. Auch habe es bereits Verbesserungen gegeben, mit dem Alkoholverbot im Schillerpark sei ein sozialer Brennpunkt entschärft worden.


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