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Provokante Aktion am JKU-Campus: Junos wollen Cannabis entkriminalisieren

Anna Fessler, 20.04.2023 18:24

LINZ. Mit einer provokanten Aktion machte die Junos OÖ am Campus der Johannes Kepler Universität auf eine ihrer Positionen aufmerksam: Verteilt wurden kleine Säckchen mit dem Schriftzug „Der Stoff für dein Studium“ und der Abbildung einer Cannabis-Pflanze. Darin enthalten waren CBD-Blüten, die weder optisch noch vom Geruch her von THC-Blüten zu unterscheiden sind. Die JVP übte umgehend Kritik.

Die Junos verteilten Flyer und Säckchen mit CBD am JKU-Campus, um auf ihre Position zur Cannabis-Legalisierung aufmerksam zu machen. (Foto: Junos OÖ)

CBD ist in Österreich legal, da es nicht psychotrop wirkt und somit nicht als Suchtgift gilt. Anders sieht die gesetzliche Lage bei THC-haltigem Cannabis aus: das ist in Österreich gänzlich verboten. Deutschland hingegen plant, wie berichtet, eine Teil-Legalisierung von THC-haltigem Cannabis. Der Besitz von bis zu 25 Gramm sowie der Eigenanbau von bis zu drei Pflanzen sollen dort künftig straffrei sein.

Junos wollen Entkriminalisierung von Cannabis

Das nimmt die Junos OÖ zum Anlass, um auf ihre Position zum Thema aufmerksam zu machen. Am 20.04, dem „Welt-Marihuana-Tag“ verteilten sie am JKU-Campus die Säckchen an Studierende. Ziel der Aktion sei gewesen, mit Studierenden ins Gespräch zu kommen und die Junos-Position für eine „Entkriminalisierung von Cannabis“ zu diskutieren, sagt Stefan Burgstaller, Landesvorsitzender der Junos zu Tips. Diese Linie vertritt auch die Bundes-Junos.

“Es gibt keinen Grund für das österreichische Festhalten an der Kriminalisierung von Cannabis. Ob und wann Cannabis in Österreich legalisiert wird, ist eine politische Frage und wir werden uns weiterhin für die Legalisierung einsetzen”, so Burgstaller.

„Dealer entmachten“

Gefordert wird konkret ein österreichischen Pilot-Projekt mit „Cannabis-Zonen“, in denen ein straffreies Konsumieren möglich sein soll. Sozialarbeiter sollen dort zur Aufklärung und Unterstützung vor Ort sein. Zudem sollen Volljährige in lizensierten Verkaufsstellen, Burgstaller nennt als Beispiel Apotheken, Cannabis legal erwerben können. Die Junos sieht darin eine Möglichkeit, „Dealer zu entmachten und Cannabis-Konsumenten zu schützen“. Eine Zugangsbeschränkung und ein Werbeverbot sollen dabei sicherstellen, dass Minderjährige nicht zum Konsum angeregt werden. Für den Verkauf soll es Ausweiskontrollen ohne Datenspeicherung geben, niederschwellige Hilfsangebote sollen die Zonen auszeichnen.

„Verantwortungsvoller Umgang kann nicht durch reine Verbotskultur erreicht werden“

“Wir JUNOS sind der Ansicht, dass es im Sinne einer freien Gesellschaft wäre, dass alle Menschen für sich selbst entscheiden, welche Substanzen sie konsumieren. Einen verantwortungsvollen Umgang mit gesundheitsschädlichen Substanzen kann man nicht durch eine reine Verbotskultur erreichen. Vielmehr bedarf es einer viel stärkeren Bewusstseinsschaffung über die negativen Konsequenzen und Auswirkungen von Drogen aller Art – durchaus auch jener die schon jetzt legal erwerbbar sind”, so Stefan Burgstaller. 

Kritik von der JVP

Die JVP Oberösterreich kritisierten die Aktion in einer Aussendung: „Drogen zu verherrlichen und als positive Sache darstellen, noch dazu auf einem Campus geht absolut nicht.“, meint Landesobmann Moritz Otahal.

 


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