Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Fachkräftemangel: „Wir brauchen einen kontrollierten, qualifizierten Zuzug“

Nora Heindl, 28.06.2023 07:15

LINZ/BRÜSSEL. „Alles was Europa stärkt, stärkt auch Oberösterreich“, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) bei einem Aufenthalt in Brüssel. Vorrangiges Thema in gleich mehreren Arbeitsgesprächen: der Fachkräftemangel.

LH Thomas Stelzer (r.) im Gespräch mit dem luxemburgischen EU-Kommissar Nicolaus Schmit. (Foto: Land OÖ/Mayerhofer)

„Es ist wichtig, dass wir uns als Regionalvertreter mit unseren Themen und Sichtweisen hier in Brüssel miteinbringen“, erklärt Stelzer. Im straffen Zeitplan enthalten war unter anderem ein Arbeitsgespräch mit dem luxemburgischen EU-Kommissar Nicolaus Schmit im Berlaymont. Bei einer früheren Zusammenkunft in Linz ging es damals um die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit. „Mittlerweile haben wir de facto Vollbeschäftigung, heute geht es vor allem darum, wie wir überhaupt zu Fachkräften kommen“, so Stelzer. Dazu gehöre auch die Anerkennung von Qualifikationen, um die Menschen schneller in den Arbeitsprozess zu bekommen.

„Was wir versuchen, ist die legale Immigration besser zu koordinieren“, erklärt Schmit. So haben etwa Deutschland, Österreich und Italien einen großen Mangel an Bauarbeitern. Hier gelte es bei der Zuwanderung auch sicherzustellen, dass diese Menschen eine entsprechende Ausbildung haben oder zumindest bekommen, um am Bau zu arbeiten.

Doch leichter gesagt als getan: Denn ein EU-einheitliches System, das den Zugang zum europäischen Arbeitsmarkt ermöglicht, gibt es nicht wirklich. „Es gibt zwar die Bluecard, aber die ist noch nicht so weit wie etwa in den USA“, so Schmit, der klarstellt: „Die Kommission möchte den Zugang ja vereinheitlichen, aber sie schlägt nur vor, sie bestimmt nicht. Am Ende sind es die Mitgliedsstaaten, die solche Entscheidungen treffen. Und da glaubt jeder, dass er das bessere System hat.“

„In der aktuellen Situation brauchen wir einen kontrollierten, qualifizierten Zuzug. Und wir als kleines Land würden davon profitieren, wenn das in Europa koordiniert abläuft“, betont Landeshauptmann Stelzer. Aber auch Österreich selbst habe Hausaufgaben zu erledigen: „Stichwort Rot-Weiß-Rot-Karte. Diese ist zwar sehr verbessert worden, es gibt aber noch immer großen Nachholbedarf, etwa was die Digitalisierung betrifft.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden