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LINZ. Die Stadt Linz möchte auf künftige Pandemien vorbereitet sein und präsentierte am Donnerstag einen umfassenden Plan dazu. Laut WHO gehen die größten Risiken derzeit neben Covid-19 von Tropenerkrankungen aus. Mit steigenden globalen Temperaturen verbessern sich auch die Bedingungen für Insekten, die solche übertragen: die asiatische Tigermücke, die auch Dengue-Fieber übertragen kann, wurde bereits in Linz nachgewiesen.

Die Stadt Linz möchte für künftige Pandemien gewappnet sein und präsentierte dazu einen Plan. (Foto: Volker Weihbold)

Weil die Gefahr durch Virusinfektionen nach wie vor real sei, will die Stadt Linz auf künftige Krankheitswellen vorbereitet sein. Eine Projektgruppe der Stadt Linz erarbeitete dazu einen umfassenden Pandemie-Notfallplan, der auf den Erfahrungen und Schlussfolgerungen von drei Jahren behördlicher Krisenarbeit aufbaut. Das Gesundheitsministerium will bis Ende 2023 eine Reform des Epidemiegesetzes sowie einen neuen nationalen Pandemieplan vorlegen, mit diesen soll der Linzer Pandemie-Plan abgestimmt werden.

Wesentliche Maßnahmen

Die wesentlichsten Maßnahmen, die der Plan für Linz vorsieht inkludieren unter anderem, dass der Krisenstab der Stadt Linz binnen zwölf Stunden einsatzbereit ist, sämtliche kritische Pandemiebereiche rund um die Uhr unter Rufbereitschaft stehen und einen Vorrat an Schutzausrüstung für Gesundheitskrisen. Durch Pandemie-Monitoring und Reports sollen auffällige Entwicklungen frühzeitig erkannt werden. Der Plan soll jährlich erneuert werden.

Tigermücke auch in Linz nachgewiesen

Durch die gestiegene Mobilität können sich Krankheiten schnell weltweit ausbreiten. Die World Health Organisation (WHO) listet 45 Infektionskrankheiten auf, die sich innerhalb von 24 Stunden weltweit verbreiten können. Besonders hohe Risikowahrscheinlichkeiten gehen laut WHO derzeit neben Covid-19 von Tropenerkrankungen aus. So ist etwa die asiatische Tigermücke bereits in Linz angekommen: mehrere Exemplare der Stechmücke, die Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen kann, wurden in Linz nachgewiesen und auch innerstädtische Brutstätten wurden entdeckt. Die Bedrohungslage wird derzeit als sehr gering eingeschätzt, trotzdem gelte es die Verbreitung der Tigermücke einzudämmen, informiert Gesundheitsstadtrat Michael Raml.

Vorbereitung für künftige Gesundheitskrisen

Durch die global steigenden Temperaturen herrschen auch in Mitteleuropa bessere Überlebensbedingungen für Insekten, die Infektionskrankheiten wie das West-Nil-Virus übertragen. „Corona hat gezeigt, dass die bislang gültige ‚Faustregel‘, dass in etwa alle 100 Jahre eine Pandemie in Erscheinung tritt, nicht mehr anwendbar ist. Wir müssen jedenfalls davon ausgehen, dass kommende Gesundheitskrisen völlig anders sein werden als Covid-19. Daher ist es absolut ratsam, sich vorab auf allfällige Bedrohungslagen vorzubereiten, um dann flexible und erprobte Systeme zur Verfügung zu haben“, sagt der Linzer Gesundheitsstadtrat.


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