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LINZ. „Ob wir wollen oder nicht: KI und ChatGPT wird die Bildung verändern. Daher sind wir als Gesellschaft gefordert, uns darauf vorzubereiten“, betont Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander. Die oö. jüngste Jugend-Medien-Studie liefert dazu erste Zahlen. So zeigt sich, dass sich innerhalb kürzester Zeit 69 Prozent der Jugendlichen mit ChatGPT vertraut gemacht haben.

V. l.: GF Peter Eiselmair (Education Group), Bildungsdirektor Alfred Klampfer, LH-Stv. Christine Haberlander, Rektor Walter Vogel (Pädagogische Hochschule OÖ) und Landesschülersprecher Xaver Eicher (Foto: Land OÖ/Daniel Kauder)

Seit über einem Jahrzehnt führt die Education Group im Auftrag des Landes OÖ eine österreichweit einzigartige Medienstudie durch. Ihr Ziel ist es, die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen in Österreich zu analysieren und vergleichend zu bewerten. Diese Daten bilden die Basis für die Ausrichtung und Planung von medienpädagogischen Angeboten und Projekten und werden von zahlreichen Institutionen, einschließlich Ministerien und Universitäten, genutzt.

Zu den Ergebnissen

Die jüngste Oö. Jugend-Medien-Studie gilt auch bei ChatGPT als Vorreiter und hat diesen Chatbot umgehend in der neuen Studie abgefragt. Zur Zeit der Erhebung Anfang März war ChatGTP erst kurz in den Medien und trotzdem hatte der Chatbot schon eine beeindruckende Bekanntheit und Anwendung unter Jugendlichen erreicht:

69 Prozent der 500 befragten Jugendlichen (11-18 Jahre) haben bereits von ChatGPT gehört, wobei 24 Prozent bereits erste Anwendungen hinter sich haben. Dabei wird der Chatbot vor allem als Hilfeleistung wahrgenommen. So geben 50 Prozent an, dass ChatGPT helfen kann, um einen Überblick über ein Thema zu erhalten und Ideen zu finden. 25 Prozent hilft es, die Schulaufgaben zu erledigt.

Bemerkenswert auch, dass 88 Prozent der befragten Pädagogen ChatGPT kennen, wobei 27 Prozent den Chatbot auch einsetzen. 32 Prozent der Kenner betrachten den Chatbot als hilfreich für ihre schulische Arbeit, während 21 Prozent ihn nutzen, um einen Überblick zu einem Thema zu erhalten und Ideen zu sammeln.

Zwar haben 45 Prozent der Eltern auch schon von ChatGPT gehört, das Probierverhalten erreicht allerdings noch nicht das Niveau der Jugendlichen. Ebenso wird die Nutzung der Jugendlichen deutlich unterschätzt. ChatGPT wird als Ideenfinder hilfreich eingestuft. Ein Viertel der Eltern geht davon aus, dass Jugendliche ihre Hausaufgaben damit erledigen.

Weiterbildungsangebote für Pädagogen

Peter Eiselmair, Geschäftsführer der Education Group GmbH, betont: „Chat GPT ist die erste ernstzunehmende KI-Anwendung, die das Potential dieser neuen und vor allem für den Bildungsbereich disruptiven Technologie eindrucksvoll aufzeigt. Es gilt nun, Möglichkeiten, Chancen sowie Risken zu erkennen und für zukünftige pädagogische Prozesse auszuloten. Klar erscheint dabei aus heutiger Sicht jedoch bereits jetzt, dass Auswirkungen auf Lehr- und Lernszenarien, didaktische Prozesse sowie pädagogische Rahmenbedingungen und Lehrpläne notwendig sein werden – sicherlich im Sinne einer innovativen, gesellschaftsadäquaten Weiterentwicklung.“

Entsprechende professionelle Unterstützung finden die Pädagogen im Rahmen von Weiterbildungsangeboten der Pädagogischen Hochschule OÖ. In rund 525 Lehrveranstaltungen zu Themen der Digitalisierung (und auch zu ChatGPT) wurden über 8.000 Teilnahmen verzeichnet. Dabei geht es etwa um den Einsatz von ChatGPT im Unterricht samt Chancen und Risiken oder wie digitale Medien und KI das Leben und Schreiben verändern. „Wir schaffen das gemeinsam. Digitalisierung ist Teil des schulischen und hochschulischen Alltags. Wir werden mit technologischen Entwicklungen professionell umgehen und alle Schulen dabei unterstützen“, so Rektor Walter Vogel.

„Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind beim Einsatz neuer digitaler Innovationen gefordert, Schritt zu halten. Die maßgeschneiderten Angebote der PH OÖ sowie der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz tragen einen entscheidenden Teil dazu bei, diesen Prozess professionell zu unterstützen“, betont Bildungsdirektor Alfred Klampfer.

„Technologien wie ChatGPT werden das gesamte Leben der Schülerinnen und Schüler prägen. Die Bemühungen der PH OÖ sind dabei zukunftsweisend und ein wirklich guter Schritt für ein Bildungssystem, nicht mit dem Fokus auf gestern, sondern auf morgen!“, so auch AHS-Landesschulsprecher Xaver Eicher.

„Dennoch der Kern des Bildungsauftrages, das vermitteln der wesentlichen Grundkompetenzen, bleibt unverändert – ja er wird sogar noch wichtiger. Nur ein mündiger, gut informierter und gebildeter Mensch kann eine immer besser werdende künstliche Intelligenz kritisch hinterfragen und für die jeweiligen Zwecke sinnvoll einsetzen“, so Haberlander abschließend.


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