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LINZ. Der Spatenstich für den Elektrolichtbogenofen der voestalpine in Linz ist gestern erfolgt, jener in Donawitz bereits in Bau. 1,5 Milliarden Euro investiert der Stahlriese in sein „greentech steel“-Programm, ab 2030 ist die Ablöse von zwei weiteren Hochöfen in Linz und Donawitz sowie die Investition in einen zusätzlichen Elektrolichtbogenofen in Linz geplant.

  1 / 2   Ein Rendering der Elektrolichtbogenofen-Anlage in Linz. (Foto: voestalpine AG, Quelle: voestalpine.com)

Die voestalpine spricht vom größten Klimaschutzprogramm in Österreich, Landeshauptmann Thomas Stelzer von einem „historischen Moment für das Industriebundesland Oberösterreich“.

Die beiden grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenöfen (EAF) sollen ab 2027 rund 30 Prozent an CO2-Emissionen einsparen, was knapp 4 Millionen Tonnen CO2 oder 5 Prozent der heimischen Emissionen pro Jahr entspricht. Um die Produktqualität beibehalten zu können, kommt in den neuen Öfen ein Mix aus Schrott, flüssigem Roheisen und sogenanntem HBI (Hot Briquetted Iron) zum Einsatz.

Grüner Strom und leistungsfähiges Netz als Grundvoraussetzung

Der Schritt bringt auch Herausforderungen mit sich: „Eine Grundvoraussetzung für den Betrieb der Anlagen ist die ausreichende Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbaren Quellen zu wirtschaftlich darstellbaren Preisen. Noch wichtiger ist die Bereitstellung einer leistungsfähigen und integrierten Netzinfrastruktur“, sagt Hubert Zajicek, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Steel Division mit Sitz in Linz.

Großbaustelle in 60 Metern Höhe und 25 Metern Tiefe

Die Großbaustelle verteilt sich über das gesamte Werksgelände und besteht aus 20 Projekten. Der höchste Punkt der Baustelle liegt auf rund 60 Meter, der tiefste auf minus 25 Meter. Im Zuge der Baustelle wird eine neue Rohstoffversorgung mit einer etwa 750 Meter langen Förderbandbrücke errichtet, verschiedene Lagergebäude verlegt, neue Fahrwege errichtet und Adaptierungen im Stahlwerk vorgenommen. In den kommenden Monaten erfolgt soll die neue Förderbandbrücke fertiggestellt sein und die neue Rohstoffversorgung in Betrieb gehen. Anschließend wird Platz für den EAF geschaffen. Ab Ende 2024 wird die Halle dafür und ein sogenannter Microtunnel für die neue 220kV-Stromleitung errichtet.

Herausforderung beim Tunnelbau

Der Tunnel mit einem Durchmesser von rund 2 Meter wird in rund 25 Meter Tiefe zwischen dem Umspannwerk und dem EAF gebohrt. Das stellt eine besondere Herausforderung dar: Ohne Kühlung würde sich der Tunnel auf etwa 280 Grad Celsius erwärmen, daher muss dieser mit Grundwasser geflutet werden. Für die Umsetzung der Großbaustelle ist ein Projektteam aus rund 250 Mitarbeitern zuständig. Mehr als 230 externe Unternehmen, davon 60 Firmen vor Ort, wurden bereits beauftragt.


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