Terminkollision: linzpride muss für Lido Sounds weichen
LINZ. Das Lido Sounds kommt 2024 wieder, eine Nachricht, die bei vielen Freude über die Rückkehr des erfolgreichen Musikfestivals auslöste. In der LGBTIQ*-Community dürfte ein Umstand die Freude trüben: die linzpride muss deshalb verschoben werden.

Die „linzpride“ findet seit 2009 am letzten Samstag im Juni in Abstimmungen mit anderen Christopher-Street-Day und Pride-Veranstaltungen in ganz Österreich statt. Laut der Homosexuellen Initiative Linz (HOSI) wurde für 2024 unmittelbar nach Ende der linzpride2023 bei der zuständigen Magistratsbehörde zur Bewilligung angesucht. Daraufhin sei ein Telefonat mit einem Magistratsmitarbeiter bezüglich einer Abstimmung zur Vergrößerung des Areals erfolgt. Geplant war, die linzpride kommendes Jahr am 29. Juni zu veranstalten.
Von negativem Bescheid überrascht
In Erwartung eines positiven Bescheids – die Jahre zuvor wurde der Termin jedes mal bewilligt – ging die HOSI an die Vorbereitungsarbeit für die linzpride. Seitens der Stadt Linz habe es keine Gelegenheit zur vorigen Abstimmung gegeben, die Neuaustragung von Lido Sounds war bereits öffentlich angekündigt, bevor die HOSI bei der zuständigen Abteilung im Magistrat vorstellig werden konnte.
Entschuldigung seitens der Stadt Linz, Ersatztermin für linzpride
Vertreter der Stadt hätten sich für diesen Umstand bei einem Gespräch mit der HOSI bereits entschuldigt, „Ich nehme für die HOSI diese Entschuldigung wohlwollend zur Kenntnis“, sagt Vereinssprecher Michael Müller. Auch konnte mit dem 6. Juli 2024 ein Ersatztermin für die linzpride gefunden werden. Von der zuständigen Magistratsleitung wie auch aus dem Büro des Bürgermeisters sei dafür eine umfassende Unterstützung angekündigt worden. „Wir gehen aufgrund der späten Terminänderung von erheblichen Mehrkosten aus, da nun zahlreiche organisatorische Anpassungen notwendig sind. Bühnen, Technische Ausstattung und Künstler sind ja gerade für Sommer über lange Zeit ausgebucht,“ so Müller.
HOSI Linz: „Regelmäßige Austragung von Lido Sounds im Juni wird linzpride in den Folgejahren erschweren“
Es bleibe jedoch die Frage, warum sich die Stadt bei zwei Veranstaltungswünschen für den selben Tag für den kommerziellen Anbieter entscheide und nicht für „ein gesellschaftspolitisches Event, das ehrenamtlich und mit Unterstützung der Stadt seit 14 Jahren an diesem Termin stattfindet“, so die HOSI in einer Aussendung.
„Wir möchten betonen, dass wir das ‚Lido Sounds‘-Festival durchaus als eine Gelegenheit betrachten, die Vielfalt der Kultur in unserer Stadt zu feiern. Jedoch kommen wir nicht umhin anzumerken, dass für dieses dreitägige Festival das Urfahraner Jahrmarktgelände durch Aufbau, Durchführung und Abbau beinahe 4 Wochen blockiert wird. Mit der Anzahl an Menschen die linzpride mittlerweile erreicht, sehen wir das Jahrmarktgelände aktuell als praktisch einzige rundum geeigneten Veranstaltungsfläche. Immerhin wollen wir die Anliegen der LGBTIQ*-Community in Linz und Oberösterreich an einem zentralen Platz im Herzen der Stadt sichtbar machen und nicht irgendwo an die Peripherie verbannen. Sollte sich das ‚LIDO Sounds‘ als regelmäßiges Festival im Juni etablieren, wird uns das eine Austragung des linzpride für die Folgejahre deutlich erschweren“, so Müller.

