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Verkehrsausschuss zur Stadtbahn: Fraktionen ziehen unterschiedliche Bilanz

Anna Fessler, 12.10.2023 17:22

LINZ. Am Nachmittag des 12. Oktober fand ein Sonder-Verkehrsausschuss zur Regionalstadtbahn statt. Ende Oktober wird es ein Treffen zwischen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Bürgermeister Klaus Luger geben – für das Großprojekt ist eine Einigung zwischen Land und Stadt in mehreren Punkten noch ausständig. SPÖ-Verkehrssprecher Florian Koppler sieht zentrale Fragen nach dem heutigen Ausschuss weiterhin ungeklärt, der Grüne Klubobmann Helge Langer spricht von einem konstruktiven Austausch.

Die neue Stadtbahn soll auch über die Neue Eisenbahnbrücke führen. (Foto: Weihbold)
Die neue Stadtbahn soll auch über die Neue Eisenbahnbrücke führen. (Foto: Weihbold)

Laut Langer sei bei dem zweistündigen Sonder-Ausschuss zur Stadtbahn die Sachlichkeit im Mittelpunkt gestanden. „Das große Ziel muss sein, dass sowohl die Stadtbahn als auch die O-Busse so rasch wie möglich in Betrieb gehen können. Dass nun wieder miteinander statt übereinander gesprochen wird, ist ein erster wichtiger Schritt, damit die weiteren Planungen rasch an Fahrt aufnehmen und bestehende Unstimmigkeiten beiseite geräumt werden können“, resümiert der Grüne Klubobmann. (Update 13.10)   

SP-Verkehrssprecher Florian Koppler meinte kritisch: „Wir konnten an Vizebürgermeister Martin Hajart sowie die Vertreter des Landes Oberösterreich viele Fragen bezüglich des Planungsstandes zur Regionalstadtbahn richten. Leider blieben die zentralen Punkte unbeantwortet.“ So sei etwa die Verbindung zwischen Universität und Eisenbahnbrücke noch unklar. „Das gesamte Gebiet ist Wasserschutzgebiet, darüber hinaus hält der Damm eine Stadtbahn statisch nicht aus. Der Raum, um unter der Voestbrücke in Richtung Lindbauer zu gelangen, bietet nicht ausreichend Platz“, so Koppler.

Vizebürgermeister sieht wesentliche Fragen geklärt

Diese Kritik kann Hajart (VP) nicht nachvollziehen, aus seiner Sicht habe der Projektleiter gut beantwortet, wie man etwa mit dem Überflutungsgebiet umgehen soll. Was die Verbindung zwischen Lindbauer und Voestbrücke angehe, gäbe es mehrere Varianten. Zudem befände man sich gerade in der Vorplanungsphase und habe mit Landesbaudirektor Martin Pöcheim jemanden an der Seite, der es gewohnt sei, mit großen Herausforderungen umzugehen.

Beim heutigen Treffen sei es vor allem darum gegangen „kursierende Gerüchte und Probleme“ auszuräumen und Transparenz zu schaffen, sagt Hajart. Es sei eine „intensive Sitzung“ gewesen, bei der sehr viele Fragen gestellt wurden. Neben den jeweiligen Verkehrssprechern der Fraktionen und dem Vizebürgermeister waren Experten von Stadt und Land anwesend: Landesbaudirektor Martin Pöchheim, OÖVV-Geschäftsführer Herbert Kubasta, Projektleiter Martin Seidl von ILF Consulting Engineers Austria, Stadtentwicklungsdirektor Hans-Martin Neumann und die Linz AG-Geschäftsführer Jutta Rinner und Gerhard Jungwirth.

„Es ist ein Großprojekt, dementsprechend gibt es auch Herausforderungen. Man sollte aber nicht nur die Probleme hervorkehren“, meint der Vizebürgermeister.  

Zentrale Konfliktpunkte: Trassenführung und wer finanziert was

Auch die angedachte unterirdische Führung der Linien 1 und 2 sieht Koppler kritisch, diese habe enorme Auswirkungen auf den Straßenbahn- und Busknoten in der Linken Brückenstraße. Bezüglich Finanzierung meint er: „Für uns als Stadt Linz ist klar: Die Kosten trägt der Verursacher. Wenn Landesrat Steinkellner auf dieser Trassenführung besteht, dann wird die Stadt Linz diese Kosten nicht übernehmen“. Erfreulich sei, dass der Vizebürgermeister weiterhin zur gemeinsamen Trassenführung von Obus und Stadtbahn stehe. Genau hier liegt jedoch ein zentraler Konfliktpunkt mit dem Land. Ende Oktober sollen der Landeshauptmann und der Linzer Bürgermeister eine Lösung finden.


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