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In Linz suchen 7.900 Menschen nach einem Job: auffällige Arbeitslosenquote bei unter 25-Jährigen

Marlis Schlatte, 17.10.2023 15:01

LINZ. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote in Linz bei 5,6 Prozent. Demgegenüber stehen 5.500 offene Arbeitsstellen. Eine gestiegene Zahl an Arbeitslosen ist vor allem bei jungen Menschen zu beobachten. Aber auch ältere Personen und Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft sind betroffen.

Rund 7.900 Menschen suchen in Linz nach einer Arbeitsstelle. (Foto: Volker Weihbold)
Rund 7.900 Menschen suchen in Linz nach einer Arbeitsstelle. (Foto: Volker Weihbold)

Ende September gab es laut dem Arbeitsmarktservice (AMS) in Linz 7.900 registrierte Arbeitssuchende. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl somit um 9 Prozentpunkte gestiegen. Die Stadt Linz liegt damit nach wie vor im Vergleich zu anderen österreichischen Städten im Mittelfeld.

Auffällig dabei ist die Arbeitslosenquote unter den 20 bis 24-Jährigen. Diese ist gleich um 19 Prozentpunkte gestiegen. In Bezug auf Ausbildungsmöglichkeiten gibt es 300 sofort verfügbare Lehrstellen, während 130 Menschen in Linz eine Lehrstelle suchen. Zudem sei auch die gestiegene Zahl der älteren Arbeitslosen besorgniserregend, welche nun 2.200 beträgt. Zu erkennen sei außerdem eine erhöhte Arbeitslosigkeit bei Menschen mit geringen Bildungs-Standard sowie bei Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft.

Unterstützende Maßnahmen fördern

Die Situation der steigenden Arbeitslosigkeit in diesen Altersgruppen unterstreiche, dass eine nachhaltige und inklusive Arbeitsmarktpolitik notwendig sei, um gleiche Chancen zu bieten und die Wirtschaft zu stärken. Davon zeigt sich Bürgermeister Klaus Luger überzeugt: „Die aktuelle Arbeitsmarktlage zeigt in unserer Region eine Anzahl von rund 7.900 arbeitslos gemeldeten Personen. Im gleichen Zeitraum gibt es über 5.500 offene Stellen. Dies verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Arbeitssuchende stehen, um passende Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden. Arbeitgeber*innen, Bildungseinrichtungen und Arbeitsuchende müssen aktiv zusammenarbeiten, um die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Dies kann durch gezielte Programme zur beruflichen Weiterbildung, Stärkung von Fähigkeiten und die Förderung von Ausbildungsinitiativen geschehen.“

Kritik äußert Luger am Finanzierungssystem der unterstützenden Maßnahmen, für welches hauptsächlich Kommunen und Länder aufkommen müssten. Denn dies führe zu begrenzten Ressourcen und damit zu begrenzten Möglichkeiten, Arbeitssuchenden Hilfe anzubieten. „Es ist daher dringend erforderlich, umfassendere Lösungen zu finden, um diesen Herausforderungen entgegenzutreten,“ so Luger.

57 Prozent der Mütter arbeiten in Teilzeit

Was die Teilzeitbeschäftigung betrifft, gibt es in Oberösterreich derzeit rund 213.000 Personen, die dieses Arbeitsmodell nutzen (8.500 davon arbeiten in Altersteilzeit). Auffällig dabei ist die Geschlechterverteilung bei den Teilzeitbeschäftigten. Im Alter zwischen 25 und 49 Jahren arbeiten 9 Prozent der Männer, egal ob mit oder ohne Kind, in Teilzeit. 28 Prozent sind es bei Frauen ohne Kinder, die Teilzeit arbeiten, und bei Frauen mit Kindern 57 Prozent. Ein Fünftel aller Mütter mit Kindern im Alter von 3 bis 5 Jahren bleibt zuhause. Eine Rolle spielt dabei die Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die in ländlicheren Gebieten oft nach wie vor mangelhaft ist.

Bürgermeister Klaus Luger appelliert, nicht ausgeschöpfte Potenziale neu zu erkennen und zu nutzen, um dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken zu können: „Diese Potenziale sind in geringfügig und Teilzeit-Beschäftigten sowie Lehrstellensuchenden zu identifizieren.“ Ebenso eine ungenutzte Möglichkeit sieht er im geregelten Zuzug von Arbeitskräften und den sich im Land befindenden Geflüchteten: „Um eine gelungene Integration von Migrant*innen garantieren zu können und geregelte Zuwanderung von Arbeitskräften zu fördern, braucht es eine schnellere Eingliederung in den Arbeitsmarkt inklusive Sprachförderung. Sich bereits im Land befindliche Flüchtlinge, die zum Großteil hierbleiben werden, sollten zudem rasch Arbeitsgenehmigungen erhalten, um sie unmittelbar in den Arbeitsmarkt eingliedern zu können.“


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