Land OÖ schnürt Unterstützungspaket für Sozialmärkte
OÖ. In Zeiten von Teuerung und hohen Lebenserhaltungskosten leisten die Sozialmärkte einen wichtigen Beitrag. Dort können Menschen mit geringem Einkommen ihren Lebensmittelbedarf abdecken. Doch die Sozialmärkte selbst kämpfen derzeit mit einem Rückgang an Warenspenden und einem Mangel an ehrenamtlichen Mitarbeitern. Daher legt das Land Oberösterreich auch heuer wieder ein Unterstützungspaket für die oö. Sozialmärkte auf.

Die Sozialmärkte werden in Oberösterreich vom Roten Kreuz sowie direkt von Vereinen (z.B. Verein SOMA), Initiativen und auch Gemeinden betrieben. Hinzu kommen noch organisierte Tafeln und Spendenaktionen. Das ergibt oberösterreichweit knapp 40 Sozialmärkte bzw. Tafeln.
Derzeit stehen die Sozialmärkte vor gleich mehreren Herausforderungen: Vorneweg der Rückgang an direkten Warenspenden, weshalb sich die Ausgaben für Zukäufe erhöhen. Ebenso die direkte Konkurrenz durch digitale Anwendungen wie „Too Good to Go“, die Lebensmittelverschwendung vermeiden wollen. Und die weniger werdenden Ehrenamtlichen, die direkt in den Märkten helfen.
Sonderförderung zur Deckung der Mehrkosten
Damit die Sozialmärkte zusätzliche Waren erwerben können, stellt das Land OÖ eine Sonderförderung über 400.000 Euro zur Verfügung. Mit den zusätzlichen Mitteln können die Sozialmärkte Mehrkosten abdecken und laufende Liefer- und Kühlketten aufrechterhalten. Die Höhe der Förderung bemisst sich neben einer Basisförderung für alle Träger nach der Anzahl der Bezieher mit Einkaufsberechtigung im jeweiligen Markt.
Warenpakete aus der Lebensmittelindustrie
Auf Initiative der Raiffeisenlandesbank OÖ werden den Sozialmärkten von den Beteiligungsunternehmen in der Lebensmittelindustrie Vivatis Holding AG, efko und Salinen Austria AG Waren im Wert von bis zu 400.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die logistische Abwicklung der Warenlieferung übernimmt das Rote Kreuz für das Land Oberösterreich.
Das Sozialressort führt zudem Gespräche mit weiteren Industriebetrieben bzw. Handelsketten zur Gewinnung von Warenspenden. Insbesondere benötigt werden:
- Grundnahrungsmittel: Mehl, Reis, Nudeln, Brot, Zucker, Salz, Milch, Joghurt, Haltbarmilch
- Sonstige Produkte: Fertigprodukte (Packerl, Konserven), Getränke, Süßigkeiten, Obst, Gemüse
- Non-Food/Hygieneartikel: Zahnpasta, Duschgel, Seife Waschmittel, Putzmittel
Ehrenamtsinitiative zur Gewinnung von Freiwilligen und Aktions-Sammeltage
Die Sozialmärkte sind für ihren laufenden Betrieb auf die Unterstützung durch Freiwillige angewiesen. Daher gibt es heuer einen Ehrenamts-Schwerpunkt gemeinsam mit dem Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum (ULF) / Verein dieziwi. Interessierte Oberösterreicher können sich einerseits unter soma@ulf-ooe.at direkt melden, andererseits wird eine eigene Plattform eingerichtet, bei der sich ehrenamtliche Vereine und Initiativen direkt mit den lokalen Märkten vernetzen können, um gemeinsame Sammelaktionen zu organisieren.
Zu den Aufgaben als Freiwilliger in den oö. Sozialmärkten zählen:
- Warenabholungen
- Sortieren von Obst und Gemüse
- Betreuung der Brot- und Gebäckabteilung
- Regalbetreuung & Etikettieren
- Sortieren von Warenspenden
- Mithilfe in der Küche & Ausgabe von Essen und Getränken
- Kundenbetreuung
- Unterstützung bei Projekten zugunsten der Sozialmärkte
Im Rahmen des Unterstützungspakets wird es zudem, organisiert vom ULF, drei Aktions-Sammeltage geben, bei denen Ehrenamtliche direkt bei Supermärkten Kunden darum bitten, zusätzliche Waren für Sozialmärkte zu kaufen. Dazu werden auch einheitliche Sujets und Flyer vom Land Oberösterreich zur Verfügung gestellt.
Das ULF gibt Interessierten nähere Auskünfte zu den Freiwilligentätigkeiten in den oö. Sozialmärkten. Interessierte erhalten individuelle Beratung, werden zum Sozialmarkt in ihrer Nähe vermittelt und mit regelmäßigen Austausch- und Weiterbildungsangeboten in ihrem Engagement begleitet.


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