SP-Landtagspräsident als DJ bei Burschenbundball-Afterparty
LINZ. Peter Binder (SP) ist der Dritte Landtagspräsident in Oberösterreich, in seiner Freizeit ist er Hobby-DJ. Er hat bei einer Geburtstagsfeier in einem Linzer Lokal aufgelegt, bei der auch Gäste des Burschenbundballs anwesend waren. SP-Landeschef Michael Lindner hat ihn deshalb für heute, Dienstag 6. Februar, zu einem klärenden Gespräch zitiert.

Am Samstag, 3. Februar fand – begleitet von einer Großdemonstration dagegen – der Burschenbundball statt. Das Bündnis „Linz gegen Rechts“ hatte zum alljährlichen Protest dagegen aufgerufen, Teil dieses Bündnisses ist auch die Landes-SP sowie mehrere SP-Organisationen.
Burschenbundball-Afterparty in Lokal von SP-Gemeinderat
Dass nun der SP-Landtagspräsident im Lokal eines SP-Gemeinderats bei der Afterparty zum Burschenbundball auflegt, überrascht daher umso mehr. Wie der ORF berichtet, soll Binder zunächst für eine Geburtstagsfeier angefragt worden sein, später sei gefragt worden, ob auch Gäste vom Burschenbundball ins Lokal kommen dürfen. Binder sei nicht bewusst gewesen, dass es sich um die offizielle Afterparty zum Burschenbundball handelt – auf der Website zum Ball war die Feier im Lokals des SP-Gemeinderats jedoch als „Ballausklang“ angekündigt.
„Ich werde hier künftig viel sensibler sein. An meiner antifaschistischen Einstellung ist selbstverständlich nicht zu rütteln“, sagte Binder im Gespräch mit der „Krone“.
Grüne OÖ und Grüne Linz üben Kritik
Kritik kam von den Grünen, sowohl auf Landes- als auch auf Kommunal-Ebene: „Dem Kampf gegen Rechtsextremismus und nationalistisches Gedankengut leistet die SPÖ OÖ damit einen Bärendienst. Der FPÖ und den Burschenschafter bietet sie eine offene Flanke und jeglichen Grund zur Häme.“, so die Grüne Rechtsextremismus-Sprecherin Anne-Sophie Bauer. Man sei gespannt auf das Gespräch zwischen Lindner und Binder.
Helge Langer, Klubobmann der Grünen Linz, stößt sich auch an dem Umstand, dass die Feier in einem Lokal stattfand, das einem Linzer SP-Gemeinderat gehört. „Wer seine Türe für Personen des äußerst rechten Randes öffnet, trägt dazu bei, ein Weltbild der Hetze und der Ausgrenzung gesellschaftsfähig zu machen. Ein solches Verhalten lässt Zweifel aufkommen, wie ernst es Teilen der SPÖ mit ihrem Einsatz für den Antifaschismus tatsächlich ist“, so Langer.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden