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Linzer Innenstadtkonzept: Fußgänger- und Begegnungszone für die südliche Landstraße

Marlis Schlatte, 20.06.2024 16:00

LINZ. Einen Zwischenbericht zum neuen Innenstadtkonzept wurde dem Linzer Stadtsenat heute, am 20. Juni, vorgelegt. Das Konzept, das in Zusammenarbeit mit Bürgern, Experten und Interessensvertretern erstellt wird, soll Empfehlungen für die Gestaltung der Innenstadt geben. Ein Schwerpunkt dabei liegt etwa auf der Umgestaltung der südlichen Landstraße. FPÖ, ÖVP und Grüne mahnen vor Schnellschüssen und zur engeren Abstimmung.

Der Abschnitt zwischen Goethekreuzung und Bürgerstraße könnte sich Großteils als Fußgängerzone eignen. (Foto: Volker Weihbold)

Zwischen Goethestraße und Bürgerstraße soll eine Fußgängerzone ähnlich der nördlichen Landstraße in Betracht gezogen werden, mit einer Begegnungszone von der Bürgerstraße bis zur Bismarckstraße. Neue Baumpflanzungen und Stadtmöbel sollen die Aufenthaltsqualität der südlichen Landstraße erhöhen und die Attraktivität durch einen Mix aus Handel, Gastronomie, Kultur, Bildung und sozialen Angeboten gesteigert werden - so heißt es im heute präsentierten Zwischenstand des Linzer Innenstadtkonzepts.

Das neue Innenstadtkonzept, das gemeinsam mit Experten, Bewohnern, Geschäftstreibenden, Vereinen und anderen Akteuren entwickelt wird, soll keine detaillierte Planung darstellen, sondern eine Orientierungshilfe für künftige Maßnahmen. Als wichtige Voraussetzung wird dabei die Eröffnung des Westrings bis 2035 gesehen. Befahrbar soll dieser bereits in diesem Jahr werden, wodurch etwa ein autofreier Hauptplatz umgesetzt werden könne.

Bedürfnissen von Bewohnern und Besuchern gerecht werden

Im Laufe des Prozesses wurde im Herbst 2023 eine Umfrage durchgeführt, an der rund 4.000 Menschen teilnahmen, zusätzlich gab es Workshops mit Interessenvertretern. Dabei seien viele Ideen und Wünsche gesammelt worden, welche im Konzept berücksichtigt werden sollen. Dabei wurden etwa auch die Schwachstellen der Südlichen Landstraße und der Wunsch nach mehr Erholungs- und Lebensraum identifiziert.

„Das Innenstadtkonzept ist ein entscheidender Schritt in die Zukunft von Linz. Mit der breiten Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger haben wir sichergestellt, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Linzerinnen und Linzer im Mittelpunkt stehen. Die Umgestaltung der Südlichen Landstraße, auch mit einer möglichen Fußgängerzone, wäre ein wichtiger Meilenstein, um unsere Innenstadt lebenswerter und attraktiver zu machen“, so Planungsstadtrat Dietmar Prammer (SP).

Auch Stadtentwicklungsdirektor Hans-Martin Neumann sieht darin eine Chance: „Eine Umgestaltung der Südlichen Landstraße zur Fußgängerzone wäre geeignet, um die Aufenthaltsqualität und die klimagerechte Gestaltung der Innenstadt zu fördern. Mit der Umwandlung und begleitenden Maßnahmen würde ein attraktiver und nachhaltiger Stadtraum entstehen, der sowohl den Bedürfnissen der Bewohner*innen als auch der Besucher*innen gerecht wird.“

„Best of Linz“

Das Innenstadtkonzept für Linz folgt vier zentralen Prinzipien, die als „Best of“ für die Stadt gelten sollen:

  1. Rückgrat: Die Landstraße als Aushängeschild der Innenstadt soll ihre Strahlkraft nach Norden und Süden ausweiten. Die zentrale Achse wird erweitert, wobei die spezifischen Qualitäten der verschiedenen Abschnitte hervorgehoben werden.

  2. Netzwerk: Ein zusammenhängendes Netzwerk gut gestalteter Freiräume (Plätze, Parks, Gärten, Innenhöfe, Straßen und Gassen) verbindet die Nachbarschaften, verbessert die Erreichbarkeit und den Gesamteindruck der Innenstadt. Dies wird durch bauliche Aufwertung der Straßenräume und Reduzierung des motorisierten Verkehrs erreicht.

  3. Konfetti: Einzigartige Orte in den fünf bestehenden Vierteln der Innenstadt, die unterschiedliche Qualitäten aufweisen, werden stärker hervorgehoben. Wichtige Elemente sind die Gestaltung der Freiräume und die Einbindung lokaler Akteure in künftige Maßnahmen.

  4. Tore: Die Stadteingänge sollen einladender gestaltet werden, damit Menschen wissen, wann sie die Innenstadt erreichen. Neue Aufenthaltsorte können hier entstehen und Besucher dazu animiert werden, auf sanfte Mobilitätsformen umzusteigen.

FPÖ warnt vor Schnellschüssen

„Ich bin überzeugt, dass wir die Innenstadt attraktiver gestalten können und müssen. Um tatsächlich ans Ziel zu kommen, muss die Stadtpolitik rechtzeitig alle Interessen abwägen und vor allem realistische Visionen entwickeln. Die heutige Präsentation der Pläne für die Weiterentwicklung Innenstadt wirft in zahlreichen Punkten mehr Fragen als Antworten auf. Grafisch abstrakte Darstellungen ohne konkrete Planungen und Kalkulationen haben schon in der Vergangenheit bei anderen Projekten letztlich für herbe Enttäuschungen gesorgt, weil sie aus verschiedensten Gründen an der Umsetzung scheiterten – etwa bei der Badebucht an der Donau, bei der Busspur vorm Lentos oder bei der dicht begrünten Fassade des Neuen Rathauses“, so Stadtrat Michael Raml (FP).

Bevor die Pläne der Öffentlichkeit präsentiert werden, solle zuvor politisch darüber abgestimmt werden und die technische und finanzielle Umsetzbarkeit geprüft werden.

Enge Abstimmung mit Zuständigen notwendig

Das Innenstadtkonzept für Linz ist in der heutigen Sitzung des Stadtsenats präsentiert worden. Den derzeitigen Stand des Innenstadtkonzepts bewertet Klimastadträtin Eva Schobesberger (Grüne) positiv, es brauche nun jedoch eine enge Abstimmung mit den Stadtregierungsmitgliedern aus den jeweiligen Ressorts. „

Es ist einfach wichtig, dass jetzt wieder alle Beteiligten an einem Strang ziehen, damit wir gemeinsam ausarbeiten können, was tatsächlich möglich ist. Denn eines ist klar: Eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt brauchen wir genauso dringend wie mehr Grün“, so Schobesberger.

„Richtung stimmt“

Bei den Ideen zur südlichen Landstraße stimme die Richtung, etwa was die Pläne einer Fußgängerzone betreffen, so Vizebürgermeister und Mobilitätsreferent Martin Hajart (VP), dafür

brauche es aber eine ganzheitliche Gestaltung und ein dynamisches Parkleitsystem für Innenstadtgaragen.

„Es ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, dass die Problempunkte erkannt werden, hier braucht es aber noch mehr Abstimmung der Ressorts und mehr Miteinander, um das Beste für die Landstraße und die Linzer Innenstadt herauszuholen“, so Hajart.


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