Linzer Innenstadtkonzept: Fußgänger- und Begegnungszone für die südliche Landstraße
LINZ. Einen Zwischenbericht zum neuen Innenstadtkonzept wurde dem Linzer Stadtsenat heute, am 20. Juni, vorgelegt. Das Konzept, das in Zusammenarbeit mit Bürgern, Experten und Interessensvertretern erstellt wird, soll Empfehlungen für die Gestaltung der Innenstadt geben. Ein Schwerpunkt dabei liegt etwa auf der Umgestaltung der südlichen Landstraße. FPÖ, ÖVP und Grüne mahnen vor Schnellschüssen und zur engeren Abstimmung.

Zwischen Goethestraße und Bürgerstraße soll eine Fußgängerzone ähnlich der nördlichen Landstraße in Betracht gezogen werden, mit einer Begegnungszone von der Bürgerstraße bis zur Bismarckstraße. Neue Baumpflanzungen und Stadtmöbel sollen die Aufenthaltsqualität der südlichen Landstraße erhöhen und die Attraktivität durch einen Mix aus Handel, Gastronomie, Kultur, Bildung und sozialen Angeboten gesteigert werden - so heißt es im heute präsentierten Zwischenstand des Linzer Innenstadtkonzepts.
Das neue Innenstadtkonzept, das gemeinsam mit Experten, Bewohnern, Geschäftstreibenden, Vereinen und anderen Akteuren entwickelt wird, soll keine detaillierte Planung darstellen, sondern eine Orientierungshilfe für künftige Maßnahmen. Als wichtige Voraussetzung wird dabei die Eröffnung des Westrings bis 2035 gesehen. Befahrbar soll dieser bereits in diesem Jahr werden, wodurch etwa ein autofreier Hauptplatz umgesetzt werden könne.
Bedürfnissen von Bewohnern und Besuchern gerecht werden
Im Laufe des Prozesses wurde im Herbst 2023 eine Umfrage durchgeführt, an der rund 4.000 Menschen teilnahmen, zusätzlich gab es Workshops mit Interessenvertretern. Dabei seien viele Ideen und Wünsche gesammelt worden, welche im Konzept berücksichtigt werden sollen. Dabei wurden etwa auch die Schwachstellen der Südlichen Landstraße und der Wunsch nach mehr Erholungs- und Lebensraum identifiziert.
„Das Innenstadtkonzept ist ein entscheidender Schritt in die Zukunft von Linz. Mit der breiten Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger haben wir sichergestellt, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Linzerinnen und Linzer im Mittelpunkt stehen. Die Umgestaltung der Südlichen Landstraße, auch mit einer möglichen Fußgängerzone, wäre ein wichtiger Meilenstein, um unsere Innenstadt lebenswerter und attraktiver zu machen“, so Planungsstadtrat Dietmar Prammer (SP).
Auch Stadtentwicklungsdirektor Hans-Martin Neumann sieht darin eine Chance: „Eine Umgestaltung der Südlichen Landstraße zur Fußgängerzone wäre geeignet, um die Aufenthaltsqualität und die klimagerechte Gestaltung der Innenstadt zu fördern. Mit der Umwandlung und begleitenden Maßnahmen würde ein attraktiver und nachhaltiger Stadtraum entstehen, der sowohl den Bedürfnissen der Bewohner*innen als auch der Besucher*innen gerecht wird.“
„Best of Linz“
Das Innenstadtkonzept für Linz folgt vier zentralen Prinzipien, die als „Best of“ für die Stadt gelten sollen:
Rückgrat: Die Landstraße als Aushängeschild der Innenstadt soll ihre Strahlkraft nach Norden und Süden ausweiten. Die zentrale Achse wird erweitert, wobei die spezifischen Qualitäten der verschiedenen Abschnitte hervorgehoben werden.
Netzwerk: Ein zusammenhängendes Netzwerk gut gestalteter Freiräume (Plätze, Parks, Gärten, Innenhöfe, Straßen und Gassen) verbindet die Nachbarschaften, verbessert die Erreichbarkeit und den Gesamteindruck der Innenstadt. Dies wird durch bauliche Aufwertung der Straßenräume und Reduzierung des motorisierten Verkehrs erreicht.
Konfetti: Einzigartige Orte in den fünf bestehenden Vierteln der Innenstadt, die unterschiedliche Qualitäten aufweisen, werden stärker hervorgehoben. Wichtige Elemente sind die Gestaltung der Freiräume und die Einbindung lokaler Akteure in künftige Maßnahmen.
Tore: Die Stadteingänge sollen einladender gestaltet werden, damit Menschen wissen, wann sie die Innenstadt erreichen. Neue Aufenthaltsorte können hier entstehen und Besucher dazu animiert werden, auf sanfte Mobilitätsformen umzusteigen.


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