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Linzer Planungsstadtrat will einen höheren Anteil Gemeinnütziger am Wohnbau

Anna Fessler, 17.07.2024 11:13

LINZ. Nach einer Delle nimmt der Bau von Wohnungen in Linz wieder Fahrt auf. Luft nach oben ist laut Planungsstadtrat Dietmar Prammer beim Anteil der Gemeinnützigen Bauträger, er unterstützt deren Forderung, die Wohnbauförderung wieder auf 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts anzuheben.

Die GWG hat im Poschacherpark 30 neue Mietwohnungen und einen Kindergarten errichtet. Der Linzer Planungsstadtrat Dietmar Prammer will einen höheren Anteil Gemeinnütziger Bauträger, zu denen auch die städtische GWG zählt, am Wohnbau sehen. (Foto: GWG Linz)

Ende des Vorjahres entstanden in Linz 1.799 Wohnungen, heuer sind es gerade 2.141. Die Gemeinnützigen Bauträger (GBV) machen aktuell knapp ein Viertel davon aus. Dem Linzer Planungsstadtrat ist das zu wenig: „Meiner Ansicht nach sollte dieser Anteil noch deutlich gesteigert werden. Das Linzer Erfolgsrezept besteht nicht umsonst in einem bundesweit herausragend gut entwickelten Bestand gemeinnütziger, geförderter Wohnungen. Insbesondere durch diese werden die Mieten in unserer Stadt stabilisiert und hohe Wohnstandards aufrechterhalten.“

Neben der Erhöhung der Wohnbauförderung müsse im Sinne der Nachhaltigkeit auch die Sanierung bzw. Modernisierung von Gebäuden forciert und unterstützt werden, meint Prammer. Im Preiskampf des Marktes unterliegen solche Projekte ansonsten aus wirtschaftlicher Sicht.

In Linz gibt es mit der GWG einen städtischen gemeinnützigen Bauträger, auch das Linzer Modell soll zu leistbarem Wohnraum beitragen. Dadurch wird bei Neubauten ein Teil der Wohnfläche für den geförderten Wohnbau gesichert. Ziel ist es, genügend Raum für den geförderten Wohnbau zur Verfügung zu stellen und zu garantieren, dass dieser auch in zentralen Lagen realisiert werden kann.

Zwei Drittel der Linzer Wohnungen werden vermietet

Mehr als zwei Drittel der Linzer Wohnungen werden vermietet, laut einer WIFO-Studie vom Mai 2023 wirkt sich ein hoher Anteil an GBV-Wohnungen auf den gesamten Mietwohnungsmarkt aus. Eine Steigerung von zehn Prozent bewirkt demnach eine Verringerung der unregulierten Mieten um 30 bis 40 Cent pro Quadratmeter, für eine Linzer Wohnung mit 72,1 Quadratmetern bedeutet das eine Ersparnis von bis zu 346 Euro pro Jahr. Kurz gesagt: von einem hohen GBV-Anteil profitieren auch jene, die am privaten Mietmarkt suchen.

Auch Leerstände wirken sich auf den Mietpreis aus, da sie zu einer künstlichen Verknappung am Wohnungsmarkt führen. Eine fundierte Leerstandserhebung gibt es in Linz derzeit nicht, ebenso wie in den meisten österreichischen Städten. Aber selbst wenn es valide Daten gäbe: wie die OÖN berichten, hat Oberösterreichs Landeshautpmann Thomas Stelzer einer Leerstandsabgabe für das Bundesland eine Absage erteilt, eine weitere Gebühr sei nicht vorgesehen.


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