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Klimawandel als soziale Frage: Sozialarbeit-Studenten nehmen das Makartviertel unter die Lupe

Anna Fessler, 17.07.2024 11:52

LINZ. Das Makartviertel in Linz weist eine besonders hohe Zahl an Tropennächten auf. Ein neues Forschungsprojekt wirft einen genaueren Blick auf den Klimawandel in diesem Stadtteil. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die dortigen Bewohner die Situation wahrnehmen und welche Maßnahmen zur Abkühlung möglich sind.

Ein neues Forschungsprojekt untersucht den Klimawandel im Makartviertel. V.l.: Stadtklimatologe Johannes Horak, Jürgen Bonath (Fachhochschule OÖ) , Klimastadträtin Eva Schobesberger und Christina Pree (Fachhochschule OÖ) vor der Otto-Glöckel-Schule. (Foto: privat)

Bei der Otto-Glöckel-Schule in der Dürnbergstraße steht eine Messstation der Stadt Linz, eine von sechs. Hier wurde vergangenes Jahr mit 19 Tropennächten das Maximum im Stadtgebiet gemessen. Zum Vergleich: bei der Schule Ebelsberg und in Dornach waren es nur fünf. Aus diesem Grund nehmen 18 Studierende des Bachelorstudiums „Soziale Arbeit“ an der FH Oberösterreich über drei Semester das Makartviertel unter die Lupe.

Soziale Aspekte des Klimawandels

Wie nehmen die Bewohner aktuell die klimatischen Lebensbedingungen im Alltag wahr, wie sieht ihr Blick in die Zukunft (sprich: 2034) aus? Das ist eine der zentralen Fragen. Die Studenten untersuchen auch, wo und wie sich bei extremer Hitzeentwicklung die Temperaturen regulieren lassen, vor allem für wen. Denn Fragen der Gerechtigkeit und der Zugänglichkeit gewinnen an Bedeutung. Jürgen Bonath, der gemeinsam mit Christina Pree die Lehrveranstaltung leitet, ist selbst Bewohner des Stadtteils. Bonath sieht in dem Projekt eine große Chance, um Aufklärungsarbeit zu leisten: „Die Klimakrise betrifft uns alle, aber nicht alle gleich. Mehr über die sozialen Aspekte zu erfahren und Bewohner direkt zu erreichen – das kann mit diesem Forschungsprojekt gelingen.“

Kooperation mit der Linzer Stadtklimatologie

Mit dem Projekt wird dem Klimawandelanpassungskonzept „Zukunft Linz“ zuarbeiten, die Stadt Linz ist Kooperationspartner. So kann die Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt, die das Projekt fachlich begleitet, neueste Erkenntnisse direkt in die Arbeit zur Klimawandel-Anpassung einfließen lassen. Die Stadt Linz stellt den Studierenden zudem Daten, etwa aus Stadtklimasimulationen, zur Verfügung und unterstützt finanziell. Gleichzeitig sollen bei der Forschungswerkstatt für die Stadt wertvolle Daten erhoben werden.

Klimastadträtin Schobesberger: „Wird für unsere Klimaarbeit neue Erkenntnisse liefern“

„Im Jahr 2023 wurden an einem Messpunkt der Stadt Linz bei der Otto-Glöckel-Schule 19 Tropennächte gemessen. In solchen Nächten ist die Erholsamkeit des Schlafes bereits stark beeinträchtigt. Sie treten zumeist in Verbindung mit sommerlichen Hitzephasen auf und stellen eine gesundheitliche Belastung dar. Die Klimafrage ist daher auch eine zutiefst soziale Frage. Wir müssen deshalb gerade dicht verbaute Stadtteile klimagerecht umbauen. Ich bedanke mich bei Christina Pree, Jürgen Bonath, der Fachhochschule OÖ und der Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt für die wichtige Kooperation, die für unsere Klimaarbeit neue Erkenntnisse liefern wird“, so Klimastadträtin Eva Schobesberger.  


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