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Wahlkampfauftakt im Lentos: VP-Bürgermeisterkandidat Martin Hajart will Verkehr und Integration zur Chefsache machen

Anna Fessler, 12.11.2024 12:21

LINZ. In Linz startet die heiße Wahlkampfphase vor der Bürgermeisterwahl am 12. Jänner. Nach und nach präsentieren die Kandidaten und Kandidatinnen ihre Pläne für Linz, Martin Hajart (VP) lud sich dazu gleich mehr als 400 Gäste am Montagabend ins Lentos.

Der VP-Bürgermeisterkandidat Martin Hajart beim Auftakt zum Wahlkampf im Lentos. (Foto: Wolfgang Simlinger)

In Lila getaucht war das Lentos am Montagabend zum Wahlkampfauftakt von VP-Bürgermeisterkandidat Martin Hajart: die Farbe soll den „Aufbruch in eine neue Ära“ symbolisieren. Durch den Abend führte die Kabarettistin Angelika Niedetzky, die sich auch ein paar Seitenhiebe auf Ex-Bürgermeister Luger nicht verkneifen konnte.

Gestartet wurde mit zwei Talkrunden, an denen etwa der stellvertretende Stadtpolizeikommandant Michael Hubmann, Isidore Iwuamadi von der Black Community, Barbara Penz vom gleichnamigen Linzer Modegeschäft oder Judotrainer Günter Zinnöcker teilnahmen. Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP), einer der zahlreichen Ehrengäste, lobte Hajart als „Gestalter, der anpackt“, und meinte, es brauche einen solchen starken Partner in der Landeshauptstadt.

Vertrauen in die Politik zurückgewinnen

In seiner anschließenden Rede dankte Hajart zu Beginn seiner anwesenden Familie für die Unterstützung und den Rückhalt und präsentierte dann seine Pläne für Linz, sollte er Bürgermeister werden. Linz habe sich eine bessere Politik verdient, man müsse das Vertrauen der Menschen wieder zurückgewinnen. Einen guten Bürgermeister würden die Wertehaltung, Ehrlichkeit und Redlichkeit ausmachen. „Der Verdacht, Politiker würden in erster Linie ihre eigenen Interessen im Blick haben und nicht die Menschen, hat sich immer mehr verstärkt. Das muss sich wieder verbessern! Dadurch, dass wir es als Politiker vorleben.”, so Hajart.

Integration: „Es zählt nicht woher, sondern wie jemand ist“

Inhaltlich nannte Hajart als wesentlichen Punkt den Bereich Integration: hier laufe es nicht so, „wie wir uns das vorstellen“. Er wolle vorweg klarstellen, für ihn zähle nicht, woher jemand sei, sondern wie man sei. Aber man müsse Probleme klar ansprechen. Bildung und die Beherrschung der deutschen Sprache sieht er als Schlüssel zum Erfolg, er fordert daher ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für alle mit Deutsch-Defiziten. Problematisch sei auch, dass in Linz der Antisemitismus deutlich sichtbar werde. Die Politik müsse eine klare Abwehrhaltung gegenüber Judenfeindlichkeit einnehmen, er wolle eine Distanzierung (von der Judenfeindlichkeit) auch von den muslimischen Organisationen hören. Zum Thema politischer Islam meinte er: „Ich bin nicht offen gegenüber Nicht-Toleranten. Toleranz gegenüber Intoleranten ist Dummheit. Ich bin gegen Parallelgesellschaften und für ein Miteinander.“

Industrie in Linz halten, Verkehr von vornherein mitdenken

Im Bereich Wirtschaft müsse die Industrie „unbedingt in Linz gehalten werden.“ Funktionieren soll das durch die passenden Rahmenbedingungen, schnellere Behördenverfahren, weniger Bürokratie und eine gute Infrastruktur. Als Beispiel dafür führte er den Bypass bei der Wiener Straße ins Industriegebiet an, für den Werksverkehr und eine bessere Anbindung des Linzer Südens.

Weiters müsse die die südliche Landstraße massiv aufgewertet werden, es brauche eine Plan für „Randgruppen“. Hier will er als Bürgermeister zwischen Stadt, Sozialorganisationen und Polizei koordinieren. Was die Stadtplanung betrifft: hier gebe es derzeit nur anlassbezogene Widmungen, es sei auch ein Problem, wenn der Verkehr nicht mitgedacht werde. Stau sei auch ein wirtschaftspolitisches Desaster. Hajart kündigt hier an, als Bürgermeister stärker mit den Umlandgemeinden zusammenarbeiten zu wollen: „Es geht auch um eine starke Lobby gegenüber dem Land, den ÖBB.“ Der Verkehr ist neben der Integration das zweite Thema, das er zur Chefsache machen will.

„Linz nutzt die hervorragende Lage an der Donau nicht ausreichend“

Seine Vision sei es, Linz anders zu positionieren. Das bedeute, die geschichtliche Stärke hervorzuheben, auch die negative Geschichte aufzuarbeiten und darauf aufbauend für die Zukunft zu arbeiten. Auch nutze Linz die Lage an der Donau derzeit noch zu wenig, was er ändern will. Ändern soll sich mit ihm einiges, er spricht von einem Neuanfang, dementsprechend bezeichnete er den Wahlkampfauftakt auch für einen „Startschuss für eine neue Bewegung“.


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