LINZ. Nach den Gewaltverbrechen der vergangenen Wochen – etwa der Angriff mit einer Axt auf einen Sicherheitsmitarbeiter der RLB OÖ beim Südbahnhofmarkt oder der Doppelmord mit anschließendem Suizid vor einem Gasthaus in Urfahr – tagte nun ein Sicherheitsgipfel, um Ansätze zu finden, die Sicherheit in der Stadt und das Sicherheitsgefühl der Linzer wieder zu erhöhen.

An dem Gipfel nahmen die Mitglieder der Stadtregierung, Vertreter der Einsatzkräfte und Experten aus Prävention, Sozialbereich und Gesundheit teil. Der Gipfel war ein erster Auftakt, weitere Zusammenkünfte sind geplant, wie Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) danach erklärte. Konkrete Maßnahmen sollen also erst erarbeitet werden.
„Linz ist sichere Stadt“
Der Bürgermeister betont, dass Linz generell eine sichere Stadt ist. Dies würden etwa die friktionsfrei verlaufenen Großveranstaltungen der vergangenen Wochen wie der Urfahraner Markt, der Linz Marathon oder die Kundgebungen am 1. Mai beweisen. „Dennoch haben wir natürlich großes Verständnis dafür, dass die dramatischen, schrecklichen Einzelfälle der letzten Wochen mit Toten und Schwerverletzten bei den Linzerinnen und Linzer ein mulmiges Gefühl, Sorgen und Ängste hinterlassen haben“, stellt Prammer klar.
„Gesteigerte Grundaggression“
Teilnehmende von Sozialorganisationen berichteten beim Sicherheitsgipfel, dass sie eine gesteigerte Grundaggression in der Bevölkerung wahrnehmen. Auch dass es ein gesteigertes Drogenproblem in der Stadt gibt, wurde thematisiert. Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) fordert daher ein Drogenmonitoring mittels Abwasseranalyse, die die Linz AG durchführen soll.
Psychosoziale Arbeit
Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) will auch bei psychosozialer Arbeit ansetzen. „Wie geht die Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen um? Wie kann man die wenigen gefährlichen, psychisch Erkrankten rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen und ihnen helfen, wieder gesund zu werden und die Bevölkerung damit zu schützen“, spricht er ein schwieriges Thema an. „Wer sich im öffentlichen Raum nicht mehr sicher fühlt, verliert auch ein Stück Freiheit und Lebensqualität“, will er der Bevölkerung wieder ein gutes Gefühl in der Öffentlichkeit vermitteln. „Konkret möchte ich möglichst schnell den Ausbau der Videoüberwachung und Beleuchtung an neuralgischen Plätzen vorantreiben“, so Raml.
Videoüberwachung
Nicht nur der Sicherheitsstadtrat will mehr Videoüberwachung und Beleuchtung, auch Hajart fordert Schritte in diese Richtung. „Ich trete dafür ein, die Beleuchtung im Linzer Volksgarten auszubauen. Da auch das subjektive Sicherheitsgefühl von enormer Wichtigkeit ist, stehe ich einer Videoüberwachung in Wartebereichen öffentlicher Verkehrsmittel positiv gegenüber“, so Hajart. Diese Videoüberwachung könnte bei allen Haltestellen gelten. Frauenstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) sah in dem Gipfel einen wichtigen ersten Schritt und betonte, dass man mehr gegen das strukturelle Problem der Männergewalt in der Bevölkerung machen muss.


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