Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ. Nach der Großdemo in Wien am Mittwoch wurde am Donnerstag auch am Linzer Hauptplatz gegen mögliche Einsparungen bei den Unibudgets lautstark demonstriert. Laut den Veranstaltern – die ÖH der JKU und die ÖH der Kunstuni – waren rund 1.400 Teilnehmer bei der Kundgebung vor Ort.

Rund 1.400 waren bei der Kundgebung am Donnerstag am Linzer Hauptplatz. (Foto: Tips/ks)
  1 / 9   Rund 1.400 waren bei der Kundgebung am Donnerstag am Linzer Hauptplatz. (Foto: Tips/ks)

„Wer Bildung kürzt, kürzt Zukunft“, „Ohne Forschung bleibt nur 'habe ich auf TikTok gesehen'“, „Welche Gesellschaft wollt ihr 2030“, „#Brecht würd's anders machen!“ - diese und viele mehr Sprüche waren auf den Plakaten der Teilnehmer am Hauptplatz zu lesen.

Reden wurden von JKU-Rektor Stefan Koch, Kunstuni-Rektorin und Universitätskonferenz (uniko)-Vorsitzender Brigitte Hütter, dem ÖH-Vorsitzenden der JKU Markus Frandl und der ÖH-Vorsitzenden der Kunstuni Lisa Ackerl gehalten.

„Wir brauchen gut ausgestattete Hochschulen, die das Fundament einer funktionierenden Wissenschaftsgesellschaft bilden. Dass heute Menschen aus so vielen Bereichen zusammengekommen sind, Studierende, Lehrenden, Forschende und auch viele Unterstützer, ist ein deutliches Statement“, so ÖH-Vorsitzender Frandl.

Mit Kürzungen würden in den Laboren Geräte stehen, für die niemand mehr zuständig sei, weil die Stelle gestrichen wurde. „In den Hörsälen sitzen jetzt schon Menschen am Boden und es wird noch schlimmer werden, wenn diese Kürzungen kommen. Junge Wissenschaftler, die jahrelang geforscht haben, publiziert haben, bekommen keinen Vertrag mehr. Nicht, weil ihre Arbeit nichts wert ist, sondern weil es dieser Bundesregierung scheinbar nicht wichtig genug ist, diese Personen zu fördern. Und das sind keine Zahlen. Das sind Namen, das sind Gesichter. Sie kürzen nicht Stellen, sie kürzen Menschen. Sie kürzen nicht Labore, sie kürzen die Orte, in denen die nächsten Wissenschaftler herausfinden, sie kürzen Forschung, die nächste Medikamente erfinden wird. Und sie kürzen nicht Budgets, sie kürzen unsere Zukunft.“

Hütter: „Können nicht zuschauen, wie Universitäten demontiert werden“ 

Auch Rektorin und uniko-Vorsitzende Hütter fand deutliche Worte: „Das Vorhaben der Bundesregierung, die aktuellen Kürzungspläne, nämlich den Universitäten auf Jahre hinaus keinen Cent mehr zusätzlich zu geben, nicht einmal die Inflation abzugelten und dann noch rückzubauen, ist inakzeptabel. Wir können nicht zuschauen, wie die Universitäten demontiert werden - und damit die Zukunft unserer Bildung und die Zukunft unseres Landes.“

Die Welt befinde sich in einem riesigen Umbruch. „Wir brauchen Forschung, wir brauchen Bildung und Lehre, um die Folgen des Klimawandels zu beherrschen und für neue Technologien für leistbare und erneuerbare Ressourcen. Staatsausgaben für Universitäten sind keine Konsumausgaben, die einmal verbrannt werden, sie sind Investitionen in die Zukunft, sie kommen zurück und zwar in veredelter Form. Universitäten sind Lebensadern, sie versorgen unser Gesundheitssystem mit Ärztinnen und Ärzten, die Gesellschaft mit Designerinnen und Designern, mit Architektinnen und Architekten, das Bildungssystem mit Pädagoginnen und Pädagogen, die Wirtschaft mit Technologie und Fachkräften - und das alles auf dem neuesten Stand. Man kann eigentlich nur sagen, danke liebe Universitäten.“

„Wir nehmen es nicht hin“

„Wir nehmen es nicht hin. Wir bleiben dran, wir gehen weiterhin auf die Straße, wir kämpfen gemeinsam, und wir kämpfen für 270.000 Studierende und 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir fordern die nötigen Ressourcen für unsere Universitäten, für die Zukunft künftiger Generationen und für die Zukunft unseres Landes“, so Hütter. 

„Fordern Sichtbarkeit und Anerkennung“

„Wir sind hier und heute nicht angetreten, um uns in einen plumpen und stumpfen Verteilungskampf verwickeln zu lassen. Wir sind heute hier, um uns zu behaupten. Um unserer Bundesregierung den Beitrag universitärer Bildung zur wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, künstlerischen und kulturellen Weiterentwicklung ins Bewusstsein zu rufen“, so auch ÖH-Vorsitzende Ackerl. „Wir fordern hier und heute nicht nur finanzielle Mittel. Wir fordern Sichtbarkeit und Anerkennung. Die Kunstuniversitäten sind nur ein kleiner Teil der österreichischen Universitätslandschaft, aber unsere Leistungen sind groß“, stellt sie die Frage, wie eine Kulturlandschaft, die Welt mit seinen Gebäuden und Bauwerken, ohne Kunstunis aussehen würden.

Koch: Unis sind Orte der Hoffnung“

Für JKU-Rektor Stefan Koch sind Universitäten nicht nur Orte der Zukunft, „sie sind Orte der Hoffnung. Es sind Hoffnungen auf Bildung, auf Fortschritt, auf Innovation. Wir leben in einer Zeit der Krisen, wir leben in einer Zeit der Transformationen. Es geht um unsere aller Zukunft, es geht um die Zukunft unserer Gesellschaft. Und wer hier kürzt, wer die Universitäten kürzt, der kürzt Hoffnungen, der verbaut Zukunft. Von den Spitälern, von den Hörsälen bis zu der Industrie, der Wirtschaft, der Kultur und der Kunst: Überall ist Universität.“ Wer hier spare, reduziere Potenziale. 

„Was wir alle daher gemeinsam fordern, ist klar: Wir brauchen eine ausreichende Finanzierung der Universitäten, wir brauchen einen vollen Inflationsausgleich, um uns entwickeln zu können, um das weiter betreiben zu können, was wir so erfolgreich gemeinsam betreiben. Wir brauchen Planungssicherheit, wir brauchen diese Finanzierungszusammenarbeit, jetzt und nicht in der Zukunft. Dafür stehen wir hier, dafür werden wir notfalls auch gemeinsam wiederkommen.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden