KEBA wächst trotz schwierigem Umfeld - neue digitale Einheit gegründet
LINZ. Die Linzer KEBA Group hat das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Umsatz von 544,4 Millionen Euro abgeschlossen. „In einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld haben wir uns stabil weiterentwickelt und gleichzeitig wichtige Zukunftsthemen konsequent vorangetrieben“, so CEO Christoph Knogler.

Trotz schwacher Konjunktur in Europa hat die Linzer KEBA Group ihr Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Gleichzeitig baut das Technologieunternehmen sein Digitalgeschäft aus und setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz für industrielle Anwendungen.
Breit aufgestellt und resilient
Der Umsatz wurde um rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Die breite Aufstellung des Unternehmens in Regionen, Märkten und Branchen zahle auf diese Stabilität ein – eine breite Resilienz werde sichergestellt, so Christoph Knogler, CEO und Sprecher des Vorstands der KEBA Group AG. Die Dynamik in den Geschäftsfeldern – Industrial Automation, Handover Automation, Energy Automation - sei unterschiedlich gewesen, so Knogler.
Während die Investitionsbereitschaft in Europa weiterhin verhalten ist, profitierte KEBA auch von positiven Entwicklungen in Asien und den USA. Insgesamt werden rund 89 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet. Europa ist der größte Markt, gefolgt von Asien. Etwa elf Prozent des Umsatzes werden in Österreich erwirtschaftet.
Das Unternehmen beschäftigt stabil weltweit rund 2.100 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte davon in Österreich.
Investitionen in Forschung und Entwicklung
Auch die Investitionen in Forschung und Entwicklung wurden weiter erhöht. Mit 91,8 Millionen Euro flossen 16,1 Prozent des Umsatzes in Innovationen, wie CFO Andreas Schoberleitner erläutert. „Unsere breite Aufstellung hilft uns dabei, gezielt in Themen zu investieren, die relevant sind. Es geht nicht darum, Trends zu folgen, sondern bestehende Kompetenzen in Zukunftsfelder zu überführen“.
KEBA digital gegründet
Ein wichtiger Schritt war im vergangenen Geschäftsjahr die Gründung von KEBA Digital. In der neuen Einheit bündelt der Automatisierungsspezialist seine Software- und KI-Kompetenzen. Ziel ist es, digitale Produkte und KI-Lösungen unabhängig von der eigenen Hardware auch für andere Branchen anzubieten. Grundlage dafür sind die langjährige Softwareerfahrung des Unternehmens sowie die Expertise des 2025 übernommenen KI-Unternehmens 7LYTIX.
Industrial Intelligence
„Mit KEBA Digital verbinden wir unsere industrielle Erfahrung mit moderner KI- und Softwarekompetenz. So entsteht Industrial Intelligence. Unser Anspruch ist nicht, Prototypen zu bauen, sondern KI dort einzusetzen, wo sie echte Wertschöpfung ermöglicht und Wettbewerbsfähigkeit stärkt – für uns selbst ebenso wie für unsere Partner“, so Knogler.
Für Knogler auch wichtig: „Unser Anspruch an eine KI ist es, diese dazu einzusetzen, um konkreten Mehrwert zu stiften, sie in sinnstiftende Anwendungen zu überführen.“ Ein Beispiel dafür ist der digitale Assistent KeBob, der für Sicherheit und Wohlbefinden etwa in Bankfilialen sorgt.
Auch in den bestehenden Geschäftsbereichen setzt KEBA auf neue Entwicklungen. In der industriellen Automation arbeitet das Unternehmen an KI-Lösungen, die Maschinen präziser und effizienter machen. Im Bereich Banking wurden neue Geldautomaten mit besonderem Fokus auf Barrierefreiheit vorgestellt. Für die Logistik entwickelte KEBA eine neue Generation von Paketstationen, die dank Photovoltaik und Batteriespeicher autark betrieben werden können. Zudem präsentierte das Unternehmen neue Schnellladelösungen für Elektroautos und Lastkraftwagen.
Ausblick
Für die kommenden Jahre sieht KEBA vor allem in den Bereichen Automatisierung, Digitalisierung sowie Energie- und Mobilitätslösungen weiteres Wachstumspotenzial.
Gleichzeitig soll die Präsenz in den USA weiter ausgebaut werden.
„Wenn wir nach vorne schauen, bleibt das Marktumfeld kurzfristig anspruchsvoll. Die Entwicklungen sind regional unterschiedlich. Langfristig sind wir überzeugt, dass die zentralen Treiber bleiben: Automatisierung, Digitalisierung, Energie- und Mobilitätsthemen bleiben wichtig. KI wird eine immer größere Rolle spielen – nicht als abstraktes Thema, sondern als konkrete Technologie“, sieht Schoberleitner die KEBA Group gut aufgestellt. „Wir werden weiter gezielt in Forschung und Entwicklung, Softwarekompetenz, neue Produkte investieren.“


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