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Baustart Mitte 2028: Sparkasse OÖ präsentiert Pläne für neuen "Campus Urfahr"

Karin Seyringer, 28.09.2026 13:58

LINZ. Die Sparkasse OÖ geht nach der Sanierung und Modernisierung des Haupthauses an der Linzer Promenade das nächste Großprojekt an. Der Standort an der Wildbergstraße in Linz-Urfahr wird zum „Campus“. Rund 70 Millionen Euro werden investiert. Der Baustart ist für Mitte 2028 geplant. Am Montag wurden in Linz die Pläne präsentiert.

  1 / 2   Rendering: Der Neubau wird mit drei versetzten Baukörpern mit acht, sechs und vier Geschossen realisiert. In einem zweiten Bauabschnitt wird das Bestandsgebäude mit dem „blauen Turm“ kernsaniert. (Foto: Klinglmüller | HENN | a-stud.io)

Der bestehende Standort mit dem markanten Sparkassen-Turm wurde 1979 eröffnet. „Wir haben uns nach einer langen Analyse dazu entschlossen, dort einen neuen Standort mit einer grundlegenden langfristigen Neugestaltung zu entwickeln“, so Sparkasse OÖ-Generaldirektorin Stefanie Christina Huber. Die Investition sei ein klares Bekenntnis „zu diesem Standort in Urfahr, aber auch ein Bekenntnis für alle, die in dieser Region leben.“ So werde viel mehr als nur ein geschlossenes Bürogebäude entstehen, sondern „ein Ort der Begegnung, ein Ort des Zusammenkommens.“

Grundlage der Planung ist ein Entwurf der Bietergemeinschaft Klinglmüller | HENN | a-stud.io, der in einem anonymen Wettbewerb mit acht Architekturbüros ausgewählt wurde.

Drei Baukörper

Der Neubau mit drei versetzten Baukörpern wird mit acht, sechs und vier Geschossen realisiert. Geplanter Baubeginn ist 2028, geplante Fertigstellung bis Mitte 2031. Das gesamte Areal werde geöffnet, so Huber. Begrünte Dachlandschaften und Terrassen sind vorgesehen, mit dem Sparkassen Plaza ein zentraler öffentlicher Ort.

„Wir wollen nicht bloß ein neues Sparkasse Business-Center, sondern mit dem Campus Infrastruktur gestalten, mit einem Activity Based Working-Konzept ein modernes Arbeitsumfeld ermöglichen, in die Zukunft blicken“, so auch Vorstandsdirektor Martin Punzenberger.

Nullemissionsgebäude, Fläche wird entsiegelt

Groß geschrieben werde auch das Thema Nachhaltigkeit, „bei uns eine zentrale Vorgabe, die wir uns selbst auferlegt haben“, so Huber. Der Campus wird als Nullemissionsgebäude geplant, fossile Energieträger werden ausgeschlossen. Vorgesehen sind unter anderem Geothermie, Photovoltaik und begrünte Dächer. Ein möglichst großer Teil der bestehenden Bäume soll erhalten bleiben, das Schwammstadtprinzip soll umgesetzt werden. Zudem würden 20 Prozent des Grundstücks entsiegelt.

Kernsanierung Bestandsgebäude in zweitem Bauabschnitt

Der aktuelle Bestand mit dem markanten „blauen Turm“ soll in einem zweiten Bauabschnitt ab 2031 kernsaniert werden, künftig ist dort auch Wohnnutzung vorgesehen. „Hier sind wir gerade in Konzeption“, so Punzenberger.

Mehrere Veränderungen im Areal rund um die Wildbergstraße

In den nächsten Jahren kommen im Areal rund um die Wildbergstraße mehrere Projekte zusammen, der neue Campus Urfahr sei dabei ein wichtiger Baustein, so Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ).

Im Frühjahr 2025 präsentierte die Städtebauliche Kommission ihre Empfehlungen zur ganzheitlichen Entwicklung des Wildberg-Areals, wie Prammer zurückblickt. „Ich bedanke mich bei der Sparkasse OÖ – sie wollte das Projekt von Beginn an mit der Stadt Linz gemeinsam entwickeln.“ Die Empfehlungen der Kommission seien im Entwurf umfassend berücksichtigt.

Die Vision der Städtebaulichen Kommission für die Wildbergstraße ist ein „Boulevard“, „auch in Zukunft eine stark genutzte Straße, aber mit viel Grünraum und hoher Aufenthaltsqualität. Und das war auch wichtig für das Projekt des Campus Urfahr – mit mehr Grünflächen, guten Verbindungen auch fußläufig für die Anrainer, einer ausgewogenen Nutzungsmischung“, so Prammer.

Entlang der Wildbergstraße stehen mehrere bedeutende Projektentwicklungen an. So entwickelt die GWG gemeinsam mit der Pfarre Christkönig (Friedenskirche) ein Projekt mit Wohnungen und neuem Caritas-Kindergarten. Der Standort der Bezirkshauptmannschaft Urfahr soll zu einem größeren Verwaltungsstandort weiterentwickelt werden. Der Standort des Samariterbundes in der Reindlstraße soll erweitert und nachverdichtet werden. Nicht zuletzt ist eine Haltestelle der geplanten Regionalstadtbahn an der Wildbergstraße/Reindlstraße vorgesehen.

Auch lesen:

Quartiersgaragen Thema im Gemeinderat

Angesichts der bereits laufenden beziehungsweise bevorstehenden Projektentwicklungen hat sich der Gemeinderat mit der Verkehrssituation im Wildberg-Areal beschäftigt, nach einem ÖVP-Antrag „zur Entwicklung und Umsetzung von Quartiersgaragen im Wildberg-Areal“. „Quartiersgaragen können den Parkdruck reduzieren und zugleich oberirdische Flächen für Entsiegelung, Baumpflanzungen, Grünflächen und eine höhere Aufenthaltsqualität freimachen“, heißt es im Antrag. Gespräche mit den öffentlichen und privaten Projektträgern müssten daher geführt werden. Der Antrag wurde einstimmig den Ausschüssen für Mobilität und Märkte sowie Planung, Integration und Verfassung zugewiesen.

Infos zum Campus Urfahr

Die Sparkasse OÖ kündigt an, Anrainer über den Zeitplan zu informieren, sobald die baulichen Details feststehen und die Verfahren abgeschlossen sind. Eine Ausstellung der eingereichten Entwürfe im Alten Rathaus ist voraussichtlich für Ende November 2026 geplant. Infos erhalten Interessierte auch über die Projektwebsite www.sparkasse-ooe.at/campus-urfahr


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