Pfotenhilfe: Dramatischer Anstieg an Tiernotfällen
LOCHEN/BRAUNAU. Täglich rufen dutzende Menschen bei der Pfotenhilfe in Lochen an, weil sie ihre Tiere loswerden wollen oder müssen. So kritisch wie derzeit sei es noch nie gewesen, berichtet Geschäftsführerin Johanna Stadler.

In den letzten Tagen und Wochen häuften sich in der Pfotenhilfe die Anfragen von Leuten, die ihre Tiere – darunter neben Hunden und Katzen auch viele Exoten – „loswerden“ wollen. Und das oft sofort. Geschäftsführerin Johanna Stadler ist verwundert über den dramatischen Anstieg: „Ich verstehe nicht, warum es jetzt so eine Flut an Notfällen gibt. Seit sechs Jahren leite ich jetzt die Pfotenhilfe, aber so kritisch war es bei weitem noch nie.“
Zu wenig freie Plätze
Dabei sieht sich das Tierheim mit einem weiteren Problem konfrontiert: Es fehlen freie Plätze. So viele Tiere wie derzeit neu kommen, können unmöglich so schnell weitervermittelt werden, daher kann die Pfotenhilfe nur einen Bruchteil der Anfragen aufnehmen. Stadler berichtet von einem Tag, an dem Anfragen für ganze 17 Hunde und 23 Katzen, darunter mehrere Senioren, aber auch säugende Katzenmütter samt Kitten, kamen. „Laut den Haltern mussten diese dringend weg“, ärgert sich Stadler.
Unüberlegte Anschaffung
Für sie liegt das Hauptproblem darin, dass Tiere oft sehr spontan und unüberlegt angeschafft werden. Die Folgen und die Verantwortung sowie die Kosten, die man sich damit aufhalst, werden allerdings meist nicht bedacht. Auch viele aus dem Ausland vermittelte Tiere, etwa über Facebook, landen im Tierheim. „Die vermeintlichen Tierretter wollen aus Mitgefühl helfen. Nach kurzer Zeit bemerken sie aber, dass sie damit überfordert sind oder Tier und Mensch nicht zusammenpassen“, erklärt Stadler.


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