Fluchtspuren führen ins Heute
Die diesjährige Gedenkveranstaltung zur Mühlviertler Menschenhatz richtete den Fokus auf alle Menschen, die vor Verfolgung, Hunger, Tod und Krieg fliehen mussten.

Jahr für Jahr wirken Schüler der Neuen Mittelschule an Veranstaltungen in der Gedenkstätte mit und engagierten sich nun zum wiederholten Mal beim Gedenkabend zum Jahrestag der so genannten „Mühlviertler Hasenjagd“ – einer Massenflucht aus dem Konzentrationslager im Februar 1945. Zu Beginn des Abends unter dem Titel „Fluchtspuren“ präsentierten die Jugendlichen ihr bewegendes Filmprojekt „angekommen“. Sie näherten sich mit viel Fingerspitzengefühl den Schicksalen und Lebenssituationen ihrer geflüchteten Mitschüler.
Filmprojekt von Schülern der NMS Mauthausen
Entstanden ist ein Film über alltägliche Lebenssituationen und über Ängste und Träume junger Menschen in ihrer neuen, fremden Heimat. Direktor Wintersberger ist von der besonderen Verantwortung seiner Schule in einem Ort wie Mauthausen überzeugt: „Hier gebührt dem Thema Zivilcourage besonderes Augenmerk“. Das Projekt wurde vom Lehrerinnenteam Marietta Stöffl, Barbara Pechböck-Friedl und Sabine Speta begleitet und bei der Uraufführung des Filmes im Donausaal vom Publikum uneingeschränkt positiv aufgenommen. Der bekannte Satiriker und Kabarettist Werner Schneyder und die Band „Free Willy“ gestalteten den weiteren Verlauf des Abends und waren voll des Lobes über die gelungene Arbeit der Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen. Mit Texten von Kurt Tucholsky und Erich Kästner aus der Zeit zwischen den Kriegen gelang es Schneyder, Parallelen zwischen den 30iger Jahren und heute aufzuzeigen.
INFO
Anlass für die alljährliche Veranstaltung der „perspektive“ und der Gemeinde Mauthausen ist das Gedenken an die Massenflucht aus dem Todesblock 20 des Konzentrationslagers Mauthausen in der Nacht von 1. auf 2. Februar 1945. Von 500 geflohenen Häftlingen hat nur ein Dutzend überlebt.


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