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MAUTHAUSEN/GEDENKSTÄTTE. Eine außergewöhnliche Ausstellung wurde kürzlich in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Mauthausen eröffnet. In seinen Werken verarbeitete der international bekannten Künstler Jehuda Bacon seine traumatischen Erlebnisse als Jugendlicher und beschreitet bis heute konsequent den Weg der Versöhnung.  

Jehuda Bacon bei der Ausstellungseröffnung.
  1 / 3   Jehuda Bacon bei der Ausstellungseröffnung.

In den Werken des Künstlers entsteht ein vielschichtiges Gesamtkunstwerk, das sich in einem eigenwilligen Spannungsgeflecht entfaltet. Der 87-Jährige war bei der Vernissage persönlich anwesend. Er betritt die Ausstellungsräume, sieht sich seine Bilder an, die er lange nicht gesehen hatte, stellt sich Fragen, gibt Anworten: „Ich versuche, das Geheimnis des Lebens abzubilden“. Jehuda Bacon sieht sich im Ausstellungsraum um, strahlt Güte aus, ein Charisma,das zutiefst berührt. Auf die Frage, ob er seinen Verfolgern verziehen hätte, antwortete er: „Würde ich hassen, hätte das Böse gesiegt.“

Erinnerungen in Zeichnungen festgehalten

Jehuda Bacon hat in jungen Jahren die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz, Mauthausen und Gunskirchen erlebt und er hat mit den Jahren seine Freude am Leben wieder gefunden. Seine Figuren tanzen in aller Leichtigkeit und einem bunten Kaleidoskop an Farben und Formen über das Papier, auch wenn ihn das andere Leben nie verlassen hat. 1945 malte er eine strahlende Figur, die ihn aus der Dunkelheit ins Licht zerrt. Er widmete sie seinem Freund und Retter Premysl Pitter, der ihm den „Glauben an die Menschlichkeit“ zurückgab. Der tschechische Sozialpädagoge Pitter bot Kindern ohne Unterschied auf ihre Herkunft ein neues Zuhause in Waisenhäusern. Dort hielt Jehuda seine Erinnerungen in Zeichnungen fest. Seine außergewöhnliche Begabung blieb nicht verborgen. Sein Lehrer H. G. Adler ermöglichte ihm 1946 eine Ausreise nach Palästina, um in Jerusalem zu studieren.

Die Ausstellung ist bis 31. Juli 2016 im ehemaligen Krankenrevier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zu sehen.

Zur Person: Jehuda Bacon wurde 1929 in Ostrava, einer tschechoslowakischen Grenzstadt zu Polen geboren. Im Dezember 1943 wurde er mit seiner Familie deportiert. Der Vater wurde in der Gaskammer ermordet, Mutter und Schwester starben wenige Tage vor der Befreiung an Fleckfieber. Jehuda Bacon lebt seit 1947 in Israel, wo er grafische Künste, Zeichnen, Radierungen und Lithografie studierte. Nach Studienaufenthalten in Italien, England und in den USA kehrte er 1972 nach Israel zurück und lehrte als Kunstprofessor. Werke aus seinem umfangreichen Schaffen sind in Israel, in London, New York, Würzburg und Prag zu sehen.


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