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MAUTHAUSEN. Auf dem Internationalen Soldatenfriedhof in Mauthausen erfolgte kürzlich die feierliche Grundsteinlegung für eine serbisch-orthodoxe Kapelle zum Gedenken an hier verstorbene serbische Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges.

Gedenkkapelle als "Mahnmal für den Frieden". Foto: SPÖ
Gedenkkapelle als "Mahnmal für den Frieden". Foto: SPÖ

Die Initiative für diesen Sakralbau basiert auf Forschungen der Historikerin Gordana Ilic Markovic über die Schicksale serbischer Kriegsgefangener in Österreich. Der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic leitete unter großer Beteiligung kirchlicher und staatlicher Würdenträger die Feierstunde und nahm die Weihe des Grundsteins vor. Die künftige Kapelle soll, so Bischof Andrej, neben dem Gedenken an das hier erlittene menschliche Leid auch eine Stätte der Hoffnung und des Friedens werden.  An dem Festakt nahmen teil: der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer, der Botschafter Serbiens, Pero Jankovic, der Vertreter der Republika Srpska in Österreich, Mladen Filipovic sowie Landeshauptmann Josef Pühringer, LH-Stv. Manfred Haimbuchner und Mauthausens Bürgermeister LAbg. Thomas Punkenhofer. „Den Opfern zu gedenken, auch wenn es fast 100 Jahre später ist, ist ein wichtiger Auftrag. Die Menschheit glaubt heute noch, dass Konflikte mit Kriegen zu lösen wären und übersieht dabei, dass Kriege immer viele Opfer fordern und mehr Leid schaffen. Daher freue ich mich über diese Initiative und sehe sie als Mahnmal für den Frieden“, sagt Punkenhofer.

INFO

Oberösterreich lag weit vom unmittelbaren Kampfgeschehen des Ersten Weltkrieges entfernt. Aus diesem Grunde wurden in unserem  Bundesland zahlreiche Kriegsgefangenenlager errichtet.  Eines davon befand sich am östlichen Ortsende Mauthausens, damals Gemeindegebiet Haid und Ried/Riedmark, in dem bis zu 20.000 Menschen interniert waren. Eine Flecktyphus-Epidemie kostete ab dem Januar 1915 in dem von Häftlingen errichteten Barackenlager Tausenden das Leben, unter ihnen Italiener, Russen und mehrheitlich Serben. Dokumente aus der damaligen Zeit bestätigen die Errichtung eines Serbenfriedhofs 1916. Bis heute konnte die Zahl von 7038 Serben nachgewiesen werden. Es gab auch viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. Nach Verlegung der Kriegsgefangenen und einer gründlichen Reinigung wurden italienische Kriegsgefangene interniert.


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