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MAUTHAUSEN. Die Goldhaubengruppe Mauthausen hält die Freude an heimischer Lebenskultur seit 80 Jahren hoch. Dieses besondere Jubiläum soll mit einem unvergesslichen Tag gefeiert werden.  

Goldhauben "roasen" durch den Donaumarkt. Foto:Ernecker Photography
  1 / 2   Goldhauben "roasen" durch den Donaumarkt. Foto:Ernecker Photography

Das erste bildliche Dokument zum Bestehen einer Mauthausener Goldhauben- und Trachtengruppe datiert ins Jahr 1936. Seither verstehen sich „die Goldhauben“ als Repräsentantinnen gelebter Volkskultur, beleben mit Leidenschaft ihre Tradition und haben mit ihren zahlreichen sozial-karitativen Aktivitäten einen Fixplatz im kulturellen Leben der Gemeinde.

Präsentation des Trachtenimage-Folders

Anlässlich ihres Jubiläumsfestes wird eine Broschüre die traditionelle und aktuelle Trachtenmode präsentieren. „Mit der Mauthausener Tracht und dem Granitjanker wurde auch im Bereich der Trachtenerneuerung ein Meilenstein gesetzt,“ sagt Barbara Marksteiner und blättert durch das Jubiläumsheft. In moderner Frische präsentieren sich darin nicht nur traditionelle und neue Goldhaubenkleider; auch dem Alltagsdirndl und der Festtracht sowie dem Granitjanker wird darin gebührend gehuldigt. Reich bebildert sind interessante Merkmale der Tracht hervorgehoben. Kurzweilige Texte liefern Informationen für interessierte Leser.

Für die Goldhaubenobfrau Maria Hinterplattner war es besonders wichtig, dass in dieser Festschrift ein Bogen durch die Mauthausener Ortsteile gespannt wird: „Damit erhält man einen Einblick in unsere wunderschönen Natur-, Kultur- und Kunstschätze.“ Die Sammlung von Portraitaufnahmen jeder Goldhaubenfrau werden diese wertvolle Dokumentation als Geschenkhülle ummanteln und im Anschluss an den Festgottesdienst erstmals präsentiert. Musikalisch begleitet von einer Bläsergruppe der Marktmusik zieht ein Festzug anschließend in den Untermarkt. Während des Frühschoppens „roasen“ die Musikanten von der Eisdiele bis zum Donauhof. Passend zum Festtag gibt es auch besondere kulinarische Spezialitäten wie Suppen mit Goldhäubchen, Lederhosenschnitzel, Goldfisch, Goldhaubeneis und Pragsteiner Schlossriegel. Und wer gern mal ein Foto von sich mit Goldhaubenkleid und Haube machen lassen möchte, erhält dazu Gelegenheit vor der Tourismus-Infostelle. Hier sowie in den Gasthöfen und am Gemeindeamt wird anschließend auch der Trachenfolder aufliegen.

FESTTAG

Montag, 15. August

9 Uhr: Festgottesdienst mit Kräuterweihe (Besucher erhalten ein Gratis-Kräutersackerl), Pfarrkirche

10 Uhr: Präsentation des neuen Trachtenfolders, Pfarrplatz

10.30 Uhr: Festzug zum Heindlkai. Anschließend Wirtshausroas in den Donaugasthöfen.

INFO

Schon im 18. Jahrhundert wurde in bürgerlichen Kreisen die Böndel- oder Bodenhaube getragen. Daraus entwickelten sich weiche Stoffhauben, die wegen ihrer goldenen Stickverzierungen Goldhauben genannt wurden. Zunächst wurden die Seitenteile der Haube nach hinten gezogen und der Boden zum Knauf geknotet, daraus entstand schließlich die Goldhaube. Neben den Goldhauben sind auch die schwarzen Perlhauben sehr beliebt. Fälschlicherweise werden sie oft als Witwenhauben bezeichnet. Die Beliebtheit dieser Hauben war allerdings vor allem praktischer Natur: sie sind kostengünstiger. Das Kopftuch wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts von Bäuerinnen zum Kirchgang getragen. Nur verheiratete Frauen trugen eine Kopfbedeckung - daher lässt sich der Ausspruch „unter die Haube kommen“ ableiten.


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