„Wenn man nichts tut, wird auch nichts passieren“
MAUTHAUSEN. Im Zuge der Erweiterung des Container Terminals im Ennshafen wurden der Mauthausener Bevölkerung Lärmschutzmaßnahmen zugesagt. Die Belastung scheint jedoch auch nach bisher erfolgten Verbesserungsmaßnahmen seitens der CTE Containerterminal Enns GmbH nach wie vor größer zu sein, als die Bevölkerung für zumutbar hält.

Einer, der sich nicht an den Lärmpegel vom Ennser Hafen gewöhnen will, ist Alfred Stiftinger. Er gründete eine „unabhängige und parteilich übergeordnete Bürgerinitiative“ und fordert die Firmen CTE Containerterminal Enns GmbH und Donausäge Rumplmayr GmbH auf, von einem weiteren Ausbau abzusehen und wirksame Maßnahmen zur Lärmreduktion zu unternehmen. „Es geht darum, den Lärm durch das Containerhandling, das Handling der Baumstämme und das Motorengeräusch der dazu eingesetzten Staplerfahrzeuge deutlich zu reduzieren“, präzisiert Alfred Stiftinger.
Reduktion der Lärmemission
Durch die permanente Lärmbelastung leide die Wohn- und Lebensqualität. „In manchen Nächten werden wir mehr als einmal aus dem Schlaf gerissen. Darin sehe ich eine gesundheitliche Gefährdung, „ sagt Stiftinger als Bewohner eines der hauptsächlich betroffenen Ortsteile am Kirchenberg. Er setzte sich nach eigenen Angaben bereits vor Monaten mit CTE-Geschäftsführer Otto Hawlicek in Verbindung und fordert Maßnahmen wie die Errichtung von Lärmschutzwänden, den Einsatz von Laser-Messtechnologie zum geräuschlosen Containerhandling sowie Elektrostapler und allgemeine Dämmungsmaßnahmen. „Nachdem Gespräche mit Herrn Hawlicek bisher zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt haben, bitte ich die Bevölkerung von Mauthausen, die Initiative durch ihre Unterschrift zu unterstützen. Möglich ist dies online auf www.openpetition.eu/at/petition/online/buergerinitiative-ennshafen sowie handschriftlich am Gemeindeamt Mauthausen.“
Lärmverursacher Ennshafen und B 3
Alfred Stiftinger bemüht sich gleichermaßen, die Lärmbelastung durch eine 50 km/h Geschwindigkeitsbeschränkung bzw. die Anbringung von Flüsterasphalt auf der Donauuferstraße (B3) im Ortsbereich Mauthausen zu erreichen. „Ich weiß, dass meine Initiative einen langen Atem braucht. Aber mein Motto ist, wenn man nichts tut, wird auch nichts passieren“, stellt sich Stiftinger in den Dienst der Lärmreduktion in seinem Heimatort und hofft auf zahlreiche Unterstützung sowie weitere Mitstreiter.
Stellungnahme CTE Containerterminal Enns Gmbh
Otto Hawlicek (GF CTE) sieht die Situation anders und meint zu den Vorwürfen: „Die im Jahr 2014 angekündigten Maßnahmen für Immissionsschutz wurden vollumfänglich umgesetzt. Die von Mauthausen angeregten Verbesserungsmaßnahmen, zum Beispiel die Minimierung der Licht- und Schallemissionen war uns ein besonderes Anliegen. Es wurde eine bodennahe LED Beleuchtung der Gleisanlagen etabliert und fünf Stück 60 Meter hohe Lichtmasten abgetragen. Es wurden die neuen elektrisch geführten Krananlagen mit Schallschutzpaketen ausgestattet. Dieselbetriebene Fahrzeuge wurden reduziert und gleichzeitig mit Schallschutzpaketen versehen. Der Kaiseitig betriebene Eisenbahnverkehr wurde durch das neue Kranmodul deutlich verringert. Die Gleisbögen in den Terminal wurden entschärft um Quietschgeräusche der Triebfahrzeuge zu vermeiden. Die Eisenbahnzuführung von Enns in den Hafen wurde entschärft, es wurden Lichtzeichenanlagen bei den Eisenbahnkreuzungen eingebaut um die Pfeiffsignale der Triebfahrzeuge abzustellen. Es werden von uns laufend Lärmmessungen durchgeführt und unsere Maßnahmen haben zu einer deutlichen Verbesserung der Immissionen beigetragen. Besonders wichtig dabei ist, es werden keine Grenzwerte überschritten und wir pflegen einen partnerschaftlichen Umgang mit den Anrainern und haben hinsichtlich unserer Aktivitäten viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Gerade die Inbetriebnahme des neuen, elektrisch betriebenen Kranmoduls ergab viele positive Resonanzen. Der Ennshafen und das Containerterminal in Enns erzeugen durch die Verlagerung von LKW-Verkehr auf die Verkehrsträger Schiene und Schiff grünen Verkehr. Wir tragen als Umschlagplatz des Kombinierten Verkehres dazu bei, grünen Verkehr zu generieren. Durch den Umschlagsplatz in Enns werden bis Ende dieses Jahre über 300.000 LKW-Transporte auf die Bahn und das Binnenschiff verlagert. Der vor zwei Jahren umgebaute Terminal im Ennshafen setzt dabei auf modernste Technik und hat immer einen hohen Fokus so immissionsarm wie möglich zu arbeiten. Aktuell werden unsere mit Diesel betriebenen Flurfördergeräte gegen eine neue Generation von Staplern ausgetauscht. Diese Geräte verfügen über eine leisere Motorisierung und sind auch hinsichtlich des Schallschutzes hochwertig ausgerüstet. Besonders wichtig aber ist, es werden keine Grenzwerte überschritten“.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden