Punkenhofer will SPÖ-Landesvorsitzender werden: "Jetzt ist die Zeit der klaren Worte"
OÖ/BEZIRK PERG/MAUTHAUSEN. Thomas Punkenhofer, Bürgermeister von Mauthausen, Landtagsabgeordneter und Bezirksvorsitzender der SPÖ, hat bekanntgegeben, dass er sich um die Funktion des Landesparteivorsitzenden bewirbt. In die Regierung will der 40-Jährige nicht, sondern sich voll und ganz um die Parteifamilie kümmern.

„Letztendlich war nun das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl ausschlaggebend. Ich glaube, dass wir in der Wählergunst tatsächlich bei diesem schlechten Wert stehen. Das ist für mich auch nachvollziehbar. Nach dem schlechten Ergebnis im vergangenen Herbst kam eine Schockstarre, aus der wir bis heute nicht herausgekommen sind. Seit dem Landesparteitag hat sich auch nicht wirklich was getan“, so Punkenhofer im Tips-Gespräch.
Wenn keiner Verantwortung übernehmen wolle, werde sich nichts ändern, deshalb habe er sich nun zu diesem Schritt entschieden. In einem Brief an die Landesparteileitung und alle Klubmitglieder hat Punkenhofer nun sein Interesse an einer Kandidatur zum Landesvorsitzenden der SPÖ bekannt gegeben.
Nicht zu lange warten, um Weichen neu zu stellen
„Ich hab immer zu jenen gehört, die auch kritisch sind, aber auch was tun wollen“, betont der Landtagsabgeordnete aus Mauthausen. Als Kalliauer interimistisch den Landesparteivorsitzenden von Entholzer übernommen hat, hieß es vorerst für höchstens ein Jahr. „Es müsste im Herbst einen Sonderparteitag geben, bei dem man die Weichen neu stellt. Man darf nicht zu viel Zeit vergehen lassen, weil wir sonst auch jene noch von der SPÖ wegtreiben, die eigentlich bei uns ihr Zuhause haben.“
Viele würden bereits zu anderen Parteien tendieren. Den Leuten will Punkenhofer deswegen keinen Vorwurf machen. „Die FPÖ hat klare Botschaften. Die haben wir auch, aber wir sprechen sie nicht an, sondern haben uns viel zu lange mit uns selbst beschäftigt“, meint Punkenhofer selbstkritisch. „Unsere Werte müssen wir nicht verändern, die stimmen und die haben wir auch, aber wir brauchen eine klare Sprache!“
Regierungsmandat soll Frau übernehmen
Wichtigstes Ziel sei dabei, wieder zu einer Bewegung zu werden und die Ortsparteiorganisationen und alle „sozialdemokratischen Familienmitglieder“ zu vereinen. „Natürlich wird dieser Prozess ein bis zwei Jahre dauern. Ein „Morgenrot“ oder einen „Neustart“ brauchen wir dafür nicht. Für mich ist auch klar, dass ich kein Regierungsmandat übernehmen will. Es braucht eine Parteispitze, die sich nur um die Partei kümmert und mit den Leuten spricht“, ist der 40-Jährige überzeugt. Für die Regierung gebe es genug kompetente Frauen, die das Zeug dafür haben. Ob er selbst diese Funktion mit seinem Bürgermeisteramt, dem Sitz im Landtag und dem Bezirksparteivorsitz vereinbaren könnte? „Alles geht sicher nicht, aber das wäre jetzt zu früh, um über derartige Dinge zu diskutieren.“


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