Integration wird sichtbar
MAUTHAUSEN/BEZIRK PERG. Mit dem positiven Bescheid nach einem Asylverfahren hat ein Flüchtling zwar Zugang zum Arbeitsmarkt, dieser gestaltet sich für viele jedoch ebenso schwierig wie die Suche nach leistbaren Wohnungen. Ein Gemeinschaftsprojekt von Sozialhilfeverband, den Gemeinden und dem Sozialressort des Landes OÖ soll den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern.

Der Bezirk Perg nimmt mit dem Projekt „Hilfe zur Arbeit“ eine Vorreiterstellung ein und ist laut Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer eine „echte Win-Win-Lösung und eine gelungene Alternative zu 1-Euro-Jobs. Gleichzeitig wird das Sozialbudget entlastet“. Gerstorfer betont, dass damit Asylberechtigte eine Chance erhalten, langfristig ihre Berufsperspektiven zu verbessern.
Alternative zum Bezug der Mindestsicherung
Das Pilotprojekt befindet sich derzeit im Aufbau, ist für insgesamt 30 Personen konzipiert und auf ein Jahr begrenzt. Auf Arbeitsplätzen in Altenheimen, Gemeinden, gemeinnützigen Organisationen können Asylberechtigte mit 20 bis 25 Wochenstunden erste Berufserfahrungen sammeln. Auch eine Arbeitserprobung bei Unternehmen in der Privatwirtschaft ist möglich. „Es ist mir ganz wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Betroffenen genau den Betrag für ihre Leistung erhalten, den sie passiv als Mindestsicherung erhalten würden,“ sagt Bezirkshauptmann und Sozialverbands-Obmann, Werner Kreisl.
Positive Erfahrungen im SENIORium Grein und Mauthausen
Die beiden Syrer Koka Bashir und Mohammad Amer sind vor zwei Jahren nach Österreich gekommen. Seit einigen Monaten arbeiten sie im Seniorium Mauthausen bzw. Grein als Haustechniker. Die Mauthausener Heimleiterin, Monika Ziebermayr, ist von dem Projekt überzeugt. „Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, die in der österreichischen Gesellschaft verankerten Wertevorstellungen kennen zu lernen.“ Mohammad Amer wird für seine Zuverlässigkeit und seinen Fleiß äußerst geschätzt. „Viele Aufgaben, besonders die Gartenarbeit oder das Ausmalen der Zimmer erledigt er sehr gewissenhaft und selbständig. Aber auch im Team ist es eine Freude, mit ihm zu arbeiten“, sagt Haustechniker Roland Trinkl. Positive Erfahrungen macht man auch in Grein. „Herr Bashir ist ein motivierter, fleißiger Mitarbeiter, hat sich sehr gut integriert und fungiert darüber hinaus auch als Dolmetscher im Projekt“, sagt Manuela Payreder, Leiterin des SENIORiums Grein.
Kosten des Projektes
„Arbeitsmarktinitiativen müssen Vorrang vor Kürzungen von Sozialleistungen haben“, sagt Gerstorfer nach mehr als 25 Jahren Berufserfahrung im AMS. Die Kosten der einjährigen Beschäftigung belaufen sich auf rund 18.400 Euro, die zu 60 Prozent das Land OÖ und zu 40 Prozent der Sozialhilfeverband und die Gemeinden tragen. Die Mindestsicherung kostet jährlich 12.100 Euro pro Bezieher. „Erfahrungsgemäß wünschen sich die in diesem Zusammenhang vorstellig werdenden Flüchtlinge nichts sehnlicher, als die Möglichkeit einer geregelten Arbeit nachzugehen. Langfristig gesehen, wird sich das Projekt rechnen“, sagt der Perger Bezirkshauptmann.


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