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MAUTHAUSEN/GUSEN/ST. GEORGEN. Im Rahmen des ersten Symposiums für Menschenrechte wurde von 9. bis 12. November bei zahlreichen Rundgängen, Vorträgen und Workshops die Erinnerungsarbeit mit der Geschichte des Nationalsozialismus in der Region verdeutlicht. Die aktuelle Auseinandersetzung zeigte, wie wichtig internationales Recht für den Kampf um Menschenrechte ist.  

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Die vor einem Jahr gegründete Bewusstseinsregion setzte ein deutliches Signal zur Aufarbeitung eines schwierigen historischen Erbes, das mit der Reichspogromnacht 1938 seinen Anfang nahm. An vier Tagen vermittelten Experten und Initiativen eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Situation. Es wurde Theater an öffentlichen Plätzen gespielt und darüber hinaus boten Mittelschulen aus dem ganzen Bezirk Workshops an. Historische Rundgänge und Fachvorträge von Menschenrechts-Experten wie Manfred Nowak, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte an der Universität Wien, Josef Weidenholzer (EU-Abgeordneter) und Kübra Gümüsay (Journalistin und Bloggerin) konnten Inputs zur Geschichte der Menschenrechte, zu aktuellen politischen Themen und in den neuen Medien die Diskussion anregen und wertvolle Impulse geben. Diese können online nachgehört werden – der Link dazu ist auf www.bewusstseinsregion.at zu finden.

Heimat der Menschenrechte

„Die Menschenrechte waren seit dem 2. Weltkrieg noch nie so in Gefahr wie heute“, wies Manfred Nowak auf die Bedeutsamkeit dieses Symposiums hin. „Wir müssen verhindern, dass sich die Geschichte auch nur annähernd wiederholt“, schloss sich Nationalrats-Abgeordnete Sabine Schatz an. Gümüsay ging näher auf Hasspostings in neuen Medien ein - wenn Wut und Hass im Netz nichts entgegengesetzt werde, würden sie zur Normalität werden. „Der Hass im Netz ist ein Vorbote dessen, was uns offline in der Welt erwartet“, verwies Gümüsay auf die Radikalisierung von Attentätern und auf den Zulauf von Pegida und AfD in Deutschland. Die internationalen Gäste aus den Partnerstädten Prachatice und Empoli, sowie aus Vinci, Katalonien (Spanien), Bosnien-Herzegowina und Polen zeigten, dass die Menschenrechte in ganz Europa ein wichtiges Anliegen sind. „Unser Ziel ist es, die Bewusstseinsregion zur Heimat der Menschenrechte zu gestalten“, sagte LAbg. Thomas Punkenhofer, Vorsitzender der Bewusstseinsregion und Bürgermeister von Mauthausen.

Kulturelle Höhepunkte

Die Workshops vertieften Themen wie der Umgang mit Hatespeech, die Geschichte Ex-Jugoslawiens, die Beschäftigung mit Handicaps, Kinderrechten, Antiziganismus. Das Symposium hatte einige kulturelle Höhepunkte zu bieten wie die Eröffnung mit dem Theaterstück „Der Fall Gruber“ von Thomas Baum, inszeniert durch Franz Froschauer und die Lesung „Meinen Hass bekommt ihr nicht“. Beim Poetry Slam brachten Menschen ihre Gedanken zum Thema Menschenrechte zum Ausdruck. Besonders beeindruckend war dabei der Text der St. Georgenerin Elisabeth Stütz, die ihre Gefühle als junge Frau und Imkerin zum Ausdruck brachte; was es heißt, in dieser Region zu leben, die positiven Momente zu sehen und immer wieder an die Geschichte erinnert zu werden.

Leitbild der Bewusstseinsregion

Ergebnisse und Aussagen des Symposiums fassten die Teilnehmer des Symposiums zu einer „Botschaft aus der Heimat der Menschenrechte“ zusammen und sendeten diese mit einem Luftballonstart in die Welt: „Für eine Zukunft in Frieden, unter Wahrung der Menschenrechte. Wir übernehmen Verantwortung für Bildung, die eine globale Gemeinschaft in Gleichheit aller Menschen und Toleranz für die Vielfalt ermöglicht. Als Heimat der Demokratie fördern wir jede positive Entwicklung und tragen Freiheit in die ganze Welt!“.

Brief an den Bundespräsidenten

Die Bewusstseinsregion verband diese Botschaft mit „der dringenden Bitte an den Bundespräsidenten, keine Personen als Mitglieder in der Bundesregierung anzugeloben, welche in einem Naheverhältnis zum Rechtsextremismus stehen und sich nicht eindeutig und glaubhaft vom Gedankengut des Nationalsozialismus distanzieren, weil darin eine Bedrohung der Menschenrechte gesehen wird“.

Zweites Menschenrechte-Symposium 2018

Das erste Symposium setzte in höchster Qualität und Professionalität mit Informationen, Diskussionen, Kultur, Beteiligung und Emotionen einen wichtigen Meilenstein für die aktuelle und zeitgemäße Erinnerungsarbeit in der Bewusstseinsregion Mauthausen – Gusen – St.Georgen. „Gemeinsam nehmen wir die Verantwortung für die Würde der Menschen wahr und machen uns nun gleich an die Arbeit für das Zweite Menschenrechte-Symposium 2018“, sagt Andrea Wahl und dankt allen, die für das positive Gelingen beigetragen haben.


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